Portfolio Categories Public Space
431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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Rotating Lightways Project_034_2012

Lichtbodenprojektion, MitscherlichHaus Frankfurt
Luminale 2012

 

Lichtlabyrinth, welches sich in wechselndem Rhythmus ähnlich der Drehbewegung eines Safeschlosses nach links und rechts um die eigene Achse dreht. An zwei Abenden fand eine Bobbycar-Rallye mit nachtlicht fluoreszenten Bobbycars statt.

Expedition Urban Space Project_030 Seit 2010

Expedition FFM Seckbach

 

Expedition durch den urbanen Raum
Künstlerische Expedition von und mit 431art. Ausgerüstet mit Sonnenbrillen und Taschenlampen, die den Teilnehmern leihweise zur Verfügung gestellt werden, wird ähnlich einer archäologischen Forschergruppe nach Einbruch der Dunkelheit die urbane Struktur eines Ortes erforscht. Die Ausrüstung von einerseits die Sicht erschwerenden Sonnenbrillen, sowie andererseits punktuelle Sicht ermöglichende Taschenlampen kreiert ein absurdes Moment im Alltag, verändert die Wahrnehmung von Raum und Zeit und macht auf diese Weise im Alltag oftmals Unbeachtetets neu entdeckbar. Vor Expeditionsbeginn erhalten die Teilnehmer ein Set von Postkarten, anhand derer die Expeditions- Stationen zu finden sind und nebenbei Wissenswertes über den Ort erfahren wird. Dabei wird auch danach gefragt, was an einem Ort hätte passiert sein können oder welchen Ursprungs ein Objekt sein könnte.

 

 

Die Expeditionen fanden seit 2010 mehrfach an folgenden Orten statt:

 

Frankfurt Lindenvierte, Frankfurt Seckbach, Frankfurt Riederwald, Schöppingen (NRW)

Schmeck die Heimat Project_029_2010

Eine audiosensuelle Erfahrung des Heimatbegriffs

Öffentliche Wasserprobe
Drei Sorten Wasser wurden mit Geräuschen des urbanen Umfeldes beschallt und zur Verkostung angeboten. Ort: Museumsscheune Schöppingen
Installation in der Museumsscheune
Fotos der Aufnahmeorte mit GPS-Koordinaten versehen wurden zwischen den Exponaten des Heimatvereins platziert und in Beziehung zueinander gesetzt.
Installation Audiolabor.

 

 

Installation und öffentliche, audio-sensuelle Wasserprobe

(zur micro Site) (flash)

 

 

Schmeck die Heimat
eat art, 2010, Öffentliche Wasserverkostung

Öffentliche Wasserprobe in der Museumsscheune Schöppingen. Drei Sorten Wasser wurden mit Soundkompositionen aus urbanen Klängen Schöppingens beschallt und zur Verkostung angeboten.

 

Schmeck die Heimat
installation, 2010, Installation in der Museumsscheune

 

Installation in der Museumsscheune
Video-Installation “Binary moves” eines digitalen Tropfens

Fotografien der Aufnahmeorte urbaner Sounds platziert als Intervention in die bestehende Ausstellung des Heimatvereins.

 

 

Installation im Audiolabor

 

Die Soundkompositionen waren über einen Telefonhörer zu hören und versetzten gleichzeitig das Wasser in einer Petrischale in Schwingung. Das Schwingungsbild war live auf einem Monitor zu sehen.

Mitscherlich und die Folgen Project_023_2009

Mitscherlichs Appell und die Folgen

 

