Portfolio Categories Installation
431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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Von Bäumen und anderen Wesen Project_056_2016


 

“Wollen Sie den Vorschlag, heimatlose Pflanzen in der Schweiz aufzunehmen, annehmen?”

 

“Wollen Sie den Vorschlag, sich selbst aktiv dafür einzusetzen, Pflanzen in Not zu retten und bei sich aufzunehmen, annehmen?”

 

“Wollen Sie den Vorschlag, die Würde der Pflanzen in die Verfassung aufzunehmen, annehmen?”

 

fragte die “Botanische Eidgenossenschaft” in der Volksabstimmung “Über die bedingungslose Aufnahme heimatloser Pflanzen” die Glarnerinnen und Glarner und bemerkten bald, das direkte Demokratie auch in der Eidgenossenschaft nicht immer reibungslos über die Bühne zu gehen scheint. Die Kantonspolizei bewertete die (wohlgemerkt kommunal bewilligte) Plakataktion im Hinblick eines Generalbundesratsbesuches als zu subversiv und konfiszierte über Nacht kurzerhand 22 der 25 Abstimmungsplakate.

Der Ausstellungsraum “Gepäckausgabe” selbst mutierte zum grünsten Abstimmungsbüro der Schweiz. Über einer dick aufgetragenen Holzschnitzelschicht schwebten jung entwurzelte Buchen vor dem Film über die Rettung von 33 Buchensetzlingen aus dem Kelsterbacher Bannwald. Die Installation stellte den in Deutschland verwendeten Begriff des Bannwald dem in der Schweiz verwendeten Begriff des Schutzwaldes gegenüber. Holz war in verschiedenen Verarbeitungsstufen sichtbar. Neben den frisch entwurzelten Buchen, waren Holzschnitzel, Holzlatten, sowie das Holzparkett des Raumes Teil der Installation.

Text: Gepäckausgabe, 431art

BLUE HOPI E10 02 Project_053_2015

Blue Hopi E10 – Mit Essen fährt man nicht

 

Kaiser & Cream, Wiesbaden 2015
431art – Haike Rausch, Torsten Grosch
Material: Benzinkanister, Mais, 12 Teller

 

 

Die Arbeit nimmt kritisch Stellung zur Thematik Biosprit und ihren Folgen. Die Preise für das Grundnahrungsmittel Südamerikas explodieren. Für den Anbau des Mais in Monokulturen werden riesige Flächen gerodet, und in Folge Prärien in den USA dezimiert. Weltweit hungern 852 Millionen Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika/Karibik, obwohl es weltweit ausreichend Nahrungsmittel für alle Menschen gibt. Die Produktion von Biosprit aus Mais ist nicht nur umweltschädlich, sie ist auch aus ethischer Sicht extrem fragwürdig.

 

Aus einem orangefarbenen Benzinkanister ergießt sich ein Strom aus Mais, der wellenförmig in den Raum fließt. Um den Kanister sind kreisförmig 12 Teller angeordnet, die jedoch leer bleiben. Dieser Kreis spielt an auf die Tafelrunde von König Artus, die die erste Form des runden Tisches war, der heute beispielsweise von der UNO genutzt wird.

 

2015 Internationales Waldkunstzentrum Damstadt, öffentlicher Raum
2016 “We graciously interfere with your perception”, Kaiser & Cream Wiesbaden
2017 “Urban Nature Art”, Städtische Galerie Dreieich

Dropzone Heimat ProjectT_050_2014

Als Dropzone bezeichnet man den Landeplatz eines Fallschirmspringers. Was genau ihn dort erwartet, lässt sich nicht vollständig prognostizieren.Ganz ähnlich verhält es sich mit einem Umzug in eine neue Heimat. Dafür haben wir die Metapher des Samens gewählt. Entsteht Heimat also dort, wo Verwurzelung gelingt? Für diese Frage schufen wir das poetische Bild fallender Ahornsamen, die sich in ihrem Flug nach unten propellerartig drehen. Die Installation war auf dem Frankfurter Riedberg zu sehen; einem Frankfurter Bezirk, dessen Bauphase bis 2020 abgeschlossen sein soll und der dann 16.000 Einwohner haben soll.

International Airport Schöppingen Project_049_2014

International Airport Schöppingen
Aktion und Installation anlässlich 5 Jahre botanoadopt

 

Im Jahr 2009 rettete botanoadopt 33 Buchensetzlinge vor den Rodungsarbeiten im Kelsterbacher Bannwald – die anlässlich des Baus der neuen Start- und Landebahn am Frankfurter Flughafen stattfanden – und verpflanzte sie auf das Gelände der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen zu einem neuen Bannwald.

