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431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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fluxus rooms Project_009_2005

frequency digestion

performance, 2005, videoinstallation

 

 

[Video Wasser 60 sek loop; Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde]
Testen Sie den Geschmack von Musik.
Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde, boten wir zum Geschmackstest an. Hat Schwingung/Musik, d.h. flüchtige Information die Kraft, den Geschmack von Wasser zu verändern und wie schmeckt ein klassisches Stück oder HipHop?

 

relaxation scene – do not cross

installation, 2005

 

 

Raum- und Sound-Installation
[Massageliege, Projektionsleuchten, Wasserkreislauf,; Sound: Herzschlag]
Fluxus Freunde Wiesbaden e.V., Bundesrepublik Deutschland

Auf die Kreide-Umrisszeichnung eines Liegenden wird von unten in einem Kreislauf fließendes Wasser auf die Bereiche projeziert, in denen das Gehirn und das Herz liegt.
Titel und Kreideumriss auf schwarzem Grund spielen auf die Umrisszeichnung zur Tatortsicherung nach Verbrechen an. Die Projektion und Sound eines Herzschlages stellen die Frage nach der Definition von Leben oder Tod.

endorphin 1.1 – betarelease Project_008 seit 2004

2004 – fortlaufend

 

endorphin 1.1 | betarelease – cologne

installation, 2004, exhibition cologne

Installation im Hohlkörper der Deutzer Bridge, Köln, begonnen 2004 – fortlaufend: Metallregal, mit Wasser gefüllte Flaschen, Wasserkanister, Metallschale, Tropf mit Schlauch und Leuchtdiode, Kontaktmikrophon, Audiobox; Tisch, Stuhl, Feedback-Box.

“Glück” ist schwer zu verallgemeinern, es bezeichnet individuelle seelische Verfassungen, Empfindungen von Lust oder euphorischer Begeisterung. Zudem läßt es sich nur im Kontrast zu anderen, unangenehmen Erfahrungen genießen. Daher kann es kein fortdauernder Zustand sein, sondern wird als etwas Ephemeres erlebt, es sei denn, es begegnet uns als Versprechen jenseitiger Seeligkeit. Oft erscheint Glück so als etwas zu Suchendes oder noch zu Erreichendes. Rein physiologisch hängt das Gefühl von Freude oder Glück mit der körpereigenen Ausschüttung von Endorphinen zusammen.
Die Installation „Endorphin 1.1 Betarelease“ hält vor diesem Hintergrund ein besonderes Angebot bereit: In einem Metallregal befindet sich ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar.Dazwischen, auf der mittleren Regalebene, sieht man, wie sich Wasser aus einem Schlauch allmählich um eine Leuchtdiode sammelt und, einem Destillat gleich, Tropfen für Tropfen in eine Metallschale fällt. Dieser Vorgang ist zugleich akustisch verstärkt zu hören. Es scheint, als würde das mit den Glücksmomenten ‘beseelte’ Wasser in einem alchemistischen Prozeß gewonnen.Durch das Angebot an ‘Substanzen’ wird das Streben nach Glück nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet. Als Betaversion fordert die Installation ihn darüber hinaus auf, die Versuchsanordnung zu testen und zu vervollkommnen, um schließlich zu einem Final Release zu kommen. (Martin Doll)
Dank an Martina Biesenbach

fluxus & zen Project_005_2002

Installationen zu den Begriffsfeldern Baden und Einkehr in einem ehemaligen jüdischen Badehaus in Wiesbaden.
Von einer gestreckten räumlichen Flucht zweigen rechts und links Badekabinen ab, die zum Teil mit einem im Boden eingelassenen, über Stufen zugänglichen Badebecken versehen sind. Allen Kabinen gemein ist eine durchgehende helle Kachelung der Wände, des Bodens und des Beckens. Sie sind mit verschließbaren Türen versehen um die Privatspäre des Badenden zu gewähleisten, jedoch nach oben hin offen.

 

time stone
installation, 2002, by t.grosch

 

 

