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431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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Ecovention Europe: Art to Transform Ecologies, 1957-2017 Project_059_2017

Von September 2017 bis Januar 2018 fand im Museum für moderne Kiest in Sittard eine Ausstellung mit Exponaten aus 50 Jahren Eco-art statt, kuratiert von der amerikanischen- in Belgien lebenden Kuratorin Sue Spaid. Konzept war, das begleitend künstlerische Aktionen und Interventionen im städtischen Raum von Sittard stattfinden. Zur Ausstellung erschien ein umfassender Katalog, in dem wir mit Arbeiten in folgenden Kapiteln vertreten sind:

 

Section Two: Activism to Publicise Issues/ Monitoring Ecological Problems

Section Seven: Food Security

Section Nine: Oikos

 

Zu den ausgestellten Künstlern gehörten unter anderem:

Joseph Beuys, Uriburu, N55, Harrison Studio, Lara Almarcegui, Cecylia Malik, Teresa Murak, Touchstone collaborations oder Rebecca Chesney

 

 

Wir waren in der Ausstellung mit folgenden Arbeiten vertreten:

 

„5 Elements“, Videoprojektion

„Bannwald“, Videoscreening

„Paradies versus die letzen ihrer Art – Die tropische Zimmerpflanze als Projektionsfläche“, Installation

„Field Research Sittard“, partizipative Fotoskulptur

Die Fotoskulptur enthielt Fotos von Pflanzen im öffentlichen Raum von Sittard, die die Bandbreite deren Situation abzubilden versuchte, indem die Skulptur sowohl Fotos unseres Fieldresearch enthielt, als auch Fotos von Bürger*innen Sittards, die zum Mitmachen aufgerufen wurden. Die Skulptur vervollständigte sich während der dreimonatigen Ausstellungsdauer.

„botanoadopt®“

Geplant war eine Installation mit Adoptivpflanzen innerhalb der Ausstellung, die mit dem Museum besprochen und vertraglich fixiert wurde. Bei unserer Ankunft zum Aufbau wurden wir damit konfrontiert, das Pflanzen im Museum nicht erlaubt seien. Die von der Ausstellung ausgeschlossenen pflanzlichen Individuen wurden daraufhin von uns vor dem Museum fotografiert und die so entstandene Plakatserie in der Ausstellung gehängt. Die Plakatmotive waren alle mit der Textteile „Wij mogen niet naar binnen!“ versehen, was soviel bedeutet, wie „Wir müssen draußen bleiben!“ und vor Metzgereien als Warnhinweis für Hundebesitzer hängt.

Von der ursprünglich geplanten Installation im Museum blieben der Plakataufsteller botanoadopt® und die Adoptionsverträge. Dasursprünglich im Museum geplante Adoptionsbüro fand dann jedoch innerhalb eines zweiwöchigen Projektes im städtischen Raum von Sittard statt und war wenige Meter fußläufig vom Museum für Moderne Kunst; im archäologischen Museum Sittard untergebracht, in dem im Anschluß an unsere Aktion ohnehin umfassende Sanierungsarbeiten geplant waren. (siehe Projekt: botanoadopt® in Sittard„)

 

 

Accidentally Home by Collision Project_058_2017

Im Jahr 2014 entwickelten wir mit dem Projekt „Moss Visitors from Outer Space“ die Evolutionsthese, nach der alles Leben auf der Erde durch den Einschlag eines Meteors entstanden ist, der die Moose als erste Lebensform auf den Planeten brachte.

Bei unseren Untersuchungen im Felsenmeer 2017 fanden wir mancherorts eine fast flächendeckende Ausbreitung von Moosen auf riesigen Gesteinsbrocken, identifizierten einen davon als zweiten Entstehungsort irdischen Lebens und kennzeichneten ihn mit dessen GPS-Daten.

Á bout de souffle – Verschnaufen auf Zeit Project_057_2017

431art / Haike Rausch, Torsten Grosch: Á bout de souffle – Verschnaufen auf Zeit

 

Interaktive Sitzbank

Eine Intervention im öffentlichen Raum, bestehend aus einer interaktiven Sitzbank. Die Bank ist mit einem Sensor ausgestattet, die das Ankommen eines Gastes erfasst und daraufhin ein Soundmodul startet und die Nutzung der Bank kommentiert und reglementiert.

