Portfolio Categories Installation
431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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wasting time by drying hair instead of making art Project_014_2006

Interaktive Videoinstallation, live-camerafeed, DVD 2´51″ loop zum Jubileum “404040404040” der Fluxusbewegung im ehemaligen Paik-Raum der FluXus Freunde Wiesbaden e.V.
Durch einen Sehschlitz in der mit schwarzen Tuch verschlossenen Tür ist die Videoprojektion “wasting time by drying hair instead of making art” zu sehen. Das Jubiläum der Fluxus-Bewegung wird typographisch aufgegriffen, unterschnitten in rasender Bildfolge mit einem kurzen performativen Alltags-Piece.
Gleichzeitig wird der Betrachter zum Akteur; der Ausschnitt der betrachtenden Augenpartie wird mittels einer Livekamera abgenommen und in “Bens Bar” über einen Monitor zeitgleich dargereicht.
Dem Betrachter wird auffallen, das im typographischen Gefüge des Films 40 Wochen fehlen – einen Hinweis auf deren Verbleib kann der Titel des Films geben. Für Besucher liegen Formularbögen bereit, mit Hilfe derer diese die vorraussichtlich in ihrem Leben verbrachte Zeit zum Haaretrocknen errechnen, bzw. schätzen können.

 

 

wasting time by drying hair instead of making art
video, 2006

 

 

Video, Farbe, Ton, 2´51″

out of the blue into the green Project_013_2006

Die muu-gallery zeigte 2006 im Rahmen des Kunst-Festivals „Summer-Light-City – contempory Art in Helsinki“ die installativen Arbeiten “lemna minor”, “endorhin 1.1 I betarelease” und “16:1”, die um neue Arbeiten erweitert und auf die räumlichen Gebenheiten des white cube hin konzipiert wurden.

 

out of the blue into the green
exhibition, 2006, vernissage muu gallery

 

 

Vernissagevideo

 

lemna minor squares
installation, 2006

 

Das Video „Square I & II“ thematisiert die prozessual-performative Wasserlassung zweier Objekte in ein stillgelegtes Klärbecken. Der Film handelt von der Transformation des Beckenraumes in einen Raum der Stille. Für die Ausstellung in Helsinki wurde die Installation modifiziert und erweitert, so das sie sich auf die Gegebenheiten des white cube bezieht.
Im Galerieraum sind in perspektivischer Flucht zur Projektionswand die original Schwimmkörper als Bodenskulpturen plaziert.

 

lemna minor laboratory 02
installation, 2006

 

Das Labor ist ein Wahrnehmungs- und Denkraum, bestehend aus Objekten mit Reagenzgläsern, Petrischalen, Texten, Fotografien und Videoinstallation.

 

 

the source
sculpture, 2006

 

Chlorophyllobjekte
schwarzes MDF 40x40cm, Chlorophyll in Reagenzgläsern, Serie von 12 Objekten

 

 

lemna-minor-chutneys
eat art, 2006

 

Zwei Sorten aus eigener Herstellung von 431art, serviert zur Vernissage

 

 

endorphin 1.1 | betarelease – helsinki
installation, 2006, exhibition at muu gallery

 

Die Installation „Endorphin 1.1 Betarelease“ hält vor dem Hintergrund des menschlichen Strebens nach Glück ein besonderes Angebot bereit: In einem Metallregal befindet sich ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar. Auf der mittleren Regalebene sammelt sich Wasser aus einem Schlauch allmählich um eine Leuchtdiode und fällt Tropfen für Tropfen in eine Metallschale. Dieser Vorgang ist zugleich akustisch verstärkt zu hören. Es scheint, als würde das mit den Glücksmomenten ‘beseelte’ Wasser in einem alchemistischen Prozess gewonnen. Durch das Angebot an ‘Substanzen’ wird “Glück” nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet.  Unzählige Antworten wurden während der dreiwöchigen Ausstellung auf den dafür vorgesehenen Fragebögen notiert und von Besuchern der Ausstellung in die dafür bereitstehende Box eingeworfen. Mit jeder Ausstellung erweitert sich die Installation, da Besucher unter anderem danach gefragt werden, welche Eigenschaften/Substanzen ihrer Meinung nach noch fehlen in der Palette menschlicher Empfindungen und Gefühle. Über die Vorschläge wird im Anschluß an jede Ausstellung von Haike Rausch und Torsten Grosch diskutiert und die Installation dann entsprechend erweitert. Einzig Doppelungen werden nicht aufgenommen und der Wunsch mancher Besucher nach der Substanz “Glück”, denn diese würde die Arbeit ad absurdum führen und keinerlei Feedback, Fragen und Reflektionen zum eigenen Glück im Besucher hervorbringen.