– oder ein emanzipatorischer Diskurs einer Straßenmarkierung.
Mitscherlich forderte seine Mitbürger immer wieder auf, «Nicht zu gehorchen, sondern zu denken». Ein Appell, sich aus dem tradierten Untertanentum Deutscher der Nachkriegszeit zu emanzipieren und zu eigenen interventionistischen Konzepten im soziokulturellen Kontext zu kommen.
Das Mitscherlich Haus befindet sich in der Peter Fischer Allee in Frankfurt-Höchst. Obwohl es sich um eine Privatstraße handelt, ist dem Wunsch der Erbauer und Eigner der Straße – diese nun auch folgerichtig «Alexander Mitscherlich Allee» nennen zu dürfen –  nicht nachgekommen worden. Straßennamen werden in der Regel von der Stadt vergeben und dies nicht immer auch nach den unmittelbar kontextuellen urbanen Gegebenheiten. Der Tatsache, das in dem Haus Nummer 23 Alexander und Margarethe Mitscherlich eine Zeit Ihres Lebens verbrachten und von diesem Ort aus Alexander Mitscherlich in die Gesellschaft wirkte, wurde bis heute nicht angemessen Rechnung getragen.
431art nimmt dies zum Anlass, anstatt einer noch fehlenden Mittelmarkierung einen interventionistischen Mittelstreifen auf der Straße zu installieren.
Bei dem nächsten Update der Satellitenbilder von Google Earth bzw. Google Maps wird beim heranzoomen der Topographie Mitscherlichs Ermahnung an die Deutschen auch international Rechnung getragen werden.
431art will darüber hinaus das Satellitenbild aus seinem kriegsmetaphorischen Target-Kontext des 20. Jahrhunderts in ein künstlerisch-interventionistisches Phänomen überführen.

 

Konzept: 431art, Umsetzung: 431art mit freundlicher Unterstützung der Wohnheim GmbH

botanoadopt Project_021_2008

botanoadopt ist ein Projekt an der Schnittstelle von gesellschaftlichem Engagement, Wissenschaft und Kunst, welches über eine humorvolle Verschiebung von Kontexten neue Perspektiven aufzeigt.

 

Die Internetpräsenz botanoadopt.org wurde bereits kurz nach Veröffentlichung weltweit besucht. Über diese Seite werden Pflanzen mit individueller Biografie und Persönlichkeit zur Adoption vermittelt. Auf diese Weise werden Menschen aus unterschied-
lichen Kontexten miteinander in Kontakt gebracht – unabhängig von Alter, Bildung, Beruf, Herkunft oder Religion. Denn botanoadopt sieht vor, das der Adoptierende und der Noch-Besitzer/Elternteil einer Pflanze die Übergabe und Abholung der Pflanze selbst organisieren.
Ziel des Projektes ist – vereinfacht gesagt – mittels künstlerischer Aktivitäten und Intervention im Alltag die Wahrnehmung von Natur zu hinterfragen und neu zu definieren, sowie einen kommunikativen Prozess unter den Teilnehmern und deren Umfeld zu initiieren, der sich selbstständig fortsetzt.
Auf der Internetplatform kann der Entwicklungs-
prozess bereits adoptierter Pflanzen mittels Fotos verfolgt werden. So wird die Platform Ausdruck einer beständig wachsenden Gemeinschaft, zu einer neuen Form von ideellem und sozialem Netzwerk im realen und virtuellen Raum, die für ein sich im Entstehen befindendes nachhaltiges Bewußtsein steht.

Zusätzlich zur Internetplattform initiiert botanoadopt temporär angelegte Aktionen, die fokussiert an unterschiedlichen Orten wirken.  Die Enthüllung der weltweit ersten Pflanzenklappe in Schöppingen – die auch ein anonymes Abgeben von Pflanzen möglich macht  – brachte es innerhalb nur einer Woche zu über 99.000 Einträgen bei der Suchmaschine google. Die Süddeutsche Zeitung brachte es auf dem Titel im “Streiflicht”, Tageszeitungen und Radiosender berichteten deutschlandweit. Die Regionalfenster von RTL, SAT1 und WDR sendeten Beiträge und das ZDF berichtete in “Volle Kanne” überregional. Die Berichterstattung ging über die Schweiz bis nach Griechenland und Moskau. Im April 2009 zieht die Planzenklappe nach Frankfurt/Main und bereits jetzt melden Radio- und Fernsehsender, als auch Printmedien Interesse an einer begleitenden Berichterstattung an.