Video-, Raum- & Soundinstallation
Die gesamte ehemalige Badekabine ist für die Dauer der Installation mit schwarzem Teppich ausgekleidet und auch nach oben hin geschlossen, einzig das im Boden befindliche Becken und die Stufen wurden ausgespart. Die Tür der Kabine wurde entfernt und gegen einen Vorhang aus schwarzer Gaze ausgetauscht.
Der Besucher tritt von einem hellen Gang in einen Raum vollständiger Dunkelheit. Das Innere des Raumes mutet wie das Innere eines Zeltes an .
Im Kontrast zur Dunkelheit des Raumes steht das weiß gekachelte Badebecken, über dem ein bemooster Sandstein mittels Drähten schwebend verspannt ist. Einzige Licht-Quelle im Raum ist ein von innen leuchtender Wassertropfen. Ein durchgängig tragender Klang füllt den Raum, Außengeräusche verlieren an Präsenz. Dieser Klangraum wird subtil rhythmisiert, indem in größeren zeitlichen Abständen das Geräusch aneinander stoßender Steine – ein kurzes Klicken – zu hören ist.
Wasser fließt durch einen von der Decke hängenden fragilen Schlauch. An dessen Ende sammelt es sich an einer weißen Leuchtdiode, bis sich ein Tropfen vom Licht löst, auf den Stein fällt, über das Moos rollt und in das sich darunter befindende Becken gleitet. Während des Falls bis zum Moment seines Auftreffens wirft der Tropfen einen immer größer werdenden Schatten auf den Stein, in den er dann hineinfällt und sich fließend auflöst. Bei seinem Auftreffen auf dem Beckenboden erzeugt er einen Ton. Nach und nach entsteht ein weiterer von innen leuchtender Tropfen und fällt erneut herunter. So sind in regelmäßigem Rhytmus fallende Wassertropfen zu hören.

Licht, Dunkelheit und Klang schaffen einen Raum der Einkehr, in dem der Besucher Elementarem in einer stilisierten Form begegnet: Rhytmus und Zeit im Zusammenspiel mit Natur.

 

the source
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation
Der Besucher betritt den Raum durch einen Noren (japanischer, in der Mitte geteilter Halbvorhang für Türen oder Durchgänge) aus weißem Vlies. Der Zugang ist somit weder offen, noch geschlossen.  Von oben fällt gedämpftes Licht durch eine halbtransparente Verspannung aus weißem Vlies in den Raum.
Die Installation arbeitet bewußt mit der Materialanmutung der Kacheln: Kalte glatte Wände, an denen nichts haften bleibt. Keine Spuren vorheriger Badegäste, keine Erinnerungen. Beim Eintreten fällt der Blick des Besuchers auf eine große hängende Schriftrolle, die fast bis zur  Wasseroberfläche im Becken reicht. Auf einer durchsichtigen Folie vor weißem Vlies ist das folgende Zitat von Ramana Maharshi zu lesen:

Es genügt, das man sich ausliefert.
Sich auszuliefern heißt, das man sich dem Grund des eigenen Seins übergibt.
Der Ursprung ist in Dir selbst. Übergib Dich ihm.
Das bedeutet, das Du den Ursprung suchen und mit ihm eins werden mußt.

Beugt man sich nun über das Badebecken, von dessen Grund diffuses Licht ausgeht, blickt man durch das Wasser in einen großen Spiegel. Ebenso wie der Text, initiiert der Spiegel ein immerwährendes Feedback, das einem Mantra gleich den Betrachter allein mit sich selbst Zwiesprache halten läßt. Der „Sprung“ wird so zu einem inneren Wagnis –  gleich dem Mutsprung eines Kindes ins tiefe  Wasser.

 

aromabath
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation in Badekabine Nummer 4. Die Installation greift die ursprüngliche Funktion des Raumes auf. Sie zeigt eine Badesituation. Die Tür des Raumes ist geschlossen.
Auf dem Boden neben dem Badebecken befindet sich eine Schale mit Seife, über der Handtuchablage hängt ein locker hingeworfenes Handtuch, auf der Ablage vor dem Wandspiegel steht ein Massage-Öl. Auf dem Etikett steht: ”Aromatherapie”
Das Becken ist gefüllt mit frischem Laub. Davor sind vereinzelt Blätter wie Wassertropfen-Spuren eines zuvor dort Badenden auf den Stufen und auf dem Fußboden liegen geblieben.
Öffnet der Besucher die Tür der Kabine 4, kommt ihm der Duft des frischen Laubs entgegen, Träger der Erinnerung an einen erholsamen Spaziergang im Wald. Gleich dem Eintauchen ins Wasser des Bades taucht der Besucher ein in das Aroma – Bad.