 

 

16:1
installation, 2006, gallery

 

 

In 16:1, einer interaktiven Rauminstallation – ist der inhaltliche Ausgangspunkt Kommunikation, bzw. fehlende Kommunikation. Als Metapher hierfür steht die babylonische Sprachverwirrung – der Ursprung aller Konflikte. Die Arbeit wurde 2003 in einem ehemaligen Munitionslager der amerikanischen Streitkräfte zur Zeit des zweiten Golfkrieges entwickelt und ausgestellt. Tritt der Besucher auf eine Bodenplatte in der Mitte eines Steinkreises, produziert er einen Laserstrahl und schickt symbolisch ein Projektil los. Für die Ausstellung in Helsinki wurde die Installation erweitert, so das sie sich auf die Gegebenheiten des white cube bezieht.

 

 

16:1 objects
sculpture, 2006

 

Leuchtkästen, 20 x 30 cm

time lap Project_012_2006

Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt/Main; Klingspor Museum, Offenbach; Germany

“Time Lap” ist der filmische Teil einer zweiteilig angelegten multimedialen Arbeit.
“One of those days” ist das hörbare Äquivalent zum stummen Film “Time Lap”, jedoch nicht die Vertonung des Films.
Beide Arbeiten stehen autark innerhalb eines zweiteilig angelegten Konzeptes, welches Bezug nimmt auf die Tatsache, die Ausstellung “Seitenwahl” mit Büchern der Fußballweltmeisterschaften an zwei Orten stattfinden zu lassen.

 

time lap
video, 2006

 

 

lime lap, Video 24’:46’’, Farbe, stumm
Der Titel der Arbeit bedeutet in etwa „Zwischenzeit“. Zum Beispiel die Zeit, in der ein Spiel gestoppt wird wegen Verletzung eines Spielers oder dem Vergeben einer gelben Karte. Die Zeit der Verlängerung eines Spieles, das eigentlich längst abgelaufen ist. Oder die zeitliche Spanne vor oder nach einem Spiel. Diese wird normalerweise nicht bewußt wahrgenommen, weil die Erwartung schon auf dem nächsten Spiel liegt.  Was passiert zwischen den Spielen in einem Fußballstadion?
In Time Lap mäht ein Platzwart einen Stadionrasen. Letzterer ist fast bildfüllend zu sehen: eine grüne Fläche mit einer Linie in der Mitte. Die Kamera bleibt den gesamten Film über in der gleichen Position, zu sehen ist der Rasen und in in größeren zeitlichen Abständen der Platzwart, der den Rasen Bahn für Bahn mäht und sich dabei mit jeder Bahn etwas weiter von der Kamera entfernt.
So erschließt sich dem Betrachter die Größe des Spielfeldes langsam über die Dauer des Filmes. Die Fläche wandelt sich zum Raum. Zeit tritt ins bewußte Wahrnehmen des Betrachters ein. Warten auf das erneute Auftauchen des Rasenmähers. Erwartung – was passiert sonst noch? Wie Erinnerungs- und Versatzstücke tauchen Bilder vergangener Spiele auf und wieder ab. Genauer: Standbilder aus Fernsehübertragungen historischer Spiele, auf denen das Raster des Fernsehbildes liegt. Die Figuren stilisiert, teilweise verfremdet oder verzerrt. Das ursprünglich bewegte Fernsehbild wird hier transformiert hin zu einer grafisch-stilisierten Bildaussage. Die Kamera fährt über diese Standbilder – „gefrorene“ Bewegungen. Time Lap – Zwischenzeit, in der assoziatives Erkennen verfremdeter Bilder sich mit der Erinnerung des Betrachters mischt. Der Rasen wechselt seine Bedeutungsqualität zwischen gemähter Fläche und einem mit Erinnerungen und Emotionen aufgeladenen Raum des Fußballs.
Dank an Günther Horster

