Portfolio Categories Installation
431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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Botanical Intelligence Project_065_2019

Einzelausstellung

 

“Botanical Intelligence” ist die partizipative Ausstellung im Kunstverein Ahlen zu 10 Jahre botanoadopt®. Im Vorfeld der Ausstellung nahm die Pflanzenklappe® ungeliebte Gewächse anonym entgegen. Innerhalb der Ausstellung gab es unter anderem ein Adoptionsbüro für Pflanzen. Als neue Arbeit wurde die Installation “Landscape of Empathy” gezeigt, ein Empathietraining in Form einer partizipativen Installation. Zu sehen waren auch die Installation “Paradies versus die letzten ihrer Art – Die tropische Zimmerpflanze als Projektionsfläche”, 50 Portraits bereits vermittelter Pflanzen, deren Biografien als Hörfassung über QR-Codes aufgerufen werden konnten, ein Großfoto von Goethepflanze “Radar von Schneckenberg”, eine fotografische Serie des Volksentscheid in Glarus (CH 2016), das Video “Bannwald”, das Video “Botanoadopt® Medienrummel”, das Video “botanoadopt® behind the scenes”, sowie der Bildband “Urban Plants – Bio-Biographies” und die fotografische Serie “Rage against the Dying of the Light”, die Adoptiveltern mit ihren Schützlingen zeigt.

 

Landscape of Empathy – White Cube Project_064_2019

Installation, partizipativ

Im White Cube:

 

Die partizipative Installation (Maße variabel) besteht aus Pflanzen, die durch ein grafisches Netzwerk mit einander verbunden sind. Jeder Pflanze ist eine Handlungsanweisung zugeordnet, um die Empathiefähigkeit Pflanzen gegenüber zu stärken oder zu entwickeln. Die Aufgaben sind auf verschiedenen kognitiven Ebenen angelegt.

 

Landscape of Empathy – Public Space Project_063_2019

Installation, partizipativ, Public Space

 

Im Wald an der Goetheruh in Frankfurt Sachsenhausen wurden einzelnen Pflanzen Handlungsanweisungen zugeordnet. Diese wurden als Texttafeln innerhalb großer Bilderrahmen innerhalb freiwachsender Pflanzen platziert, um die Empathiefähigkeit Pflanzen gegenüber zu stärken oder zu entwickeln. Die Aufgaben sind auf verschiedenen kognitiven Ebenen angelegt.

 

Moss Indicators Project_061_2018

Performance, Field-Research und Intervention im städtischen Raum von Darmstadt.

 

Moose gehören zu den ältesten Land-Pflanzen der Erde und wie die Landung eines Meteoriten belegt, kamen sie einst aus der Galaxie NGC 431 in das Gebiet des heutigen Bessunger Forstes. Sie sind wie Flechten gute Bioindikatoren, da sie sehr empfindlich auf Umweltveränderungen reagieren. Weil Moose Wasser und Nährstoffe nicht über Wurzeln, sondern direkt über ihre Oberfläche aufnehmen, sind sie der direkten Wirkung von Schadstoffen ausgesetzt; sie können aber auch nur bei ausreichend Luftfeuchtigkeit überleben. Ihr kurzer Lebenszyklus führt zu raschen Reaktionen, die mit bloßem Auge erkennbar sind. Moose werden bisher nur in Europa, Kanada, Japan und Neuseeland als Bioindikatoren für chemische Analysen verwendet. Die “Moss-Indicators” sind skulpturale Objekte und visuelle Indikatoren zur Erfassung des städtischen Mikroklimas. Sie werden an verschiedenen Orten des städtischen Raums von Darmstadt platziert, sowie am Waldkunstpfad im Bessunger Forst.

 

Ecovention Europe | botanoadopt® in Sittard Project_060_2017

14-tägiges partizipatives Projekt im öffentlichen Raum von Sittard, NL

 

Das Projekt botanoadopt® mit der Pflanzenklappe® begann mit dem von uns entwickelten Empathietraining für Pflanzen an zwei Tagen im Hof des Museums. Am darauf folgenden Montag wurde die Pflanzenklappe® vor dem Museum durch den Direktor des Museums für Moderne Kunst offiziell enthüllt. Sie nahm anschließend für 7 Tage ungeliebte Gewächse anonym entgegen, die in der zweiten Projektwoche an Adoptiveltern vermittelt wurden. Begleitend zu den Adoptionsbüros fand ein von uns neu entwickeltes Format statt; die “Tea-Times”. Dazu wurden Besucher*innen frisch gebrühter Tee aus hochwertigen Kräutern (aus biologischem Anbau) mit erlesenen Backwerk in feinem chinesischen Porzellan serviert. Innerhalb dieses Formates entwickelten sich Gespräche über Pflanzen, ihre Rolle und unseren Umgang mit ihnen, sowie deren Bedeutung für uns.