Loreley comb Performance Project_001_2001

loreley-comb-performance-video

video, 2001

performancevideo

LORELEY-COMB-PERFORMANCE
PROJECT_001_2001

Performance, Licht- und Soundinstallation
Volxheimer Kunstverein, Volxheim, Bundesrepublik Deutschland

 

Performance, Licht- und Soundinstallation in ehemaligen Weintanks, die durch das Aussägen von rechteckigen Eingängen begehbar gemacht wurden. Von einem Gewölbekeller aus erreicht man 11 glasverkachelte Tanks aus Beton, die rechts und links von einem schmalen Gang abgehen, der seinerseits in einen weiteren Keller mündet.
Die kleinen schlauchartigen Räume bieten neben einer speziellen Akustik auch eine Atmosphäre , die an Gruften erinnert. Die niedrige Eingangs höhe zwingt den Eintretenden , sich leicht zu bücken.
„Loreley-Kämm-Performance“ fand an fünf Sonntagen in zwei sich gegenüberliegenden Räumen / Tanks statt. Beide abgedunkelten Performance-Räume – in dezent blaues Licht getaucht- wurden durch schmale Schläuche verbunden, durch die in einem ewigen Kreislauf Wasser floss. In beiden Räumen wurde dieser Wasserkreislauf mittels einer kleinen Lichtvorrichtung so durchleuchtet, daß davon kreisrunde Licht-Bilder auf eine Leinwand an der Decke projiziert werden konnten.
Gleichzeitig war ein sphärisch tragendes Klanggefüge von ca. 25 Minuten als Loop zu hören. Verarbeitet wurden dafür sowohl natürliche Geräusche (Wasser, Pontons, Schiffe…) und synthetisch generierten Sounds, als auch gesungene und als Text geflüsterte Samples des Loreley-Liedes.

Begibt sich der Besucher von draussen in das Kellergewölbe, nimmt er zuerst den Klang wahr, dem er sich sukzessive nähert. In den hell erleuchteten Gang eintretend, kann er lokalisieren, daß der Klang aus den beiden ersten sich gegenüberliegenden Tanks rechts und links ertönt. Rechts in der Mitte des ersten Tanks / Raumes sitzt Loreley zwischen einigen kleinen Felsbrocken auf einem thronartigen Stuhl und kämmt sich ihr langes Haar. Im Raum links sitzt eine weitere Person – der Photograph – auf einem Hocker in Eingangsnähe nahe einem zurückgezogenen schwarzen Vorhang. Dahinter: zwischen einigen Felsstücken ein Stativ, das auf das spätere Geschehen hindeutet. Die räumliche Enge erinnert an die eines Passbildautomatens.
Von Zeit zu Zeit erhebt sich Loreley von ihrem Thron, nimmt eine der bereitliegenden Haarbürsten und sucht den Blickkontakt mit dem Besucher, um anzudeuten, ihm fünf Minuten lang die Haare zu kämmen. Der Rhythmus des Sounds leitet den Rhytmus des Bürstens, das einer sanften Kopfmassage entspricht. Danach überreicht sie jedem Besucher die Bürste, mit der er gekämmt wurde; denn nur damit wird man in den gegenüberliegenden Raum des Photographen gelassen. Nachdem der Besucher dort eingetreten ist, schliesst der Photograph den schwarzen Vorhang am Eingang. Er erklärt, dass er gerne ein Polaroid-Portrait von der Person anfertigen und signieren lassen würde, dieses aber im Tausch gegen die von Loreley erhaltene Bürste behalten möchte. Anschließend macht er vom Frischgekämmten ein Polaroid-Photound bittet ihn, es zu signieren bevor es ganz entwickelt ist.
Insgesamt 72 Besucher begaben sich an fünf Sonntagen zu Loreley, um sich von ihr fünf Minuten die Haare kämmen, bzw. bürsten zu lassen. Dieser sehr intime Kontakt des Kämmens, bzw. gekämmt werdens fand öffentlich statt;
eingebettet in eine akustische und visuelle Textur aus Motiven wie “Der Rhein” und “Die Loreley”. Der fotografische Prozess der Schaffung eines Erinnerungsbildes – eher ein öffentlicher Vorgang – wurde ins Verborgene verlegt.
Die Portraits sind nur im Internet zu sehen (www.431art.org). Die Kommunikation zwischen Besucher und Loreley, die laut der Sage soviele Schiffer durch ihren Gesang und ihre Gestalt in den Tod riss, lag schwerpunktmäßig im nonverbalen Bereich, diejenige des Photographen hingegen im verbalen Bereich.
Mancher hatte keine Idee, was ihn bei Loreley und im gegenüberliegenden Raum erwartete und wagte es dennoch einzutreten. Die meisten der Besucher genossen den Akt des Kämmens und fielen teilweise in tiefe Entspannung.
Der Gang in den Raum des Photographens gegenüber bot auch die Möglichkeit, im Verborgenen wieder ins Alltagsgeschehen zurückzukehren. Insofern ist das Photographieren auch als ein Bannen zu verstehen.
Kommentare der Besucher waren z.B.: „Ich war bei Loreley in Behandlung“. „Der Kontakt mit dem Weiblichen, den Gefühlen und dann die Begegnung mit dem Männlichen, Technischen“ .