 

one of those days
sound, 2006

 

one of those days, Soundinstallation 19’:49’’
Ein Motor wird gestartet und ein zunächst nicht näher einzuordnendes Gefährt bewegt sich vom Hörer weg, wieder auf ihn zu und an ihm vorbei – ein gleichmäßiges – und sich in regelmäßigen Abständen wiederholendes ab- und anschwellendes Geräusch. Ein Radiosender wird gesucht. Fragmente von Original-Kommentaren historischer WM-Spiele unterbrechen und rhythmisieren das eintönige Hin- und Herfahren. Die Kommentare fragmentarisch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Erzählung – angelegt wie einzelne Mosaikstücke, die aus der Erinnerung auf- und wieder abtauchen. Beginnend mit der WM in Bern und abschließend mit dem Ausscheiden der Deutschen in Lyon.
Ein Platzwart mäht den Stadionrasen. Dies entschlüsselt sich für Hörer erst in Zusammenhang mit den Fußballkommentaren; innerhalb der Ausstellung zusätzlich durch das mit Kopien von Buchdoppelseiten gebildete Linienbild des Fußballfeldes.
Dank an Günther Horster

 

one of those days artistbook
artistbook, 2006

Unikatbuch mit DVD
Sammlung Klingspor

Luck and Consumption Project_011_2006

Glück und Konsum – Aspekte der Verdinglichung
Ausstellung Fluxus-Freunde Wiesbaden e.V. und öffentlicher Raum Wiesbaden
Ausstellungskonzept, kuratiert von: Haike Rausch, Torsten Grosch, 431art.org

 

Glück und Konsum – ein Thema, das gerade in einer Zeit von grossen Einsparungen von gesellschaftlicher Relevanz ist und für das Individuum an Bedeutung gewinnt., in dem es neu befragt wird. Die Arbeiten thematisieren unsere Beziehung zu Glück und Konsum im Spannungsgefüge dieser Pole.Die teilnehmenden Künstler kommen aus ganz Deutschland und sind zum Teil international tätig. Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeiten liegt auf Installation und Objekt/Skulptur.
Teil des Ausstellungskonzeptes ist, die künstlerischen Exponate mit der realen Konsum- und Warenwelt zu verbinden: Im Vorfeld der Ausstellung fand eine Ausdehnung in den öffentlichen Raum statt.

Teilnehmende Künstler an diesen Ausstellungen sind:

 

Marc Behrens, Frankfurt
Martina Biesenbach, Köln
Torsten Grosch, 431art, Mainz
Friedrich Engstenberg, Leverkusen
Sandra Heinz, Mainz
Dorothea Koch, Hamburg
Gudrun Löbig, Hamburg
Gabriele Luetgebrune, Cuxhaven
Marion Maria Menzel, Köln
Sarah Nagelschmidt, Köln
Ute Nagelschmidt, Köln
Haike Rausch, 431art, Frankfurt
Christiane Schlieker-Erdmann, Witten
Ingrid Schütz, Berlin/Stuttgart
Hildegard Wagner, Volxheim

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Rita Thies, Kulturdezernentin a.D. und von Dr. Stefan Soltek, Leiter Klingspor Museum Offenbach/Main.
Der Katalog ist 36-seitig, zweisprachig, durchgehend vierfarbig (ISBN 3-00-018370-1, Euro 14,80) und wurde mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst realisiert.