 

 

botanoadopt – Webpage
web, 2009

 

Internetplatform www.botanoadopt.org
Auf botanoadopt.org sind alle Zimmer-Pflanzen, die zur Zeit adoptiert werden können, mit Foto und individueller Biografie einsehbar. In näherer Zukunft werden auch Nutzpflanzen zu adoptieren sein. Auf diese Weise können z.B. alte Nutzpflanzensorten weiter verbreitet werden. Eine Checkliste zur Pflanzenadoption, sowie der Adoptionsvertrag stehen allen Interessenten bereit. Auch Pflanzengesuche können über die funktionale Seite aufgegeben werden. Darüberhinaus bietet die virtuelle Platform einen breitgefächerten sich in ständiger Erweiterung befindenden Wissenspool mit Artikeln und links zum Thema Pflanzen und eine Seite mit externen Medienbeiträgen. Die Platform botanoadopt. org ist in 34 Sprachen zu sehen. Momentan beschränkt sich das Wirkungsfeld von botanoadopt auf den deutschsprachigen Raum.
Der Adoptionsvertrag sieht vor, mindestens zwei mal pro Jahr ein Foto der adoptierten Pflanze an botanoadopt zu senden. Die ersten Fotos der adoptierten Pflanzen in ihrem neuen Zuhause auf der Website sind online. Die Seite informiert zudem über Aktionen von botanoadopt, Presse und stellt den botanoadopt podcast bereit, der in unregelmäßigen Abständen erscheint.

 

 

Pflanzenklappe at Schöppingen
public space, 2009

 

Mittels gezielter Aktionen setzt sich botanoadopt für Pflanzen ein.
Die Enthüllung der weltweit ersten Pflanzenklappe in Schöppingen löste ein breites Medienecho aus. Die Pflanzenklappe macht ein anonymes Abgeben von Pflanzen möglich und wird temporär aufgestellt. Botanoadopt betrachtet Pflanzen als eigenständige Lebewesen. Das Konzept der Babyklappe ist in Deutschland weit verbreitet und kann bis hin zum 12 Jahrhundert zurückverfolgt werden: die erste bekannte Babyklappe ist im Vatikan bekannt gewesen. In den ersten zwei Wochen im Februar 2009 wurden fast 70 Pflanzen gerettet und zum großen Teil weitervermittelt. Die Pflanzenklappe ist ab Frühjahr 2009 in Frankfurt/Main und zu einem späteren Zeitpunkt voraussichtlich in Berlin.
Alle abgegebenen und geretteten Pflanzen werden aufgenommen in Botania, mit Nährstoffen versorgt und mit individueller Biografie zur Adoption über die website botanoadopt.org oder in temporär eingerichteten Adoptionsbüros vermittelt.
Das Wort “Pflanzenklappe” führt bis jetzt zu über 100.000 Einträgen / Seiten bei google. “Pflanzenklappe + 70” nach einem Tag zu ca 25.600 Einträgen.

 

 

Pflanzenklappe at Frankfurt/Main
public space, 2009

 

2009 stand die Pflanzenklappe im Frankfurter Westend, auf dem Römerberg und im Mitscherlichhaus Höchst.

 

 

sound, 2009

 

botanoadopt podcast – news und stories von botanoadopt bei I-Tunes
Erscheinungsweise: unregelmäßig

 

 

Bannwald Migration
public space, 2009

 

Mittels gezielter Aktionen setzt sich botanoadopt für Pflanzen ein. Erste spektakuläre Aktion von botanoadopt war die Bannwald Migration: am Mittwoch 04.02.2009 gegen 15:00 Uhr leistete botanoadopt Fluchthilfe für 31 Buchen im Kelsterbacher Bannwald (Hessen, Gebiet geplante Nordbahn Flughafen Frankfurt). 31 Buchen, die der geplanten neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens weichen sollten, konnten durch botanoadopt vor dem sicheren Tod gerettet werden.
Unter Einsatz eines Kleinwagens, eines Kleintransporters, bewaffnet mit Schaufeln und Hacken gelang es botanischen Fluchthelfern unter Duldung der anwesenden Einsatzkräfte, den einunddreissig Buchensetzlingen aus dem Gebiet des Bannwaldes in Kelsterbach zur Migration in das Nordrheinwestfälische Künstlerdorf Schöppingen zu verhelfen.
Am 06.02.2009 wurde die Verpflanzung der vom Künstlerdorf Schöppingen adoptierten Buchendissidenden auf einer Freifläche des Stiftungsgeländes mit aktiver Mithilfe der dort anwesenden Sympathisanten umgesetzt. Achtundzwanzig Buchen schlagen nun neue Wurzeln auf einer Freifläche, die sich direkt neben der hiesigen Museumsscheune befindet. Drei weitere Buchen fanden ein Interimszuhause in den bereitgestellten Notunterkünften aus gebranntem Ton.
botanoadopt dankt allen Fluchthelfern und Pflanzaktivisten der ersten Stunde für ihre tatkräftige Unterstützung und dem Künstlerdorf Schöppingen für die Adoption von 28 Buchen.