 

Zu den Adoptionsbüros kamen Menschen aus Sittard, sowie den umliegenden Orten bis hin zu Maastricht. Die Resonanz der teilnehmenden machte klar, das das Gefühl von Gemeinschaft erstarkte, Hoffnung auf Veränderung einer Resignation wich und die Wertschätzung von Pflanzen als äußerst wichtig erachtet wurde.

 

 

Ecovention Europe: Art to Transform Ecologies, 1957-2017 Project_059_2017

Von September 2017 bis Januar 2018 fand im Museum für moderne Kiest in Sittard eine Ausstellung mit Exponaten aus 50 Jahren Eco-art statt, kuratiert von der amerikanischen- in Belgien lebenden Kuratorin Sue Spaid. Konzept war, das begleitend künstlerische Aktionen und Interventionen im städtischen Raum von Sittard stattfinden. Zur Ausstellung erschien ein umfassender Katalog, in dem wir mit Arbeiten in folgenden Kapiteln vertreten sind:

 

Section Two: Activism to Publicise Issues/ Monitoring Ecological Problems

Section Seven: Food Security

Section Nine: Oikos

 

Zu den ausgestellten Künstlern gehörten unter anderem:

Joseph Beuys, Uriburu, N55, Harrison Studio, Lara Almarcegui, Cecylia Malik, Teresa Murak, Touchstone collaborations oder Rebecca Chesney

 

 

Wir waren in der Ausstellung mit folgenden Arbeiten vertreten:

 

“5 Elements”, Videoprojektion

“Bannwald”, Videoscreening

“Paradies versus die letzen ihrer Art – Die tropische Zimmerpflanze als Projektionsfläche”, Installation

“Field Research Sittard”, partizipative Fotoskulptur

Die Fotoskulptur enthielt Fotos von Pflanzen im öffentlichen Raum von Sittard, die die Bandbreite deren Situation abzubilden versuchte, indem die Skulptur sowohl Fotos unseres Fieldresearch enthielt, als auch Fotos von Bürger*innen Sittards, die zum Mitmachen aufgerufen wurden. Die Skulptur vervollständigte sich während der dreimonatigen Ausstellungsdauer.

“botanoadopt®”

Geplant war eine Installation mit Adoptivpflanzen innerhalb der Ausstellung, die mit dem Museum besprochen und vertraglich fixiert wurde. Bei unserer Ankunft zum Aufbau wurden wir damit konfrontiert, das Pflanzen im Museum nicht erlaubt seien. Die von der Ausstellung ausgeschlossenen pflanzlichen Individuen wurden daraufhin von uns vor dem Museum fotografiert und die so entstandene Plakatserie in der Ausstellung gehängt. Die Plakatmotive waren alle mit der Textteile “Wij mogen niet naar binnen!” versehen, was soviel bedeutet, wie “Wir müssen draußen bleiben!” und vor Metzgereien als Warnhinweis für Hundebesitzer hängt.

Von der ursprünglich geplanten Installation im Museum blieben der Plakataufsteller botanoadopt® und die Adoptionsverträge. Dasursprünglich im Museum geplante Adoptionsbüro fand dann jedoch innerhalb eines zweiwöchigen Projektes im städtischen Raum von Sittard statt und war wenige Meter fußläufig vom Museum für Moderne Kunst; im archäologischen Museum Sittard untergebracht, in dem im Anschluß an unsere Aktion ohnehin umfassende Sanierungsarbeiten geplant waren. (siehe Projekt: botanoadopt® in Sittard“)

 

 

Á bout de souffle – Verschnaufen auf Zeit Project_057_2017

431art / Haike Rausch, Torsten Grosch: Á bout de souffle – Verschnaufen auf Zeit

 

Interaktive Sitzbank

Eine Intervention im öffentlichen Raum, bestehend aus einer interaktiven Sitzbank. Die Bank ist mit einem Sensor ausgestattet, die das Ankommen eines Gastes erfasst und daraufhin ein Soundmodul startet und die Nutzung der Bank kommentiert und reglementiert.