„Glück und Konsum“ ist Teil eines Ausstellungsprojektes zum Thema Glück, welches 2004 von Martina Biesenbach in Köln ins Leben gerufen wurde. Weitere Ausstellungen sind in Planung.

 

luck and consumption vineevent
exhibition, 2006

 

 

Ausstellungsbezogene Weinverkostung, die Kunstwerken unterschiedliche Weinsorten zuordnet.
Konzept und Präsentation: Gerrit und Barbara von Velsen.

Lemna Minor Project_010_2005

square I & II [ Isles in the sea of protein ]
installation, 2005

 

 

Die Klärbeckeninstallation bezieht sich auf die räumlichen Gegebenheiten im stillgelegten Klärwerk Maaraue, inbesondere auf das Biobecken 2 – ein langes schmales, mit Wasser gefülltes Becken und bezieht bewußt die Materialität des amorphen Teppichs von Wasserlinsen auf der Wasseroberfläche mit ein. Diese organische amorphe Oberfläche wirkt stabil, ist tatsächlich jedoch recht fragil. Durch einen ins Wasser geworfenen Stein etwa, teilt sich der organische Teppich und offenbart plötzlich die Tiefe des sich darunter erschließenden Raumes in Form von Wasser und Dunkelheit, um sich dann wieder zu schließen.
Mit Square I & II unterbrechen wir diese amorphe Oberfläche mit zwei quadratischen schwimmenden Körpern, bzw. quadratischen Flächen für die Dauer der Installation und gliedern so den Beckenraum. Beide Schwimmkörper durchdringen den durch Wasserlinsen gebildeten Teppich auf der Wasseroberfläche und verbinden ihn gleichzeitig mit dem umgebenden Raum.

Square I öffnet zur Tiefe des Beckenraumes: durch eine in der Mitte des Schwimmkörpers aufliegende Glasscheibe wird die von Wasserlinsen befreite Wasseroberfläche durch eine quadratische Aussparung im Innern des Schwimm-körpers sichtbar. Inmitten einer aus Wasserlinsen gebildeteten Fläche schwimmt so ein Quadrat, dessen Innenraum die einzig sichtbare Wasseroberfläche im Becken birgt. An den Innenrändern der Aussparung erhellen – tags kaum wahrnehmbar – Leuchtdioden den Binnenraum, was dazu führt, das nachts ist lediglich dieses innere, auf die Tiefe verweisende Quadrat zu sehen ist.
Square II verweist auf den umgebenden Raum durch einen in der Mitte aufliegenden quadratischen Spiegel. Dieser reflektiert die Umgebung, insbesondere Teile des Himmels. Mit abnehmendem Tageslicht wird auch die Reflektion der Umgebung im Spiegel dunkler, bis sie schließlich mit dem Schwimmkörper in die Dunkelheit taucht.
Gleichzeitig wird mit zunehmender Dunkelheit das Licht des Binnenraums von Square I deutlicher sichtbar, bis es schließlich still in der Dunkelheit scheint.
Nur während der Zeit der Dämmerung, im Zwischenraum von Tag und Nacht sind schon das Licht innerhalb Square I und noch die Reflektion der Umgebung im Spiegel von Square II zu sehen.
Mit der Nacht verschwindet Square II – die Reflektion der Dunkelheit in der Dunkelheit, der umgebende Raum und Himmel, alles taucht in die Schwärze der Nacht und birgt doch mit dem Licht von Square I schon den Beginn des nächsten Tages in sich.
Eine Arbeit zu Stille, Zeit und dem Zyklus des Lebens in Gestalt des ewigen Wechsels von Tag und Nacht.Der Titel verweist auf die Tatsache, das die Wasserlinse eine Pflanze mit 43% Proteingehalt ist.
Dank an Michael Recker.

