Portfolio Categories Installation
431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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fluxus & zen Project_005_2002

Installationen zu den Begriffsfeldern Baden und Einkehr in einem ehemaligen jüdischen Badehaus in Wiesbaden.
Von einer gestreckten räumlichen Flucht zweigen rechts und links Badekabinen ab, die zum Teil mit einem im Boden eingelassenen, über Stufen zugänglichen Badebecken versehen sind. Allen Kabinen gemein ist eine durchgehende helle Kachelung der Wände, des Bodens und des Beckens. Sie sind mit verschließbaren Türen versehen um die Privatspäre des Badenden zu gewähleisten, jedoch nach oben hin offen.

 

time stone
installation, 2002, by t.grosch

 

 

Video-, Raum- & Soundinstallation
Die gesamte ehemalige Badekabine ist für die Dauer der Installation mit schwarzem Teppich ausgekleidet und auch nach oben hin geschlossen, einzig das im Boden befindliche Becken und die Stufen wurden ausgespart. Die Tür der Kabine wurde entfernt und gegen einen Vorhang aus schwarzer Gaze ausgetauscht.
Der Besucher tritt von einem hellen Gang in einen Raum vollständiger Dunkelheit. Das Innere des Raumes mutet wie das Innere eines Zeltes an .
Im Kontrast zur Dunkelheit des Raumes steht das weiß gekachelte Badebecken, über dem ein bemooster Sandstein mittels Drähten schwebend verspannt ist. Einzige Licht-Quelle im Raum ist ein von innen leuchtender Wassertropfen. Ein durchgängig tragender Klang füllt den Raum, Außengeräusche verlieren an Präsenz. Dieser Klangraum wird subtil rhythmisiert, indem in größeren zeitlichen Abständen das Geräusch aneinander stoßender Steine – ein kurzes Klicken – zu hören ist.
Wasser fließt durch einen von der Decke hängenden fragilen Schlauch. An dessen Ende sammelt es sich an einer weißen Leuchtdiode, bis sich ein Tropfen vom Licht löst, auf den Stein fällt, über das Moos rollt und in das sich darunter befindende Becken gleitet. Während des Falls bis zum Moment seines Auftreffens wirft der Tropfen einen immer größer werdenden Schatten auf den Stein, in den er dann hineinfällt und sich fließend auflöst. Bei seinem Auftreffen auf dem Beckenboden erzeugt er einen Ton. Nach und nach entsteht ein weiterer von innen leuchtender Tropfen und fällt erneut herunter. So sind in regelmäßigem Rhytmus fallende Wassertropfen zu hören.

Licht, Dunkelheit und Klang schaffen einen Raum der Einkehr, in dem der Besucher Elementarem in einer stilisierten Form begegnet: Rhytmus und Zeit im Zusammenspiel mit Natur.

 

the source
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation
Der Besucher betritt den Raum durch einen Noren (japanischer, in der Mitte geteilter Halbvorhang für Türen oder Durchgänge) aus weißem Vlies. Der Zugang ist somit weder offen, noch geschlossen.  Von oben fällt gedämpftes Licht durch eine halbtransparente Verspannung aus weißem Vlies in den Raum.
Die Installation arbeitet bewußt mit der Materialanmutung der Kacheln: Kalte glatte Wände, an denen nichts haften bleibt. Keine Spuren vorheriger Badegäste, keine Erinnerungen. Beim Eintreten fällt der Blick des Besuchers auf eine große hängende Schriftrolle, die fast bis zur  Wasseroberfläche im Becken reicht. Auf einer durchsichtigen Folie vor weißem Vlies ist das folgende Zitat von Ramana Maharshi zu lesen:

Es genügt, das man sich ausliefert.
Sich auszuliefern heißt, das man sich dem Grund des eigenen Seins übergibt.
Der Ursprung ist in Dir selbst. Übergib Dich ihm.
Das bedeutet, das Du den Ursprung suchen und mit ihm eins werden mußt.