 

2014 realisierten Grosch und Rausch eine temporäre Start- und Landebahn im Schöppinger Bannwald. Zwei Tage erhielt die Gemeinde im Münstlerland einen internationalen Flughafen mit dauerhafter Internetpräsenz. Bei einem öffentlichen Modellflugwettbewerb galt es, den Bannwald ohne Schäden zu durchfliegen und sicher zu landen. LED-Lichter markierten die Landebahn für eintreffende Flieger. Das Video „Schöppingen International Airport“ verbindet die Soundkulisse von Großflughäfen mit den filmischen Aufnahmen des Flugwettbewerbs, bei dem ausschließlich nicht motorisierte Flieger zu Einsatz kamen und ist auf der projekteigenen website zu sehen.

 

 

www.botanoadopt.org

 

airport.431art.org

 

In der angrenzenden Museumsscheune wurde die flughafeneigene Airport Gallery ins Leben gerufen, in der die Installation “Paradies versus die letzten Ihrer Art – Die tropische Zimmerpflanze als Projektionsfläche” zu sehen war.

Paradies versus die letzten ihrer Art Project_048_2014

»Paradies versus die letzten ihrer Art – die tropische Zimmerpflanze als Projektionsfläche«

 

Der überwiegende Teil der Zimmerpflanzen besteht aus tropischen Pflanzen. Ihre Bedeutung unterlag einem starken Wandel – vom Forschungsobjekt hin zum heutigen Dekorationsartikel, der nicht zuletzt in der Verfügbarkeit von Natur und der Erreichbarkeit anderer Kontinente begründet liegt. In den 1970er Jahren hatten die Fototapete und die tropische Zimmerpflanze eins gemein: sie waren Projektionsfläche der Sehnsucht nach dem Paradies auf Erden. Im Unterschied zur Tapete jedoch versprach das pflanzliche Lebewesen ein Stück „echte“ Natur. Konnte sich in den 1970er Jahren nur ein kleiner Personenkreis Fernreisen leisten, so gehören diese im 21. Jahrhundert zum Urlaubsalltag. Tropische Zimmerpflanzen versprechen noch heute ein Stück Exotik in den eigenen vier Wänden, auch wenn das pflanzliche Lebewesen längst ein billiger Dekorationsartikel geworden ist. Doch wie ist es um die Natur in den Herkunftsländern heute bestellt?
Entspricht das – auch in Reiseprospekten suggerierte – Bild einer idyllischen Natur inzwischen nicht eher einer Parallelwelt zu einer Realität, die geprägt ist durch massiven Raubbau an der Natur und darin begründeten Klimakatastrophen in Form von Tsunamis, Erdbeben, Wirbelstürmen und Überschwemmungen? Sind Zimmerpflanzen heutzutage also nicht eher Ausdruck des Wunsches nach einer unbegrenzt nutzbaren Natur und einem allseits verfügbaren Naturparadies? Oder sind die tropischen Gewächse im 21. Jahrhundert gar die letzten Hoffnungsträger unserer „zivilisierten Welt“, die ihr Dasein im geschützten Raum eines Zimmers führen, während der Lebensraum ihrer ArtgenossInnen in freier Natur zunehmend dezimiert wird?
Am Beispiel des tropischen Regenwaldes erforscht das Künstlerduo 431art die obige Thematik mit künstlerischen Mitteln. Zu sehen sind farbige Abbildungen tropischer Zimmerpflanzen vor grob gerasterten Fotografien abgeholzter oder brandgerodeter Regenwälder, d.h. vor dem aktuellen Szenario ihrer Herkunftsvegetation. Die Collagen, die in der Heimatscheune auf dem Gelände der Stiftung ausgestellt wurden, trafen hier auf den Kontext der landwirtschaftlich nutzbar gemachten Natur.

 

2014 Airport Gallery Schöppingen
2015 Elternhaus, Dreieich
2015 “natural affairs” Quadrart Dornbirn
2016 “We graciously interfere with your perception”, Kaiser & Cream Wiesbaden
2016 “Interfere Now”, Internationales Waldkunstzentrum Darmstadt

Moss visitors from outer space Project_047_2014

sculpture, 2014, sculptures in public forest

 

431art stellt die Evolutionshypothese auf, das alles Leben auf der Erde aus den Moosen entstanden ist. Diese gelangten einst durch einen Meteoriteneinschlag auf die Erde. Aus den Moosen entwickelte sich dann der gesamte uns bekannte Kosmos der Pflanzenwelt des Waldes, der einen Lebensraum für Pilze, Tiere und humanoide Lebensformen bildet. 431art betrachtet den Lebensraum der Moose – den Wald – als die Urform des sozialen Lebensraums.
Die Arbeit besteht aus einem nachtlichtfluoreszenten Meteoriten und drei Sitzkuben.

“Moss visitors from outer space” setzt das Leben der Erde in Relation zu dem des gesamten Kosmos und eröffnet somit grundsätzliche Fragen nach unserer Herkunft und Bedeutung. Der Standort der Arbeit liegt nahe der Darmstädter Sternwarte.

Der Titel rekurriert zudem auf Sciencefiction-Filme aus den 1950er Jahren, in denen die Invasion fremder Spezies auf der Erde ein häufiges Sujet war.