 

 

 

Bannwald Buchen Trio
public space, 2009

 

Gemeinde Schöppingen adoptiert Bannwald Buchen-Trio
Bereits bei der feierlichen Enthüllung der Pflanzenklappe Anfang Februar sagte Schöppingens Bürgermeister Josef Niehoff den Initiatoren des Projektes botanoadopt  – Haike Rausch und Torsten Grosch – die Adoption von Pflanzen zu. Am Freitag, den 27.2.09 war es dann soweit. Drei der aus dem Frankfurter Bannwald geretteten Buchen wurden von der Gemeinde Schöppingen adoptiert und in den Schöppinger Stadtpark verpflanzt. Sie stehen nun zwischen Kirche, großer Rotbuche und  Grundschule. In Frankfurt wären die Bäume den Rodungsarbeiten des Flughafens zum Opfer gefallen. Dank der Rettung durch botanoadopt und der Adoption durch den Bürgermeister haben sie nun ein langes Leben vor sich. “Das Bannwald-Buchen-Trio wird seine Stimme nun stellvertretend für alle Pflanzen im Schöppinger Rathaus einbringen”, so das künstlerische Konzept.

 

 

 

botanoadopt underground
public space, 2009

 

botanoadopt gründet Untergrundbewegung
Für den aktiven Untergrund werden ab sofort Agenten gesucht, die den radikalen Ansatz und die subversive Geisteshaltung von botanoadopt in ihren Alltag bringen und dort verbreiten. Alle Agenten operieren aktiv und incognito unter ihrem selbstgewählten Decknamen für botanoadopt. Denn botanoadopt setzt sich weltweit für die Rechte von Pflanzen ein. Fordert die gleichberechtigte Anerkennung von Pflanzen als Lebewesen mit eigenständiger Wahrnehmung und den Stopp der kommerziellen Ausbeutung von Lebewesen, sowie die Lebensraumerhaltung aller Wildpflanzen. botanoadopt setzt neue Maßstäbe in Wegen aus der Krise. Mit gesellschaftlichen Alternativen und Perspektiven: Adoption statt Konsum. Soziale Vernetzung statt gewinnmaximierende Vereinzelung.

Agent der autonom-operativen Einheit ‘botanoadopt-Untergrund’ werden:
Agenten-Aufnahmeantrag formlos unter Angabe von Motivation, besonderen Fähigkeiten und Decknamen senden an www.botanoadopt.org
Aufgaben:
Jeder Agent verbreitet auf subversive Art und Weise die Ziele und Ideale von botanoadopt zur Verwirklichung einer neuen Gesellschaft und leistet darüberhinaus einen Agentenbeitrag von Euro 1,- pro Monat auf das Spendenkonto von quersumme8 e.V., Kto-Nr: 3584869, BLZ 500 905 00, Sparda Bank, Stichwort: botanoadopt-Agent.

Alle Agenten werden als botanoadopt-Untergrundaktivisten mit ihrem Alias online erkennungsdienstlich erfasst. Im Alltag können Agenten an dem durch botanoadopt bereitgestellten und zertifizierten Agentenbutton erkannt werden.

Start der Untergrundbewegung ist Freitag, der 10. April 2009.
Gründungsagenten:

 

Schrock North, Frankfurt, Germany
Ellen Ripley, Frankfurt, Germany
Croft&Lara, Berlin, Germany

 

Die botanoadopt-Untergrundbewegung hat bereits in ihren Anfängen konspirativen Zuwachs aus dem Ausland. Als Agenten der ersten Stunde agieren:

 

Talpa 003, Italien/Österreich
Esmay Suiza, Frankfurt/M, D
Sonn En T’Au, Frankfurt/M, D

 

 

 

Empathietraining in Berlin
performance, 2009, Aktion

 

431art zu Gast im Empathiegarten Berlin

Kann anhand von Pflanzen Mitgefühl gelernt werden? Und welcher Empathietyp sind Sie eigentlich? Das Empathietraining mit botanoadopt (Haike Rausch und Torsten Grosch) und fünf Pflanzen aus Botania. Das Empathietraining findet statt im Rahmen der Empathiemeilen des Labors für kontrafaktisches Denken aus Berlin.

