Portfolio Categories Participative
431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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Expedition Urban Space Project_030 Seit 2010

Expedition FFM Seckbach

 

Expedition durch den urbanen Raum
Künstlerische Expedition von und mit 431art. Ausgerüstet mit Sonnenbrillen und Taschenlampen, die den Teilnehmern leihweise zur Verfügung gestellt werden, wird ähnlich einer archäologischen Forschergruppe nach Einbruch der Dunkelheit die urbane Struktur eines Ortes erforscht. Die Ausrüstung von einerseits die Sicht erschwerenden Sonnenbrillen, sowie andererseits punktuelle Sicht ermöglichende Taschenlampen kreiert ein absurdes Moment im Alltag, verändert die Wahrnehmung von Raum und Zeit und macht auf diese Weise im Alltag oftmals Unbeachtetets neu entdeckbar. Vor Expeditionsbeginn erhalten die Teilnehmer ein Set von Postkarten, anhand derer die Expeditions- Stationen zu finden sind und nebenbei Wissenswertes über den Ort erfahren wird. Dabei wird auch danach gefragt, was an einem Ort hätte passiert sein können oder welchen Ursprungs ein Objekt sein könnte.

 

 

Die Expeditionen fanden seit 2010 mehrfach an folgenden Orten statt:

 

Frankfurt Lindenvierte, Frankfurt Seckbach, Frankfurt Riederwald, Schöppingen (NRW)

Schmeck die Heimat Project_029_2010

Eine audiosensuelle Erfahrung des Heimatbegriffs

Öffentliche Wasserprobe
Drei Sorten Wasser wurden mit Geräuschen des urbanen Umfeldes beschallt und zur Verkostung angeboten. Ort: Museumsscheune Schöppingen
Installation in der Museumsscheune
Fotos der Aufnahmeorte mit GPS-Koordinaten versehen wurden zwischen den Exponaten des Heimatvereins platziert und in Beziehung zueinander gesetzt.
Installation Audiolabor.

 

 

Installation und öffentliche, audio-sensuelle Wasserprobe

(zur micro Site) (flash)

 

 

Schmeck die Heimat
eat art, 2010, Öffentliche Wasserverkostung

Öffentliche Wasserprobe in der Museumsscheune Schöppingen. Drei Sorten Wasser wurden mit Soundkompositionen aus urbanen Klängen Schöppingens beschallt und zur Verkostung angeboten.

 

Schmeck die Heimat
installation, 2010, Installation in der Museumsscheune

 

Installation in der Museumsscheune
Video-Installation “Binary moves” eines digitalen Tropfens

Fotografien der Aufnahmeorte urbaner Sounds platziert als Intervention in die bestehende Ausstellung des Heimatvereins.

 

 

Installation im Audiolabor

 

Die Soundkompositionen waren über einen Telefonhörer zu hören und versetzten gleichzeitig das Wasser in einer Petrischale in Schwingung. Das Schwingungsbild war live auf einem Monitor zu sehen.

Art supports the global Stock Market Project_024_2009

“ART SUPPORTS THE GLOBAL STOCK MARKET”

 

Mit ihrem aktuellen Projekt “ART SUPPORTS THE GLOBAL STOCK MARKET” nehmen 431art Bezug auf die weltweite Wirtschaftskrise und Bankenkrise. Das im Herzen des Finanzzentrums in Frankfurt statt findene künstlerische Projekt besteht aus Aktion, Installation und Multiple. Inmitten des Frankfurter Bankenviertels und dem Zentrum der Finanzbranche stellen Haike Rausch und Torsten Grosch mit Ihrer