Beugt man sich nun über das Badebecken, von dessen Grund diffuses Licht ausgeht, blickt man durch das Wasser in einen großen Spiegel. Ebenso wie der Text, initiiert der Spiegel ein immerwährendes Feedback, das einem Mantra gleich den Betrachter allein mit sich selbst Zwiesprache halten läßt. Der „Sprung“ wird so zu einem inneren Wagnis –  gleich dem Mutsprung eines Kindes ins tiefe  Wasser.

 

aromabath
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation in Badekabine Nummer 4. Die Installation greift die ursprüngliche Funktion des Raumes auf. Sie zeigt eine Badesituation. Die Tür des Raumes ist geschlossen.
Auf dem Boden neben dem Badebecken befindet sich eine Schale mit Seife, über der Handtuchablage hängt ein locker hingeworfenes Handtuch, auf der Ablage vor dem Wandspiegel steht ein Massage-Öl. Auf dem Etikett steht: ”Aromatherapie”
Das Becken ist gefüllt mit frischem Laub. Davor sind vereinzelt Blätter wie Wassertropfen-Spuren eines zuvor dort Badenden auf den Stufen und auf dem Fußboden liegen geblieben.
Öffnet der Besucher die Tür der Kabine 4, kommt ihm der Duft des frischen Laubs entgegen, Träger der Erinnerung an einen erholsamen Spaziergang im Wald. Gleich dem Eintauchen ins Wasser des Bades taucht der Besucher ein in das Aroma – Bad.

mnemnonic soundscapes Project_004_2002

mnemnonic soundscapes _001 printed matter, soundinstallation, 39 minutes, 23 seconds, looped, stereo

 

mne•mnon•ic
relating to, assisting, or intended to assist the memory
A device, such as a formula or rhyme, used as an aid in remembering.
sound•scape
An atmosphere or environment created by or with sound.

 

 

Die Installation versteht sich als Nachhall einer heute schon fast archaisch anmutenden, mechanischen Klangspäre der Produktion von Schriftstücken und Druckwerken im weitesten Sinne.
Eine Maschine erzeugt einzelne Lettern für den Bleisatz – eine weitere wird mittels einer Tastatur und einer ausgeklügelten Mechanik dazu veranlasst ganze Zeilen zu gießen –
eine Rohrfeder geführt über Papier hinterlässt Tusche auf Ihrem Weg. Die phänomenologische Reihung wäre unendlich fortzuführen. Es wird etwas beschrieben oder bedruckt und hinterläßt die Spur einer Geste – eine Spur auf einem materiellem Medium.

So etwas visuell zu erfassen, es zu imaginieren, vor dem inneren Auge Gestalt annehmen zu lassen mag angehen – aber wie klingt denn das?
Was für ein klangliches Phänomen stellt sich ein, wenn wir an einen Text denken?
Gibt es analog zum inneren Auge das innere Ohr?
Haike Rausch und Torsten Grosch laden Sie ein auf eine akustischen Reise durch ein Labyrinth der Klangphänomene, der Typographie und der Kalligraphie.
Die Reise jedoch endet vor dem – wenn Sie so wollen – temporären Jetzt.
Der rhythmische Klang einer Computertastatur weist den Weg in eine schon längst begonnene Zukunft des digitalen Drucks.
Das Innehalten meint sich zu Erinnern – nicht das Jetzt zu negieren.

Transformationen | Galerie Carola Weber, Wiesbaden Project_003_2002

In der 2001 entstanden filmischen Arbeit „Fünf Elemente“ wird versucht, die unterschiedlichen Aggregatzustände der fünf Elemente darzustellen: vom dichtesten Element Erde, über Wasser, Feuer, Luft bis hin zum feinstofflichsten Element Aether. Der Film beschreibt auch eine mögliche Transformation von einem festen Element (Erde) bis hin zu einem sehr flüchtigen Element (Aether).
Im Arbeitszyklus Transformationen wird in der Reflektion der eigenen Arbeit der umgekehrte Prozess vollzogen : von „Zeit und Bewegung“ über „Eingefrorene Zeit, eingefrorene Bewegung“ bis hin zu „Verdichtete Materie“; vom flüchtigsten Medium Film, über das festere Medium Bild bis hin zum „konservierten Bild“ – in Harz eingegossener Bildträger in Stahlskulptur.