lemna minor laboratory 01
installation, 2005

Im Laborraum – einer Rauminstallation in einem Gewächshaus – befinden sich Petrischalen mit unterschiedlicher Menge von Wasserlinsen unter Pflanzleuchten. Auf einer zweiten von unten beleuchteten Milchglasscheibe schwimmen Wasserlinsen in transparenten amorph geformten Schalen.
Das Labor ist nicht begehbar. An zwei Seiten befinden sich nach außen hin sichtbar Texte zu Wasserlinsen und den Bereichen, in denen sie bereits zum Einsatz kommen: Ernährung, Wasserreinigung, Medizin, Schadstofftests, Algenbeseitigung etc..
Das Labor fungiert als Impulsgeber für das innere Gedanken- und Wahrnehmungslabor des Menschen.

 

clearing soup
performance, 2005

 

 

Kochaktion, Video, 9:45, 2005
Kochaktion zur Finissage im Klärwerk Maaraue Wiesbaden. Unter freiem Himmel mit Blick auf die umliegenden Klärbecken wurde Wasserlinsensuppe nach eigenem Rezept gekocht. Die Wasserlinse – Entengrütze bildet sich auf stehenden Gewässern und ist die am schnellsten wachsende höher entwickelte Pflanze mit 43% Proteingehalt. Sie bildete sich auf der Wasseroberfläche der Becken im stillgelegten Klärwerk. Wasserlinsen werden auf Teichen meist als störend und schädlich empfunden, da sie auf der Wasseroberfläche sehr schnell einen dichten Teppich bilden, der alles Leben unter dieser Fläche aufgrund des Fehlens von Licht unmöglich macht. Das sie essbar und darüberhinaus auch sehr schmackhaft sind, ist recht unbekannt. Das Umfeld Klärwerk mit seiner vormaligen klärenden Funktion des Wassers von Fäkalien – dem Abfallprodukt unserer Nahrung – mag das besonders abwegig erscheinen lassen.
Die Aktion wurde filmisch dokumentiert (DVD).

fluxus rooms Project_009_2005

frequency digestion

performance, 2005, videoinstallation

 

 

[Video Wasser 60 sek loop; Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde]
Testen Sie den Geschmack von Musik.
Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde, boten wir zum Geschmackstest an. Hat Schwingung/Musik, d.h. flüchtige Information die Kraft, den Geschmack von Wasser zu verändern und wie schmeckt ein klassisches Stück oder HipHop?

 

relaxation scene – do not cross

installation, 2005

 

 

Raum- und Sound-Installation
[Massageliege, Projektionsleuchten, Wasserkreislauf,; Sound: Herzschlag]
Fluxus Freunde Wiesbaden e.V., Bundesrepublik Deutschland

Auf die Kreide-Umrisszeichnung eines Liegenden wird von unten in einem Kreislauf fließendes Wasser auf die Bereiche projeziert, in denen das Gehirn und das Herz liegt.
Titel und Kreideumriss auf schwarzem Grund spielen auf die Umrisszeichnung zur Tatortsicherung nach Verbrechen an. Die Projektion und Sound eines Herzschlages stellen die Frage nach der Definition von Leben oder Tod.

endorphin 1.1 – betarelease Project_008 seit 2004

2004 – fortlaufend

 

endorphin 1.1 | betarelease – cologne

installation, 2004, exhibition cologne

Installation im Hohlkörper der Deutzer Bridge, Köln, begonnen 2004 – fortlaufend: Metallregal, mit Wasser gefüllte Flaschen, Wasserkanister, Metallschale, Tropf mit Schlauch und Leuchtdiode, Kontaktmikrophon, Audiobox; Tisch, Stuhl, Feedback-Box.