 

Die Installation thematisiert das Verweilen auf Zeit, das Flüchtlinge während und auch nach ihrer Flucht erfahren. Das „Nie wissen, wann man sich ausruhen kann; nie wissen, wann man tatsächlich (sicher) angekommen ist“. Mit diesem Thema wird der Passant in einer gänzlich unerwarteten Situation konfrontiert: auf einer Sitzbank im öffentlichen Raum, die geradezu dazu einlädt, zu verweilen und sich auszuruhen; eine Sitzbank, wie sie an öffentlichen Plätzen aufgestellt wird, damit dieser belebt wird oder wie sie in öffentlichen Parkanlagen zu finden ist. Eine Bank, die normalerweise jeden als Gast empfängt, wird durch die Intervention nicht nur zum Ausdruck für eine Reglementierung, wie sie derzeit viele Flüchtige auf der Suche nach einer sicheren Bleibe erfahren; sie lässt einen jeden Gast diese Reglementierung überraschend und unerwartet erfahren. Diese Reglementierung unterbricht Gespräche, verunmöglicht ein Verweilen und verunsichert in einer scheinbar vertrauten und sicheren Umgebung. Der Titel rekurriert auf den Film “Á bout de souffle” der Nouvelle Vague. Platziert wurde die Arbeit vor dem ehemaligen Kino in Marchtrenk, Österreich.

Die Bank war eine Spende der Gemeinde Marchtrenk im Stil der im öffentlichen Raum bereit stehenden Bänke, von denen jede ein anderes Motto trug.

 

 

Festival der Regionen 2017, Marchtrenk, Österreich. Festivalthema: Ungebetene Gäste

 

Von Bäumen und anderen Wesen Project_056_2016


 

“Wollen Sie den Vorschlag, heimatlose Pflanzen in der Schweiz aufzunehmen, annehmen?”

 

“Wollen Sie den Vorschlag, sich selbst aktiv dafür einzusetzen, Pflanzen in Not zu retten und bei sich aufzunehmen, annehmen?”

 

“Wollen Sie den Vorschlag, die Würde der Pflanzen in die Verfassung aufzunehmen, annehmen?”

 

fragte die “Botanische Eidgenossenschaft” in der Volksabstimmung “Über die bedingungslose Aufnahme heimatloser Pflanzen” die Glarnerinnen und Glarner und bemerkten bald, das direkte Demokratie auch in der Eidgenossenschaft nicht immer reibungslos über die Bühne zu gehen scheint. Die Kantonspolizei bewertete die (wohlgemerkt kommunal bewilligte) Plakataktion im Hinblick eines Generalbundesratsbesuches als zu subversiv und konfiszierte über Nacht kurzerhand 22 der 25 Abstimmungsplakate.

Der Ausstellungsraum “Gepäckausgabe” selbst mutierte zum grünsten Abstimmungsbüro der Schweiz. Über einer dick aufgetragenen Holzschnitzelschicht schwebten jung entwurzelte Buchen vor dem Film über die Rettung von 33 Buchensetzlingen aus dem Kelsterbacher Bannwald. Die Installation stellte den in Deutschland verwendeten Begriff des Bannwald dem in der Schweiz verwendeten Begriff des Schutzwaldes gegenüber. Holz war in verschiedenen Verarbeitungsstufen sichtbar. Neben den frisch entwurzelten Buchen, waren Holzschnitzel, Holzlatten, sowie das Holzparkett des Raumes Teil der Installation.

Text: Gepäckausgabe, 431art

BLUE HOPI E10 02 Project_053_2015

Blue Hopi E10 – Mit Essen fährt man nicht

 

Kaiser & Cream, Wiesbaden 2015
431art – Haike Rausch, Torsten Grosch
Material: Benzinkanister, Mais, 12 Teller

 

 

Die Arbeit nimmt kritisch Stellung zur Thematik Biosprit und ihren Folgen. Die Preise für das Grundnahrungsmittel Südamerikas explodieren. Für den Anbau des Mais in Monokulturen werden riesige Flächen gerodet, und in Folge Prärien in den USA dezimiert. Weltweit hungern 852 Millionen Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika/Karibik, obwohl es weltweit ausreichend Nahrungsmittel für alle Menschen gibt. Die Produktion von Biosprit aus Mais ist nicht nur umweltschädlich, sie ist auch aus ethischer Sicht extrem fragwürdig.

 

Aus einem orangefarbenen Benzinkanister ergießt sich ein Strom aus Mais, der wellenförmig in den Raum fließt. Um den Kanister sind kreisförmig 12 Teller angeordnet, die jedoch leer bleiben. Dieser Kreis spielt an auf die Tafelrunde von König Artus, die die erste Form des runden Tisches war, der heute beispielsweise von der UNO genutzt wird.

 

2015 Internationales Waldkunstzentrum Damstadt, öffentlicher Raum
2016 “We graciously interfere with your perception”, Kaiser & Cream Wiesbaden
2017 “Urban Nature Art”, Städtische Galerie Dreieich