 

Die Installation thematisiert das Verweilen auf Zeit, das Flüchtlinge während und auch nach ihrer Flucht erfahren. Das „Nie wissen, wann man sich ausruhen kann; nie wissen, wann man tatsächlich (sicher) angekommen ist“. Mit diesem Thema wird der Passant in einer gänzlich unerwarteten Situation konfrontiert: auf einer Sitzbank im öffentlichen Raum, die geradezu dazu einlädt, zu verweilen und sich auszuruhen; eine Sitzbank, wie sie an öffentlichen Plätzen aufgestellt wird, damit dieser belebt wird oder wie sie in öffentlichen Parkanlagen zu finden ist. Eine Bank, die normalerweise jeden als Gast empfängt, wird durch die Intervention nicht nur zum Ausdruck für eine Reglementierung, wie sie derzeit viele Flüchtige auf der Suche nach einer sicheren Bleibe erfahren; sie lässt einen jeden Gast diese Reglementierung überraschend und unerwartet erfahren. Diese Reglementierung unterbricht Gespräche, verunmöglicht ein Verweilen und verunsichert in einer scheinbar vertrauten und sicheren Umgebung. Der Titel rekurriert auf den Film „Á bout de souffle“ der Nouvelle Vague. Platziert wurde die Arbeit vor dem ehemaligen Kino in Marchtrenk, Österreich.

Die Bank war eine Spende der Gemeinde Marchtrenk im Stil der im öffentlichen Raum bereit stehenden Bänke, von denen jede ein anderes Motto trug.

 

 

Festival der Regionen 2017, Marchtrenk, Österreich. Festivalthema: Ungebetene Gäste

 

Schmeck die Heimat 02 | Frankfurt Project_052_2015

Mit „Schmeck die Heimat“ können BesucherInnen urbane Geräusche Seckbachs in einer Wasserverkostung erfahren. 431art – Haike Rausch und Torsten Grosch – die seit 2002 mit beschalltem Wasser experimentieren, untersuchen unter anderem die geschmackliche Veränderung des Wassers durch Klang in Form von Performances und öffentlichen Wasserproben. Wie wäre es, die einen täglich umgebenden Geräusche auch schmecken zu können? Dieser Frage geht 431art nun in Frankfurt Seckbach nach. Grosch und Rausch nahmen dazu typische Seckbacher Klangquellen, wie z.B. das Bachplätschern am Fuße des Lohrbergs oder Geräusche an zentralen Orten Seckbachs, wie z.B. am alten Rathaus auf.
Aus diesen field-recordings entstanden Kompositionen aus Alltagsgeräuschen, mit denen Wasser in eigens konstruierten geschlossenen Beschallungssystemen über mehrere Stunden beschallt wird. Drei Sorten Wasser können am Samstag, den 6.Juni 2015 auf dem Frankfurter Atzelberg probiert und geschmacklich bewertet werden. Mit der Arbeit wird ein audio-sensueller-Bezug zu alltäglichen Sounds und dem Lebensumfeld geschaffen, indem Klangphänomene mit räumlichen Bezug degustiert werden können.

International Airport Schöppingen Project_049_2014

International Airport Schöppingen
Aktion und Installation anlässlich 5 Jahre botanoadopt

 

Im Jahr 2009 rettete botanoadopt 33 Buchensetzlinge vor den Rodungsarbeiten im Kelsterbacher Bannwald – die anlässlich des Baus der neuen Start- und Landebahn am Frankfurter Flughafen stattfanden – und verpflanzte sie auf das Gelände der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen zu einem neuen Bannwald.

2014 realisierten Grosch und Rausch eine temporäre Start- und Landebahn im Schöppinger Bannwald. Zwei Tage erhielt die Gemeinde im Münstlerland einen internationalen Flughafen mit dauerhafter Internetpräsenz. Bei einem öffentlichen Modellflugwettbewerb galt es, den Bannwald ohne Schäden zu durchfliegen und sicher zu landen.

www.botanoadopt.org

In der angrenzenden Museumsscheune wurde die flughafeneigene Airport Gallery ins Leben gerufen, in der die Installation „Paradies versus die letzten Ihrer Art – Die tropische Zimmerpflanze als Projektionsfläche“ zu sehen war.er zu landen. LED-Lichter markierten die Landebahn für eintreffende Flieger. Das Video „Schöppingen International Airport“ verbindet die Soundkulisse von Großflughäfen mit den filmischen Aufnahmen des Flugwettbewerbs, bei dem ausschließlich nicht motorisierte Flieger zu Einsatz kamen und ist auf der projekteigenen website zu sehen.

Moss visitors from outer space Project_047_2014

sculpture, 2014, sculptures in public forest

 

431art stellt die Evolutionshypothese auf, das alles Leben auf der Erde aus den Moosen entstanden ist. Diese gelangten einst durch einen Meteoriteneinschlag auf die Erde. Aus den Moosen entwickelte sich dann der gesamte uns bekannte Kosmos der Pflanzenwelt des Waldes, der einen Lebensraum für Pilze, Tiere und humanoide Lebensformen bildet. 431art betrachtet den Lebensraum der Moose – den Wald – als die Urform des sozialen Lebensraums.
Die Arbeit besteht aus einem nachtlichtfluoreszenten Meteoriten und drei Sitzkuben.

„Moss visitors from outer space“ setzt das Leben der Erde in Relation zu dem des gesamten Kosmos und eröffnet somit grundsätzliche Fragen nach unserer Herkunft und Bedeutung. Der Standort der Arbeit liegt nahe der Darmstädter Sternwarte.