 

Eröffnungsrede Stefan Soltek, Klingspor Museum Offenbach

 

 

„Zeit und Bewegung“
Video, Farbe, Ton, 29 Minuten, zu sehen auf Plasmabildschirm
Die Arbeit setzt sich mit den fünf Elementen der indischen Philosophie Erde, Wasser, Feuer, Luft und Aether, die auch in Europa zeitweise das Weltbild bestimmten, auseinander. Die fünf Elemente werden als die ursprünglichen Wurzeln aller sichtbaren Dinge angenommen, von deren Zusammenfügung oder Trennung das Werden und Vergehen der Körperwelt angenommen wird. Die indische Chakrenlehre beschreibt ein System, innerhalb dessen sich der Mensch von Seinsstufe zu Seinsstufe immer weiterentwickelt:
Ausgehend von den rein körperlichen Grund-bedürfnissen (Element Erde) bis hin zu den Aspekten ‘Kommunikation’ und ‘kreatives Ausdrucksvermögen’ stehen die fünf Elemente für die ersten fünf Stufen der Entwicklung des Menschen zu einem spirituellen Wesen.
Im Video ist Haike Rausch als Tänzerin zu sehen, die sich einen weißen Raum mittels Bewegung erschließt. Mit den Mitteln der Bewegungs-unschärfe und Bildüberlagerung wird der durch Tanz dargestellte Aggregatzustand eines jeden Elementes verdichtet.

 

frozen states
photography, 2002

 

„Eingefrorene Bewegung,
eingefrorene Zeit“
Erde, Wasser, Feuer, Luft, Aether
10 Videostills aus der filmischen Arbeit „Fünf Elemente“, 2002
C-prints hinter Acrylglas, 20,5 cm x 29,5 cm

 

Die im Film dargestellte Dynamik und der Aggregatzustand jedes Elements ist in den Bildern weiter verdichtet. Die Serie bestehet aus jeweils zwei Bildern zu einem Element.Die Hände stehen am Anfang (Erde) und Ende (Aether) des Bildzyklus.

 

Erde: von unten kommend, nach oben wachsend;
Wasser: Dymamik und fließende, wellenförmige Bewegung;
Feuer: zerstörerische Kraft und das am stärksten transformierende Element;
Luft: Flüchtigkeit;
Aether: das am meisten feinstofflichste Element.

 

Auf den meisten Bildern sind Close-Ups von Händen oder Gesicht, Oberkörper oder Unterkörper zu sehen. Selten wird die ganze Figur gezeigt. In einigen Motiven ist die Figur durch die Bewegungsunschärfe oder Bildüberlagerungen aufgelöst.

five elements | Alter Bahnhof, Völklinger Hütte Project_002_2001

five elements
PROJECT_001_2001

Videogrossprojektion und Performance
[Video, Farbe, Ton, 29 Minuten]
Alter Bahnhof, Völklinger Hütte, BRD

 