“Glück” ist schwer zu verallgemeinern, es bezeichnet individuelle seelische Verfassungen, Empfindungen von Lust oder euphorischer Begeisterung. Zudem läßt es sich nur im Kontrast zu anderen, unangenehmen Erfahrungen genießen. Daher kann es kein fortdauernder Zustand sein, sondern wird als etwas Ephemeres erlebt, es sei denn, es begegnet uns als Versprechen jenseitiger Seeligkeit. Oft erscheint Glück so als etwas zu Suchendes oder noch zu Erreichendes. Rein physiologisch hängt das Gefühl von Freude oder Glück mit der körpereigenen Ausschüttung von Endorphinen zusammen.
Die Installation „Endorphin 1.1 Betarelease“ hält vor diesem Hintergrund ein besonderes Angebot bereit: In einem Metallregal befindet sich ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar.Dazwischen, auf der mittleren Regalebene, sieht man, wie sich Wasser aus einem Schlauch allmählich um eine Leuchtdiode sammelt und, einem Destillat gleich, Tropfen für Tropfen in eine Metallschale fällt. Dieser Vorgang ist zugleich akustisch verstärkt zu hören. Es scheint, als würde das mit den Glücksmomenten ‘beseelte’ Wasser in einem alchemistischen Prozeß gewonnen.Durch das Angebot an ‘Substanzen’ wird das Streben nach Glück nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet. Als Betaversion fordert die Installation ihn darüber hinaus auf, die Versuchsanordnung zu testen und zu vervollkommnen, um schließlich zu einem Final Release zu kommen. (Martin Doll)
Dank an Martina Biesenbach

16:1 Project_007_2003

Situationsbezogene Arbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Munitionslagers Bad Kreuznach in einem von 12 identischen Lagern der us-amerikanischen Streitkräfte. Durch eine Lichtschleuse gelangt der Besucher in das Innere des Raumes. Hier ist es fast völlig dunkel. Der Boden ist mit Sand bedeckt. Haben sich die Augen des Betrachters an die Dunkelheit gewöhnt, ist ein mit Stacheldraht umzäunter Steinkreis aus 16 Steinen zu sehen, der für den Besucher einen Zugang bietet.
Im Inneren des Steinkreises befindet sich eine quadratische metallene Bodenplatte, an deren Längsseiten weiße Leuchtdioden mittig versenkt sind. Betritt man diese Platte, wird in einem der 16 Steine ein Laserstrahl aktiviert, der über 5 Spiegel an 5 Steinen umgelenkt wird. Der Besucher steht so einem Steinkreis, umgeben von einem Sechseck gebildet aus einem Laserstrahl. Sichtbar sind zunächst nur rote Laserreflexionen auf den Spiegelplättchen und der Laser selbst. Nimmt man jedoch Sand aus der bereitstehenden Schale und wirft diesen in den
Strahlengang, so wird der Laserstrahl sichtbar. Die Spiegel der übrigen Steine sind nach außen in Richtung des Stacheldrahtes gerichtet.

Der Stein war das erste archaische Projektil des Menschen. In heutiger Kriegstechnik schafft die technologische Komponente eine anonyme distanz zwischen Schützen und Ziel. Die Zielmarkierung findet über Bildschirm und Tastenfeld statt, der Abschuß per “Joystick” oder Tasteneinabe gleicht dem Gestus in einem Computerspiel.
Im Steinkreis der Installation kann der Besucher den von ihm ausgelösten Laserstrahlmittels streuen / säen des Sandes sichtbar machen. Hierzu gibt es keine weitere Anleitung. Einzig die Schale mit Sand, die auf dem Boden steht verführt zu der zu vollziehenden Geste.
Über einen Sprachchip ist der Sound vom Nicht-Empfang eines Radiosignals zu hören: weißes Rauschen vermittelt die absenz eines gesendeten Signals. Zusammen mit dem Sand steht es für Öde, Wüste, Leere nach Zerstörung.
Abwesenheit von Leben.
Eine Tafel an der Wand beschreibt die Zahlensymbolik zu 16; in der Dopplung also 1616: die babylonische Sprachverwirrung. Denn: „Wo Worte aufhören zu vermitteln, beginnt Krieg“.