Der Titel rekurriert zudem auf Sciencefiction-Filme aus den 1950er Jahren, in denen die Invasion fremder Spezies auf der Erde ein häufiges Sujet war.

 

SMS to the Pelican Project_046_2014

Interaktive Laserprojektion mit live projizierten Texten

SMS-Nachrichten lassen einen Pelikan vom Dach des Bolongaropalastes abheben. Animation und Live-SMS. Es entsteht ein interaktives Happening, das in einem medialen Dialog Gestalt annimmt.

Work smart – Play smart Project_045_2014

Animierte Lichtinstallation

 

Ein Hund jagt einem Stock hinterher. Die Projektion in der Ästhetik früher Computerspiele ist eine Allegorie für das menschliche Streben auf direktem Wege zum Ziel zu kommen. Sie thematisiert auch die Jagd nach dem Geld mit all ihren positiven und negativen Konnotationen.

Luminale – Biennale des Lichts Frankfurt/Main

If Art is boring, Change your Shoes Project_044_2013

Die Arbeit entstand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kunstvereins Ahlen. Der Kunstverein ist in einer ehemaligen Schuhfabrik beheimatet.
Die Arbeit besteht aus einer dauerhaften Arbeit im öffentlichen Raum (Parkplatz angrenzend an den Kunstverein), einer partizipativen Aktion und einer temporären Installation.

 

Vor den Feierlichkeiten wurde der ans Gebäude angrenzende Parkplatz von 431art mit einer dauerhaften Arbeit versehen: der relativ triste Ort wird durch einen künstlerischen Eingriff als Treffpunkt unterschiedlicher Interessensgruppen inszeniert.

Das künstlerische Konzept sieht vor, verschiedene Schuhabdrücke – flächig, einfarbig und stilisiert – mittels Schablonen und Straßenmarkierungsfarbe  auf dem Boden aufzusprühen. Die Anordnung dieser Abdrücke visualisiert verschiedenen Situationen und Begegnungen auf dem Parkplatz

Die Schuhabdrücke verwandeln den leeren Parkplatz vor den Augen der Betrachter zu einem belebten Ortes, den die Imagination seiner BetrachterInnen mit Geschichten füllt: die Gruppe Jugendlicher beim Abhängen, der Geschäftsmann eilig aussteigend, das Paar auf dem Weg zum Besuch des Kunstvereins, eine Gruppe den Wagen beladend, drei Personen im Gespräch vertieft etc..

Die Farbe Gelb als Fahrbahnmarkierung hebt die Farbe weiss auf. Der Parkplatz wird zu einem Ort der Begegnung.

Blue Hopi E10 – Mit Essen fährt man nicht Project_043_2013

Installation im öffentlichen Raum

 

StadtgARTen – Vogelfrei 10 Urbanität, Mobilität, Freiheit

 

Material: Orangefarbene Benzinkanister /Stahl, blauer Mais Sorte „blue hopi“

Das Projekt „Blue Hopi E10“ nimmt kritisch Stellung zur Thematik Biosprit. „Biosprit“, an den Zapfsäulen durch die Kennzeichnung „E10“ erkennbar, erweckt schon allein durch die Bezeichnung „Bio“ den Anschein, ein ökologisch wertvolles Produkt zu sein. Wäre er für alle Motoren geeignet, würde eine große Zahl der sich als umweltbewußt bezeichnenden Menschen Biosprit tanken.
Seit das Grundnahrungsmittel Lateinamerikas in Folge der steigenden Nachfrage jedoch an den internationalen Börsen gehandelt wird, haben sich die Preise für das Grundnahrungsmittel Lateinamerikas vervielfacht – und wird für die dort lebenden Menschen zum ernsthaften Kampf um die tägliche Mahlzeit.

Für diese komplexe Thematik mit ihren wirtschaftlichen Verflechtungen und Folgen wollte 431art ein prägnantes Bild schaffen.
Im öffentlichen Raum in Darmstadt stehen 2 Gruppen orangefarbener Benzinkanister, bestehend aus jeweils 6 orangefarbenen 20-Liter- Stahlkanistern. Die Kanister stehen leicht gekippt mit der unteren Spitze im Boden eingelassen, so das die Gießrichtung zum Boden zeigt.
An der oberen Kante haben sie eine rechteckige Öffnung, so das sie mit Erde befühlt und mit Mais bepflanzt werden können.
431art verwendet Bioland-Saatgut einer Mais-Ursorte – den „blue hopi“. Diese Sorte Saatgut war das Grundnahrungsmittel der Hopi Indianer und wurde zu Mehl gemahlen.
Sie wird heute oft als Ziermais verwendet. Ursprünglich jedoch kam „blue hopi“ gemahlen als Tortillamehl zum Einsatz.

Ein Teil der Ernte wird später zu Maismehl verarbeitet – und abgefüllt in kleine Gläser, als „Blue Hopi E 10 Gourmet“ angeboten. Ein weiterer Teil der Ernte Teil wird als Saatgut weiter eingesetzt.