Die Arbeit setzt sich mit den fünf Elementen der indischen Philosophie Erde, Wasser, Feuer, Luft und Aether, die auch in Europa zeitweise das Weltbild bestimmten, auseinander. Die fünf Elemente werden als die ursprünglichen Wurzeln aller sichtbaren Dinge angenommen, von deren Zusammenfügung oder Trennung das Werden und Vergehen der Körperwelt angenommen wird. Die indische Chakrenlehre beschreibt ein System, innerhalb dessen sich der Mensch von Seinsstufe zu Seinsstufe immer weiterentwickelt: Ausgehend von den rein körperlichen Grundbedürfnissen (Element Erde) bis hin zu den Aspekten ‘Kommunikation’ und ‘kreatives Ausdrucksvermögen’ stehen die fünf Elemente für die ersten fünf Stufen der Entwicklung des Menschen zu einem spirituellen Wesen.
„Fünf Elemente“ arbeitet mit Klang-, Text- und Filmelementen , sowie Live-Performance. Ausgangspunkt für die Arbeit an diesem Projekt waren nach eingehenden Recherchen Kompositionen aus natürlichen Geräuschen und digitaler Klangsynthesezu den Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Aether. Jedem einzelnen Element wurden darüber hinaus geflüsterte Texte zugeordnet: Zitate von Apulejos, Gautama Buddha , des Parmenides von Elea, Frater Albertus alias Albert Riedel und Ausschnitte aus den „Erzählungen der Chassidim“.
Die so entstandenen Einzelkompositionen dienen als akustischer Prolog zu den ebenfalls an den einzelnen Elementen orientierten Videosequenzen: In jeder dieser Sequenzen wird der gleiche weiße leere Raum (white-cube) gezeigt. Haike Rausch ist dort als Tänzerin zu sehen, die sich mittels Bewegung und Tanz den Raum in einem vorgegebenen zeitlichen Rahmen von etwa fünf Minuten erschließt. Die Bewegung erfolgte keiner vorher festgelegten Choreographie, sondern wurde in Korrespondenz mit den Klangereignissen improvisiert. Der tänzerische Ausdruck wurde durch Bewegungsunschärfen und Bildüberlagerungen verdichtet.
Bindeglied der einzelnen Filmsequenzen ist ein digital erzeugter dreidimensionaler Raum. Er bildet den Übergang von Element zu Element und ist zugleich Mittler zwischen filmischer Ebene und Live-Performance:
In ein minimalistisches Bühnenbild, ein Iglu-Zelt aus Frühbeetvlies und fünf Lichtstelen, werden nach und nach Gegenstände gebracht: eine Kühlbox, ein Campingstuhl, eine Taschenlampe und andere für den modernen Nomaden nützliche Dinge. Als Kontrapunkt zum Tänzerischen des Filmes werden einfache Handlungen ausgeführt. So werden z.B. Lichtstelen gepflanzt, Wasser wird Schluck für Schluck getrunken, Räucherspiralen werden angezündet. Film- und Live-Ebene sind so ineinander verwoben, daß sie sich sowohl kontrastiv als auch korrespondierend ergänzen.

„… „Fünf Elemente“ ist Konzeptkunst, reales Bühnengeschehen, Videoprojektion.
…Haike Rausch und Torsten Grosch beeindruckten mit Video-Projektion und Performance.“ aus Saarbrücker Zeitung 26.10.2001

Loreley comb Performance Project_001_2001

loreley-comb-performance-video

video, 2001

performancevideo

LORELEY-COMB-PERFORMANCE
PROJECT_001_2001

Performance, Licht- und Soundinstallation
Volxheimer Kunstverein, Volxheim, Bundesrepublik Deutschland

 

Performance, Licht- und Soundinstallation in ehemaligen Weintanks, die durch das Aussägen von rechteckigen Eingängen begehbar gemacht wurden. Von einem Gewölbekeller aus erreicht man 11 glasverkachelte Tanks aus Beton, die rechts und links von einem schmalen Gang abgehen, der seinerseits in einen weiteren Keller mündet.
Die kleinen schlauchartigen Räume bieten neben einer speziellen Akustik auch eine Atmosphäre , die an Gruften erinnert. Die niedrige Eingangs höhe zwingt den Eintretenden , sich leicht zu bücken.
„Loreley-Kämm-Performance“ fand an fünf Sonntagen in zwei sich gegenüberliegenden Räumen / Tanks statt. Beide abgedunkelten Performance-Räume – in dezent blaues Licht getaucht- wurden durch schmale Schläuche verbunden, durch die in einem ewigen Kreislauf Wasser floss. In beiden Räumen wurde dieser Wasserkreislauf mittels einer kleinen Lichtvorrichtung so durchleuchtet, daß davon kreisrunde Licht-Bilder auf eine Leinwand an der Decke projiziert werden konnten.
Gleichzeitig war ein sphärisch tragendes Klanggefüge von ca. 25 Minuten als Loop zu hören. Verarbeitet wurden dafür sowohl natürliche Geräusche (Wasser, Pontons, Schiffe…) und synthetisch generierten Sounds, als auch gesungene und als Text geflüsterte Samples des Loreley-Liedes.