Mit Hintersinn haben Haike Rausch (Frankfurt) und Torsten Grosch (Mainz) die babylonische Sprachverwirrung als Ausgangspunkt ihrer Installation genommen. Sie sagen: “Wenn Worte aufhören, fängt der Krieg an.”
Über eine Lichtschleuse betritt man einen abgedunkelten Raum, entdeckt eine Sandfläche als “wüstes Land”, sieht einen Steinkreis, der von Stacheldraht eingezäunt ist. Tritt der Besucher auf eine Platte, produziert er einen Laserstrahl und schickt symbolisch ein Projektil los. AZ Bad Kreuznach 13.9.2003

fluxus & zen Project_005_2002

Installationen zu den Begriffsfeldern Baden und Einkehr in einem ehemaligen jüdischen Badehaus in Wiesbaden.
Von einer gestreckten räumlichen Flucht zweigen rechts und links Badekabinen ab, die zum Teil mit einem im Boden eingelassenen, über Stufen zugänglichen Badebecken versehen sind. Allen Kabinen gemein ist eine durchgehende helle Kachelung der Wände, des Bodens und des Beckens. Sie sind mit verschließbaren Türen versehen um die Privatspäre des Badenden zu gewähleisten, jedoch nach oben hin offen.

 

time stone
installation, 2002, by t.grosch

 

 

Video-, Raum- & Soundinstallation
Die gesamte ehemalige Badekabine ist für die Dauer der Installation mit schwarzem Teppich ausgekleidet und auch nach oben hin geschlossen, einzig das im Boden befindliche Becken und die Stufen wurden ausgespart. Die Tür der Kabine wurde entfernt und gegen einen Vorhang aus schwarzer Gaze ausgetauscht.
Der Besucher tritt von einem hellen Gang in einen Raum vollständiger Dunkelheit. Das Innere des Raumes mutet wie das Innere eines Zeltes an .
Im Kontrast zur Dunkelheit des Raumes steht das weiß gekachelte Badebecken, über dem ein bemooster Sandstein mittels Drähten schwebend verspannt ist. Einzige Licht-Quelle im Raum ist ein von innen leuchtender Wassertropfen. Ein durchgängig tragender Klang füllt den Raum, Außengeräusche verlieren an Präsenz. Dieser Klangraum wird subtil rhythmisiert, indem in größeren zeitlichen Abständen das Geräusch aneinander stoßender Steine – ein kurzes Klicken – zu hören ist.
Wasser fließt durch einen von der Decke hängenden fragilen Schlauch. An dessen Ende sammelt es sich an einer weißen Leuchtdiode, bis sich ein Tropfen vom Licht löst, auf den Stein fällt, über das Moos rollt und in das sich darunter befindende Becken gleitet. Während des Falls bis zum Moment seines Auftreffens wirft der Tropfen einen immer größer werdenden Schatten auf den Stein, in den er dann hineinfällt und sich fließend auflöst. Bei seinem Auftreffen auf dem Beckenboden erzeugt er einen Ton. Nach und nach entsteht ein weiterer von innen leuchtender Tropfen und fällt erneut herunter. So sind in regelmäßigem Rhytmus fallende Wassertropfen zu hören.

Licht, Dunkelheit und Klang schaffen einen Raum der Einkehr, in dem der Besucher Elementarem in einer stilisierten Form begegnet: Rhytmus und Zeit im Zusammenspiel mit Natur.

