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431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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Lazarus Dinner_072_2020

01.10. — 31.10. 2020

Kunstverein Bellevue-Saal (Arbeitsstipendium)

 

Partizipative Installation

 

Die raumbezogene Installation greift die ursprüngliche Funktion des Bellevue Saal als Speisesaal unter den Vorzeichen der Almende auf. Unter „Almende“ versteht man seit dem Mittelalter Land, das von Bauern als Gemeinschaftseigentum genutzt werden kann. Ein Beispiel zeitgenössischer Almende ist die Bepflanzung von ca. 300 Beeten mit Obst, Gemüse und Blumen auf dem früheren Flughafen Tempelhof in Berlin. Der Begriff „Almende“ wird inzwischen auch auf andere Bereiche, wie z.B. dem freien Zugang zu Wissen übertragen.

 

Im Spannungsfeld von Selbstversorgung und Teilhabe beziehen wir den Begriff Almende in „Lazarus Dinner“ zunächst auf die Nutzbarmachung von privaten Lebensmittelüberschüssen aus eigener Erzeugung, aber auch auf einen gemeinsam geteilten Raum an einer gedeckten Tafel – also auf ein bedingungsloses Teilen gemeinsam verbrachter Zeit verbunden mit Gastfreundschaft im ursprünglichen Sinn. Während der Ausstellung wurde der Bellevue Saal also wieder zum Speisesaal. Allerdings wurde der Zugang zur gedeckten Tafel durch seitliche Absperrungen zunächst verwehrt. Wiesbadener*innen waren aufgefordert, Überschüsse von Selbstgemachten sowie aus dem eigenen Garten für das „Lararus Dinner“ zu spenden.

 

„Die Frage von Nachhaltigkeit und unser Umgang mit natürlichen Ressourcen ist einer der Ankerpunkte im künstlerischen Ansatz von 431art. Ihre Arbeit ist damit im besten Sinne politisch. Und sie verkörpert wohl das, was Joseph Beuys mit der Bezeichnung soziale Plastik benannt hat, ein Kunstwerk, an dem alle mitbauen. …

 

Die Arbeit ist raumbezogen, partizipativ UND sie lädt zur Kommunikation am Tisch ein. Coronakompartibel ist es ein kleiner Kreis an Gästen, der sich da treffen und austauschen kann und nach einer langen Zeit der Isolation wieder persönlich begegnen. Der Tisch befindet sich im Zentrum der Inszenierung, aber in diesem Zustand ist er erst einmal eine Leerstelle und wartet auf die Kommunikation, die an ihm stattfinden soll…

 

Blicken wir auf die anderen Elemente der Rauminszenierung, die teilweise etwas spacig daherkommen und uns irgendwie auch wieder aus der Gegenwart herauszuführen und in eine andere Sphäre zu beamen scheinen. In jedem Fall aber aus diesem Raum in die Natur versetzen. Da ist zum einen die Projektion durch drei Schnurvorhänge hindurch auf die Rückwand des Ausstellungsraums: zu sehen sind auf dem Video nektarsammelnde Hummeln auf Lavendelblüten. Der Bestäubungsvorgang als Beginn des Lebens, Voraussetzung für die Entwicklung von Früchten….

 

Die Fotografien sind vom Motiv her Stillleben und lassen sich in die Kategorie der Vanitas-Stillleben einsortieren. Vergänglichkeit ist das Thema, das vom Baum gefallene Obst, das da vor sich hin modert und dessen Saft die Wespen anlockt, die sich auf den Äpfeln zum Mahl versammeln. Wenn es mit den Hummeln beginnt, dann sind die Wespen sozusagen die Resteverwerter. Ein Naturkreislauf, der da in den Bildern aufleuchtet. Und ein Mahl, das uns in einer Art Kreisbewegung zurück zum Titel der Ausstellung führt.…“
(Christian Kaufmann)

 

Photo credit:  Dirk Uebele

 

Botanical Powwow – MicroMuseum for the Future_070_2020

Botanical Powwow – MicroMuseum for the Future

 

„Botanical Powwow“ ist ein Raum gemeinschaftlichen Erlebens, Imaginierens, Reflektierens für ein künftiges Zusammenleben von Pflanze und Mensch im gemeinsam geteilten urbanen Raum. Das Powwow als rituelle Form der Zusammenkunft im Kreis wird dabei sowohl in ein temporäres Zukunftslabor transformiert, als auch in eine Installation in Form eines Mikromuseums – dem „Micromuseum for the Future“. Das partizipative temporäre Museum beherbergt sowohl natürliche Fundstücke als auch überflüssige Gegenstände unserer Zivilisation, die ihrer Bedeutung enthoben -, visuell umgedeutet und transformiert wurden. Die partizipative Performance bildet den Rahmen für eine mögliche Verschiebung der inneren Perspektive auf pflanzliches Leben als Basis für das Imaginieren von Zukunftsentwürfen. Konzeptuelle, stilistische und dramaturgische Mittel sowie künstlerische Methoden, wie z.B. Cut-ups von Texten werden gespeist von Bezügen zur Popkultur, wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie lose-assoziativen Bezügen zu anderen Kulturen.