 

Video

SMS to the Pelican Project_046_2014

Interaktive Laserprojektion mit live projizierten Texten

 

 

 

SMS-Nachrichten lassen einen Pelikan vom Dach des Bolongaropalastes abheben. Animation und Live-SMS. Es entsteht ein interaktives Happening, das in einem medialen Dialog Gestalt annimmt.

Work smart – Play smart Project_045_2014

Animierte Lichtinstallation

 

 

Ein Hund jagt einem Stock hinterher. Die Projektion in der Ästhetik früher Computerspiele ist eine Allegorie für das menschliche Streben auf direktem Wege zum Ziel zu kommen. Sie thematisiert auch die Jagd nach dem Geld mit all ihren positiven und negativen Konnotationen.

Luminale – Biennale des Lichts Frankfurt/Main

If Art is boring, Change your Shoes Project_044_2013

Die Arbeit entstand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kunstvereins Ahlen. Der Kunstverein ist in einer ehemaligen Schuhfabrik beheimatet.
Die Arbeit besteht aus einer dauerhaften Arbeit im öffentlichen Raum (Parkplatz angrenzend an den Kunstverein), einer partizipativen Aktion und einer temporären Installation.

 

Vor den Feierlichkeiten wurde der ans Gebäude angrenzende Parkplatz von 431art mit einer dauerhaften Arbeit versehen: der relativ triste Ort wird durch einen künstlerischen Eingriff als Treffpunkt unterschiedlicher Interessensgruppen inszeniert.

Das künstlerische Konzept sieht vor, verschiedene Schuhabdrücke – flächig, einfarbig und stilisiert – mittels Schablonen und Straßenmarkierungsfarbe  auf dem Boden aufzusprühen. Die Anordnung dieser Abdrücke visualisiert verschiedenen Situationen und Begegnungen auf dem Parkplatz

Die Schuhabdrücke verwandeln den leeren Parkplatz vor den Augen der Betrachter zu einem belebten Ortes, den die Imagination seiner BetrachterInnen mit Geschichten füllt: die Gruppe Jugendlicher beim Abhängen, der Geschäftsmann eilig aussteigend, das Paar auf dem Weg zum Besuch des Kunstvereins, eine Gruppe den Wagen beladend, drei Personen im Gespräch vertieft etc..

Die Farbe Gelb als Fahrbahnmarkierung hebt die Farbe weiss auf. Der Parkplatz wird zu einem Ort der Begegnung.

Blue Hopi E10 – Mit Essen fährt man nicht Project_043_2013

Installation im öffentlichen Raum

 

StadtgARTen – Vogelfrei 10 Urbanität, Mobilität, Freiheit

 

Material: Orangefarbene Benzinkanister /Stahl, blauer Mais Sorte “blue hopi”

Das Projekt “Blue Hopi E10” nimmt kritisch Stellung zur Thematik Biosprit. “Biosprit”, an den Zapfsäulen durch die Kennzeichnung “E10” erkennbar, erweckt schon allein durch die Bezeichnung “Bio” den Anschein, ein ökologisch wertvolles Produkt zu sein. Wäre er für alle Motoren geeignet, würde eine große Zahl der sich als umweltbewußt bezeichnenden Menschen Biosprit tanken.
Seit das Grundnahrungsmittel Lateinamerikas in Folge der steigenden Nachfrage jedoch an den internationalen Börsen gehandelt wird, haben sich die Preise für das Grundnahrungsmittel Lateinamerikas vervielfacht – und wird für die dort lebenden Menschen zum ernsthaften Kampf um die tägliche Mahlzeit.

 


 

Für diese komplexe Thematik mit ihren wirtschaftlichen Verflechtungen und Folgen wollte 431art ein prägnantes Bild schaffen.
Im öffentlichen Raum in Darmstadt stehen 2 Gruppen orangefarbener Benzinkanister, bestehend aus jeweils 6 orangefarbenen 20-Liter- Stahlkanistern. Die Kanister stehen leicht gekippt mit der unteren Spitze im Boden eingelassen, so das die Gießrichtung zum Boden zeigt.
An der oberen Kante haben sie eine rechteckige Öffnung, so das sie mit Erde befühlt und mit Mais bepflanzt werden können.
431art verwendet Bioland-Saatgut einer Mais-Ursorte – den “blue hopi”. Diese Sorte Saatgut war das Grundnahrungsmittel der Hopi Indianer und wurde zu Mehl gemahlen.
Sie wird heute oft als Ziermais verwendet. Ursprünglich jedoch kam “blue hopi” gemahlen als Tortillamehl zum Einsatz.

Ein Teil der Ernte wird später zu Maismehl verarbeitet – und abgefüllt in kleine Gläser, als „Blue Hopi E 10 Gourmet“ angeboten. Ein weiterer Teil der Ernte Teil wird als Saatgut weiter eingesetzt.