In einem einzigartigen Empathietraining gibt es nun die Möglichkeit, einige der von botanoadopt aufgenommenen Pflanzen persönlich kennenzulernen und die eigene Empathiefähigkeit zu testen und im besten Falle weiter zu entwickeln.

botanoadopt betrachtet Pflanzen als Lebewesen mit eigenständiger Wahrnehmung und stellt diese mit individueller Biografie und Foto auf der website www.botanoadopt.org vor. Über das Internet können diese Pflanzen dann adoptiert werden, selbstverständlich per Vertrag geregelt. Adoptiveltern senden dann 2x pro Jahr Fotos ihres Schützlings, die auf der website veröffentlicht werden. Auf diese Weise entstehen Einblicke in die Entwicklung der Pflanzen und von ihrem Lebensumfeld. Pflanzen wurden bisher aus ganz Deutschland und aus der Schweiz adoptiert.

I’ll be your substitute whenever you want me Project_017_2007

I’ll be your substitute whenever you want me
second life, 2007, interactive virtual installation

 

 

“…Diese Form der Ästhetisierung des Nicht-Materiellen ist auch Gegenstand von I’ll be your substitute whenever you want me – einer Arbeit, die in der Virtual Reality-Umgebung ‘Second Life’ realisiert wurde. Im Zeitalter der Digitalisierbarkeit, in dem scheinbar alle alltagsweltlichen Bezüge (von der zwischenmenschlichen Kommunikation bis hin zu privaten Erfahrungsräumen) rechnergestützt prozessierbar geworden sind, macht sich dieses 431art-Projekt zur Aufgabe, vertraute Realitätsbegriffe und Identitätsvorstellungen zu hinterfragen.
Das virtuelle Environment verbindet Platons Höhlengleichnis – bekannt als das abendländisch-philosophische Bild für das Problematisch-Werden von “Sein und Schein” – mit der Visualisierung labyrinthischer Formationen und lässt im Spannungsfeld zwischen Immersion und Distanz die epistemologischen Impli-kationen der Überlagerung von virtuellen und ‘realen’ Erfahrungsebenen thematisch werden. Die Struktur der Arbeit ist dabei selbst ein Labyrinth, in dem verschiedene Repräsentationsebenen durcheinander gespielt werden. Die ästhetischen Interferenzen zwischen Audio, Video und dem Sourcecode des ersten Second Life-Viewers sowie zwischen dem Avatar und dem Betrachter am heimischen Computer öffnen so ein metaphorisches Deutungsfeld um Fragen nach der Eigenwirklichkeit sowohl von virtuellen Räumen als auch von mit Personalität und Autorschaft verbundenen Online-Existenzen. In dieser undurchdringlichen Matrix wird der User auf seiner umherirrenden Suche nach einer stabilen Identität zugleich mit mehreren Spiegelungen seiner selbst und seiner Umgebung konfrontiert, nämlich mit seinem virtuellen Double, mit der diesem und seiner ‘Lebenswelt’ zugrunde liegenden Software sowie mit der erkenntnis-theoretischen Reflexion des gesamten digitalen Paralleluniversums.”
Martin Doll, Medienwissenschaftler

Dank an unseren Avatar Freund Nazz Lane

 

 

second life connects real life
second life, 2007, lifescreening into real life

 

Zwischen realer und virtueller Welt schaffen Rausch und Grosch mittels der Lifeübertragung von Second Life ins Klingspor Museum Offenbach am 16.8.2007 um 20 Uhr eine Art medialer Rückkoppelung. Lifeübertragung und lecture.