 

the source
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation
Der Besucher betritt den Raum durch einen Noren (japanischer, in der Mitte geteilter Halbvorhang für Türen oder Durchgänge) aus weißem Vlies. Der Zugang ist somit weder offen, noch geschlossen.  Von oben fällt gedämpftes Licht durch eine halbtransparente Verspannung aus weißem Vlies in den Raum.
Die Installation arbeitet bewußt mit der Materialanmutung der Kacheln: Kalte glatte Wände, an denen nichts haften bleibt. Keine Spuren vorheriger Badegäste, keine Erinnerungen. Beim Eintreten fällt der Blick des Besuchers auf eine große hängende Schriftrolle, die fast bis zur  Wasseroberfläche im Becken reicht. Auf einer durchsichtigen Folie vor weißem Vlies ist das folgende Zitat von Ramana Maharshi zu lesen:

Es genügt, das man sich ausliefert.
Sich auszuliefern heißt, das man sich dem Grund des eigenen Seins übergibt.
Der Ursprung ist in Dir selbst. Übergib Dich ihm.
Das bedeutet, das Du den Ursprung suchen und mit ihm eins werden mußt.

Beugt man sich nun über das Badebecken, von dessen Grund diffuses Licht ausgeht, blickt man durch das Wasser in einen großen Spiegel. Ebenso wie der Text, initiiert der Spiegel ein immerwährendes Feedback, das einem Mantra gleich den Betrachter allein mit sich selbst Zwiesprache halten läßt. Der „Sprung“ wird so zu einem inneren Wagnis –  gleich dem Mutsprung eines Kindes ins tiefe  Wasser.

 

aromabath
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation in Badekabine Nummer 4. Die Installation greift die ursprüngliche Funktion des Raumes auf. Sie zeigt eine Badesituation. Die Tür des Raumes ist geschlossen.
Auf dem Boden neben dem Badebecken befindet sich eine Schale mit Seife, über der Handtuchablage hängt ein locker hingeworfenes Handtuch, auf der Ablage vor dem Wandspiegel steht ein Massage-Öl. Auf dem Etikett steht: ”Aromatherapie”
Das Becken ist gefüllt mit frischem Laub. Davor sind vereinzelt Blätter wie Wassertropfen-Spuren eines zuvor dort Badenden auf den Stufen und auf dem Fußboden liegen geblieben.
Öffnet der Besucher die Tür der Kabine 4, kommt ihm der Duft des frischen Laubs entgegen, Träger der Erinnerung an einen erholsamen Spaziergang im Wald. Gleich dem Eintauchen ins Wasser des Bades taucht der Besucher ein in das Aroma – Bad.

mnemnonic soundscapes Project_004_2002

mnemnonic soundscapes _001 printed matter, soundinstallation, 39 minutes, 23 seconds, looped, stereo

 

mne•mnon•ic
relating to, assisting, or intended to assist the memory
A device, such as a formula or rhyme, used as an aid in remembering.
sound•scape
An atmosphere or environment created by or with sound.

 

 

Die Installation versteht sich als Nachhall einer heute schon fast archaisch anmutenden, mechanischen Klangspäre der Produktion von Schriftstücken und Druckwerken im weitesten Sinne.
Eine Maschine erzeugt einzelne Lettern für den Bleisatz – eine weitere wird mittels einer Tastatur und einer ausgeklügelten Mechanik dazu veranlasst ganze Zeilen zu gießen –
eine Rohrfeder geführt über Papier hinterlässt Tusche auf Ihrem Weg. Die phänomenologische Reihung wäre unendlich fortzuführen. Es wird etwas beschrieben oder bedruckt und hinterläßt die Spur einer Geste – eine Spur auf einem materiellem Medium.

So etwas visuell zu erfassen, es zu imaginieren, vor dem inneren Auge Gestalt annehmen zu lassen mag angehen – aber wie klingt denn das?
Was für ein klangliches Phänomen stellt sich ein, wenn wir an einen Text denken?
Gibt es analog zum inneren Auge das innere Ohr?
Haike Rausch und Torsten Grosch laden Sie ein auf eine akustischen Reise durch ein Labyrinth der Klangphänomene, der Typographie und der Kalligraphie.
Die Reise jedoch endet vor dem – wenn Sie so wollen – temporären Jetzt.
Der rhythmische Klang einer Computertastatur weist den Weg in eine schon längst begonnene Zukunft des digitalen Drucks.
Das Innehalten meint sich zu Erinnern – nicht das Jetzt zu negieren.