 

Anmerkung von 431art:
Die von uns im Jahr 2020 entwickelte Arbeit ist weder eine Imitation anderer Kulturen, noch eine Herabwürdigung Dritter zum eigenen Vorteil. Vielmehr lebt sie von dem Grundgedanken, das eine gemeinsame Zukunft von Pflanze und Mensch nur in einem respektvollen miteinander aller Lebewesen möglich ist.

 

„Botanical Powwow“ knüpft an die künstlerische Utopie und Langzeituntersuchung „botanoadopt®“ an, die 431art bereits im Jahr 2006 zu entwickeln begann. botanoadopt® stellt gängigen Sichtweisen von Natur eine neue Perspektive entgegen, die Kontexte subtil verschiebt und mit Wissenschaft und Kunst verbindet. Der Kosmos von botanoadopt® besteht neben der Pflanzenklappe® und der Onlineplattform zur Pflanzenadoption aus künstlerischen Formaten, wie Aktionen im öffentlichen Raum, Installationen bis hin zu Buchpublikationen.

 

Konzept, Realisation & Performance: Haike Rausch & Torsten Grosch – 431art

 

»Botanical Powwow – Micro Museum for the Future« wird unterstützt vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main sowie vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und ist eine Koproduktion von IMPLANTIEREN2020.

Expedition Nordweststadt_069_2019

Expedition Nordweststad

 

Nach dem Lindenviertel, Seckbach und dem Riederwald ist die Nordweststadt der vierte Frankfurter Stadtteil, der auf ungewöhnliche Weise erkundet werden konnte. Rund um 12 Stationen Teilnehmer*innen erforschten 25 Teilnehmer*innen zwischen  2 – 80 Jahren, ausgerüstet mit mit Sonnenbrille und Taschenlampe Wissenswertes zwischen Fakten und Fiktion über die Trabantenstadt, deren Architektonisches und landschaftsarchitektonisches Konzept Anfang der 1960er Jahre wegweisend war.

 

Moss Indicators Project_061_2018

Performance, Field-Research und Intervention im städtischen Raum von Darmstadt.

 

Moose gehören zu den ältesten Land-Pflanzen der Erde und wie die Landung eines Meteoriten belegt, kamen sie einst aus der Galaxie NGC 431 in das Gebiet des heutigen Bessunger Forstes. Sie sind wie Flechten gute Bioindikatoren, da sie sehr empfindlich auf Umweltveränderungen reagieren. Weil Moose Wasser und Nährstoffe nicht über Wurzeln, sondern direkt über ihre Oberfläche aufnehmen, sind sie der direkten Wirkung von Schadstoffen ausgesetzt; sie können aber auch nur bei ausreichend Luftfeuchtigkeit überleben. Ihr kurzer Lebenszyklus führt zu raschen Reaktionen, die mit bloßem Auge erkennbar sind. Moose werden bisher nur in Europa, Kanada, Japan und Neuseeland als Bioindikatoren für chemische Analysen verwendet. Die „Moss-Indicators“ sind skulpturale Objekte und visuelle Indikatoren zur Erfassung des städtischen Mikroklimas. Sie werden an verschiedenen Orten des städtischen Raums von Darmstadt platziert, sowie am Waldkunstpfad im Bessunger Forst.

 

Ecovention Europe | botanoadopt® in Sittard Project_060_2017

14-tägiges partizipatives Projekt im öffentlichen Raum von Sittard, NL

 

Das Projekt botanoadopt® mit der Pflanzenklappe® begann mit dem von uns entwickelten Empathietraining für Pflanzen an zwei Tagen im Hof des Museums. Am darauf folgenden Montag wurde die Pflanzenklappe® vor dem Museum durch den Direktor des Museums für Moderne Kunst offiziell enthüllt. Sie nahm anschließend für 7 Tage ungeliebte Gewächse anonym entgegen, die in der zweiten Projektwoche an Adoptiveltern vermittelt wurden. Begleitend zu den Adoptionsbüros fand ein von uns neu entwickeltes Format statt; die „Tea-Times“. Dazu wurden Besucher*innen frisch gebrühter Tee aus hochwertigen Kräutern (aus biologischem Anbau) mit erlesenen Backwerk in feinem chinesischen Porzellan serviert. Innerhalb dieses Formates entwickelten sich Gespräche über Pflanzen, ihre Rolle und unseren Umgang mit ihnen, sowie deren Bedeutung für uns.

 

Zu den Adoptionsbüros kamen Menschen aus Sittard, sowie den umliegenden Orten bis hin zu Maastricht. Die Resonanz der teilnehmenden machte klar, das das Gefühl von Gemeinschaft erstarkte, Hoffnung auf Veränderung einer Resignation wich und die Wertschätzung von Pflanzen als äußerst wichtig erachtet wurde.

 

 

Accidentally Home by Collision Project_058_2017

Im Jahr 2014 entwickelten wir mit dem Projekt „Moss Visitors from Outer Space“ die Evolutionsthese, nach der alles Leben auf der Erde durch den Einschlag eines Meteors entstanden ist, der die Moose als erste Lebensform auf den Planeten brachte.