 

 

I’ll be your substitute 02
second life, 2007, exhibtion Butzbach

 

 

I’ll be your substitute 02 transferiert Teile der Originalinstallation in eine lieblich-idyllisch anmutende second life location: die frei interpretierte virtuelle Nachbildung des hessischen Ortes Butzbach mit Fachwerkhäusern. In der Installation untersuchen wir die Grenze der Identifikation mit der visuellen Erscheinung innerhalb second life.
Ort der Installation war ein Hügel in einem Parkgelände. Auf einer Lichtung wurden frei schwebende Textzitate zu Fragen des Seins direkt in die liebliche Landschaft plaziert. Der Ort ist in sofern als typisch für second life anzusehen, als das hier ein idealisiertes Wunschbild virtuell realisiert wird. Mittels transparenter Raumteiler verwandelten wir den Platz in einen open air Ausstellungsort. Hier waren auch ein virtuelles Buch über 431art und das Modell des Labyrinths plaziert. Die “Störung” der nach physischen Gesetzmäßigkeiten in sich logisch aufgebauten Situation wurde mittels frei schwebender Textzitate und mittels Stelen, die sich bei Näherung verkleinern und bei Entfernen wieder vergrößern, aufgebaut. Letztere nutzen die technischen Möglichkeiten von sl als Irritation und Störung der Nachbildung des Realen. Vom Ausstellungsort war ein Teleport in das in mehreren hundert Metern hoch schwebende Laybyrinth möglich.
Dem Ort wurden also gleichzeitig mehrere Funktionen und Realitätsebenen zugewiesen. Der Ausstellungsort bezieht sich klar auf die systemimmanente Realität in sl. Die Störfelder Textzitate und Stelen bilden Irritationen in diesem, während das Labyrinth den Avatar mit dem Sourcecode konfrontiert.
Dank an unsere Avatar Freundin MaillaAnn Slade. Ort: MarillaAnns grey hair art gallery, Butzbach, second life.

 

 

I’ll be your substitute 03 at SL5B
second life, 2008

 

Ausstellungsevent zum 5ten Bestehen von Second Life vom 23. Juni 2008 9:00 am (Montag)
bis 7. Juli, 2008 11:59 pm (Montag)

Alle Zeitangaben beziehen sich auf US Pacific time

I’ll be your substitue 03 ist eine Installation anläßlich des 5ten Bestehens von second life auf einen von linden lab bereitgestellten Grundstück neben anderen virtuellen Installationen zum fünfjährigen Bestehen von second life.
Auch hier loten wir die Möglichkeiten virtueller Architektur in bezug auf die Befragung von Realität und der Konstruktion von Wirklichkeit innerhalb von sl aus.
Auf einem am Meer gelegenen Grundstück plazieren wir ein Zitat der Höhle der Originalinstallation. Die Höhle wird – hier nach oben hin geöffnet – zum screening-Ort des Films “Walk to Elea!”. So entsteht eine Ort-im-Ort-Situation; eine Realitätsverschachtelung. Bei Sehen des Films wird realisiert, sich in Teilen des ehemaligen Drehortes zu befinden – der Vorführort wird so quasi zur Kulisse von etwas, was anderen Ortes in sl stattfand. Er verweist damit auf das grundsätzlich kulissenhafte innerhalb second lifes – der virtuellen Nachbildung physischer Realität. Erst die Überwindung der Schwerkraft mittels der technischen Möglichkeiten in sl schaffen eigene Gesetzmäßigkeiten. Auf dem Grundstück sind mehrere Teleporter plaziert, die den Avatar zum in den Wolken schwebenden Labyrinth bringen – und mit dem Sourcecode, der seine Existenz bedingt – konfrontieren.

Lemna Minor Project_010_2005

square I & II [ Isles in the sea of protein ]
installation, 2005

 

 

Die Klärbeckeninstallation bezieht sich auf die räumlichen Gegebenheiten im stillgelegten Klärwerk Maaraue, inbesondere auf das Biobecken 2 – ein langes schmales, mit Wasser gefülltes Becken und bezieht bewußt die Materialität des amorphen Teppichs von Wasserlinsen auf der Wasseroberfläche mit ein. Diese organische amorphe Oberfläche wirkt stabil, ist tatsächlich jedoch recht fragil. Durch einen ins Wasser geworfenen Stein etwa, teilt sich der organische Teppich und offenbart plötzlich die Tiefe des sich darunter erschließenden Raumes in Form von Wasser und Dunkelheit, um sich dann wieder zu schließen.
Mit Square I & II unterbrechen wir diese amorphe Oberfläche mit zwei quadratischen schwimmenden Körpern, bzw. quadratischen Flächen für die Dauer der Installation und gliedern so den Beckenraum. Beide Schwimmkörper durchdringen den durch Wasserlinsen gebildeten Teppich auf der Wasseroberfläche und verbinden ihn gleichzeitig mit dem umgebenden Raum.