Begibt sich der Besucher von draussen in das Kellergewölbe, nimmt er zuerst den Klang wahr, dem er sich sukzessive nähert. In den hell erleuchteten Gang eintretend, kann er lokalisieren, daß der Klang aus den beiden ersten sich gegenüberliegenden Tanks rechts und links ertönt. Rechts in der Mitte des ersten Tanks / Raumes sitzt Loreley zwischen einigen kleinen Felsbrocken auf einem thronartigen Stuhl und kämmt sich ihr langes Haar. Im Raum links sitzt eine weitere Person – der Photograph – auf einem Hocker in Eingangsnähe nahe einem zurückgezogenen schwarzen Vorhang. Dahinter: zwischen einigen Felsstücken ein Stativ, das auf das spätere Geschehen hindeutet. Die räumliche Enge erinnert an die eines Passbildautomatens.
Von Zeit zu Zeit erhebt sich Loreley von ihrem Thron, nimmt eine der bereitliegenden Haarbürsten und sucht den Blickkontakt mit dem Besucher, um anzudeuten, ihm fünf Minuten lang die Haare zu kämmen. Der Rhythmus des Sounds leitet den Rhytmus des Bürstens, das einer sanften Kopfmassage entspricht. Danach überreicht sie jedem Besucher die Bürste, mit der er gekämmt wurde; denn nur damit wird man in den gegenüberliegenden Raum des Photographen gelassen. Nachdem der Besucher dort eingetreten ist, schliesst der Photograph den schwarzen Vorhang am Eingang. Er erklärt, dass er gerne ein Polaroid-Portrait von der Person anfertigen und signieren lassen würde, dieses aber im Tausch gegen die von Loreley erhaltene Bürste behalten möchte. Anschließend macht er vom Frischgekämmten ein Polaroid-Photound bittet ihn, es zu signieren bevor es ganz entwickelt ist.
Insgesamt 72 Besucher begaben sich an fünf Sonntagen zu Loreley, um sich von ihr fünf Minuten die Haare kämmen, bzw. bürsten zu lassen. Dieser sehr intime Kontakt des Kämmens, bzw. gekämmt werdens fand öffentlich statt;
eingebettet in eine akustische und visuelle Textur aus Motiven wie “Der Rhein” und “Die Loreley”. Der fotografische Prozess der Schaffung eines Erinnerungsbildes – eher ein öffentlicher Vorgang – wurde ins Verborgene verlegt.
Die Portraits sind nur im Internet zu sehen (www.431art.org). Die Kommunikation zwischen Besucher und Loreley, die laut der Sage soviele Schiffer durch ihren Gesang und ihre Gestalt in den Tod riss, lag schwerpunktmäßig im nonverbalen Bereich, diejenige des Photographen hingegen im verbalen Bereich.
Mancher hatte keine Idee, was ihn bei Loreley und im gegenüberliegenden Raum erwartete und wagte es dennoch einzutreten. Die meisten der Besucher genossen den Akt des Kämmens und fielen teilweise in tiefe Entspannung.
Der Gang in den Raum des Photographens gegenüber bot auch die Möglichkeit, im Verborgenen wieder ins Alltagsgeschehen zurückzukehren. Insofern ist das Photographieren auch als ein Bannen zu verstehen.
Kommentare der Besucher waren z.B.: „Ich war bei Loreley in Behandlung“. „Der Kontakt mit dem Weiblichen, den Gefühlen und dann die Begegnung mit dem Männlichen, Technischen“ .