Bei unseren Untersuchungen im Felsenmeer 2017 fanden wir mancherorts eine fast flächendeckende Ausbreitung von Moosen auf riesigen Gesteinsbrocken, identifizierten einen davon als zweiten Entstehungsort irdischen Lebens und kennzeichneten ihn mit dessen GPS-Daten.

Á bout de souffle – Verschnaufen auf Zeit Project_057_2017

431art / Haike Rausch, Torsten Grosch: Á bout de souffle – Verschnaufen auf Zeit

 

Interaktive Sitzbank

Eine Intervention im öffentlichen Raum, bestehend aus einer interaktiven Sitzbank. Die Bank ist mit einem Sensor ausgestattet, die das Ankommen eines Gastes erfasst und daraufhin ein Soundmodul startet und die Nutzung der Bank kommentiert und reglementiert.

 

Die Installation thematisiert das Verweilen auf Zeit, das Flüchtlinge während und auch nach ihrer Flucht erfahren. Das „Nie wissen, wann man sich ausruhen kann; nie wissen, wann man tatsächlich (sicher) angekommen ist“. Mit diesem Thema wird der Passant in einer gänzlich unerwarteten Situation konfrontiert: auf einer Sitzbank im öffentlichen Raum, die geradezu dazu einlädt, zu verweilen und sich auszuruhen; eine Sitzbank, wie sie an öffentlichen Plätzen aufgestellt wird, damit dieser belebt wird oder wie sie in öffentlichen Parkanlagen zu finden ist. Eine Bank, die normalerweise jeden als Gast empfängt, wird durch die Intervention nicht nur zum Ausdruck für eine Reglementierung, wie sie derzeit viele Flüchtige auf der Suche nach einer sicheren Bleibe erfahren; sie lässt einen jeden Gast diese Reglementierung überraschend und unerwartet erfahren. Diese Reglementierung unterbricht Gespräche, verunmöglicht ein Verweilen und verunsichert in einer scheinbar vertrauten und sicheren Umgebung. Der Titel rekurriert auf den Film „Á bout de souffle“ der Nouvelle Vague. Platziert wurde die Arbeit vor dem ehemaligen Kino in Marchtrenk, Österreich.

Die Bank war eine Spende der Gemeinde Marchtrenk im Stil der im öffentlichen Raum bereit stehenden Bänke, von denen jede ein anderes Motto trug.

 

 

Festival der Regionen 2017, Marchtrenk, Österreich. Festivalthema: Ungebetene Gäste

 

Von Bäumen und anderen Wesen Project_056_2016


 

„Wollen Sie den Vorschlag, heimatlose Pflanzen in der Schweiz aufzunehmen, annehmen?“

 

„Wollen Sie den Vorschlag, sich selbst aktiv dafür einzusetzen, Pflanzen in Not zu retten und bei sich aufzunehmen, annehmen?“

 

„Wollen Sie den Vorschlag, die Würde der Pflanzen in die Verfassung aufzunehmen, annehmen?“

 

fragte die „Botanische Eidgenossenschaft“ in der Volksabstimmung „Über die bedingungslose Aufnahme heimatloser Pflanzen“ die Glarnerinnen und Glarner und bemerkten bald, das direkte Demokratie auch in der Eidgenossenschaft nicht immer reibungslos über die Bühne zu gehen scheint. Die Kantonspolizei bewertete die (wohlgemerkt kommunal bewilligte) Plakataktion im Hinblick eines Generalbundesratsbesuches als zu subversiv und konfiszierte über Nacht kurzerhand 22 der 25 Abstimmungsplakate.

Der Ausstellungsraum „Gepäckausgabe“ selbst mutierte zum grünsten Abstimmungsbüro der Schweiz. Über einer dick aufgetragenen Holzschnitzelschicht schwebten jung entwurzelte Buchen vor dem Film über die Rettung von 33 Buchensetzlingen aus dem Kelsterbacher Bannwald. Die Installation stellte den in Deutschland verwendeten Begriff des Bannwald dem in der Schweiz verwendeten Begriff des Schutzwaldes gegenüber. Holz war in verschiedenen Verarbeitungsstufen sichtbar. Neben den frisch entwurzelten Buchen, waren Holzschnitzel, Holzlatten, sowie das Holzparkett des Raumes Teil der Installation.

Text: Gepäckausgabe, 431art

Endorphin 1.2 – Window to Hope Project_055_2016

Endorphin 1.2 – Window to Hope

 

Die Videoinstallation stellt positive und negative Gefühle als Typografie
aus Licht vor einem Wassertropfen dar. Sie fordert Besucher auf, aus
den Begriffen ihre persönliche Mischung für das eigene Wohlbefinden
zusammen zu stellen. Im Foyer stehen Teilnahmebögen bereit, die in
eine bereitstehende Box eingeworfen werden können.

In Schöppingen (NRW) wurde ein leerstehendes Ladenlokal bespielt. Die Teilnahmebögen wurde im Eingangsbereich des Eckladens bereit gestellt.

 

2016 Luminale Frankfurt/M, Mitscherlich Haus

 

 

2016 Lichtkunstnacht Schöppingen