Square I öffnet zur Tiefe des Beckenraumes: durch eine in der Mitte des Schwimmkörpers aufliegende Glasscheibe wird die von Wasserlinsen befreite Wasseroberfläche durch eine quadratische Aussparung im Innern des Schwimm-körpers sichtbar. Inmitten einer aus Wasserlinsen gebildeteten Fläche schwimmt so ein Quadrat, dessen Innenraum die einzig sichtbare Wasseroberfläche im Becken birgt. An den Innenrändern der Aussparung erhellen – tags kaum wahrnehmbar – Leuchtdioden den Binnenraum, was dazu führt, das nachts ist lediglich dieses innere, auf die Tiefe verweisende Quadrat zu sehen ist.
Square II verweist auf den umgebenden Raum durch einen in der Mitte aufliegenden quadratischen Spiegel. Dieser reflektiert die Umgebung, insbesondere Teile des Himmels. Mit abnehmendem Tageslicht wird auch die Reflektion der Umgebung im Spiegel dunkler, bis sie schließlich mit dem Schwimmkörper in die Dunkelheit taucht.
Gleichzeitig wird mit zunehmender Dunkelheit das Licht des Binnenraums von Square I deutlicher sichtbar, bis es schließlich still in der Dunkelheit scheint.
Nur während der Zeit der Dämmerung, im Zwischenraum von Tag und Nacht sind schon das Licht innerhalb Square I und noch die Reflektion der Umgebung im Spiegel von Square II zu sehen.
Mit der Nacht verschwindet Square II – die Reflektion der Dunkelheit in der Dunkelheit, der umgebende Raum und Himmel, alles taucht in die Schwärze der Nacht und birgt doch mit dem Licht von Square I schon den Beginn des nächsten Tages in sich.
Eine Arbeit zu Stille, Zeit und dem Zyklus des Lebens in Gestalt des ewigen Wechsels von Tag und Nacht.Der Titel verweist auf die Tatsache, das die Wasserlinse eine Pflanze mit 43% Proteingehalt ist.
Dank an Michael Recker.

lemna minor laboratory 01
installation, 2005

Im Laborraum – einer Rauminstallation in einem Gewächshaus – befinden sich Petrischalen mit unterschiedlicher Menge von Wasserlinsen unter Pflanzleuchten. Auf einer zweiten von unten beleuchteten Milchglasscheibe schwimmen Wasserlinsen in transparenten amorph geformten Schalen.
Das Labor ist nicht begehbar. An zwei Seiten befinden sich nach außen hin sichtbar Texte zu Wasserlinsen und den Bereichen, in denen sie bereits zum Einsatz kommen: Ernährung, Wasserreinigung, Medizin, Schadstofftests, Algenbeseitigung etc..
Das Labor fungiert als Impulsgeber für das innere Gedanken- und Wahrnehmungslabor des Menschen.

 

clearing soup
performance, 2005

 

 

Kochaktion, Video, 9:45, 2005
Kochaktion zur Finissage im Klärwerk Maaraue Wiesbaden. Unter freiem Himmel mit Blick auf die umliegenden Klärbecken wurde Wasserlinsensuppe nach eigenem Rezept gekocht. Die Wasserlinse – Entengrütze bildet sich auf stehenden Gewässern und ist die am schnellsten wachsende höher entwickelte Pflanze mit 43% Proteingehalt. Sie bildete sich auf der Wasseroberfläche der Becken im stillgelegten Klärwerk. Wasserlinsen werden auf Teichen meist als störend und schädlich empfunden, da sie auf der Wasseroberfläche sehr schnell einen dichten Teppich bilden, der alles Leben unter dieser Fläche aufgrund des Fehlens von Licht unmöglich macht. Das sie essbar und darüberhinaus auch sehr schmackhaft sind, ist recht unbekannt. Das Umfeld Klärwerk mit seiner vormaligen klärenden Funktion des Wassers von Fäkalien – dem Abfallprodukt unserer Nahrung – mag das besonders abwegig erscheinen lassen.
Die Aktion wurde filmisch dokumentiert (DVD).