Installation “endorphin 1.1 – betarelease  I  Find your personal LUCKINDEX now”
die Frage nach einem Glücksindex.
Die im Fenster des Ausstellungsraums von Kaiser & Cream in der Mainzer Landstraße platzierte Installation bietet nicht nur Bankangestellten vom 8. – 29. August 24 Stunden täglich die Möglichkeit, den eigenen Index für Glück zu bestimmen. 431art verweist damit auf die irrationalen, intuitiven Aspekte des Börsenmarktes und rekurriert auf menschliche Schwächen wie z.B. Gier oder maßloses Gewinnstreben. Der Verweis auf das menschliche Handeln betont sowohl die Archillesverse des internationalen Aktienmarktes, als auch auf der anderen Seite die Möglichkeit eines Perspektivwechsels. Dieser Perspektivwechsel wird von 431art auch auf der Metaebene vollzogen: es ist die Kunst, die hier den internationalen Finanzmarkt unterstützt. Dies stellt auch die Frage nach dem Wert von Kunst und ist ein Verweis auf die zunehmend zu beobachtende Tendenz, Kunst ausschließlich als Anlageobjekt zu definieren.

An der Außenseite des Galerieraumes stehen Fragebögen zur Bestimmung des eigenen Glücks und eine Einwurfbox bereit. Im Galerieraum befindet sich in drei Metallregalen ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar. Durch das Angebot an ‘Substanzen’ wird “Glück” nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet. Täglich kann auf diese Weise der eigene Index für Glück bestimmt werden. Ein elektronisches Display mit animierter roter LED-Schrift im Galeriefenster macht auf die Aktion aufmerksam.

Die Aktion “endorphins Bankers Happy Hour”
Espresso 50% off for bankers
friday 14. 8., 21.8., 28.8. from 12:00 am to 2:00 p.m.
bietet ausschließlich Bankangestellten innerhalb ihrer Mittagspause den Espresso zum halben Preis.
Sonderrabatte für die “Gewinner der Krise”? oder Rettungsaktion für überlastete und unter Druck stehende Angestellte? Die partizipatorische Aktion transformiert gängige Vorurteile mit den Mitteln von Kunst und Ironie.

Das Projekt “art supports the global stock market” von 431art ist Teil der Summershow RESET! von Kaiser & Cream und wird präsentiert von quersumme8.
Vernissage Freitag 7. August 18:00
Ausstellung bis 29.August 2009
Haike Rausch und Torsten Grosch werden auf der Vernissage über eine audio-visuelle Internetverbindung life von den Empathiemeilen aus Berlin zugeschaltet sein.
431art löst seit Anfang 2009 mit ihrem interdisziplinären nachhaltigen Projekt botanoadopt große Medienresonanz aus.

 

endorphin 1.1 – betarelease
special limited Edition
Multiple “euphoria” (Energydrink)

 

Mit ihrem aktuellen Projekt “ART SUPPORTS THE GLOBAL STOCK MARKET” nehmen 431art Bezug auf die weltweite Wirtschaftskrise und Bankenkrise. Das im Herzen des Finanzzentrums in Frankfurt statt findene künstlerische Projekt besteht aus Aktion, Installation und Multiple. Mit Ihrer Installation “endorphin 1.1 – betarelease  | Find your personal LUCKINDEX now” vom 7. – 29. August 24 Stunden täglich stellt 431art die Frage nach einem Glücksindex. Die im Fenster des Ausstellungsraums von Kaiser & Cream platzierte Installation bietet nicht nur Bankangestellten die Möglichkeit, den eigenen Index für Glück zu bestimmen.

 

Die Aktion “endorphins Bankers Happy Hour” Espresso 50% off for bankers friday 14. 8., 21.8., 28.8. from 12:00 am to 2:00 p.m. bietet ausschließlich Bankangestellten innerhalb ihrer Mittagspause den Espresso zum halben Preis.Sonderrabatte für die “Gewinner der Krise”? oder Rettungsaktion für überlastete und unter Druck stehende Angestellte? Die partizipatorische Aktion transformiert gängige Vorurteile mit den Mitteln von Kunst und Ironie.

 

 

Das Projekt “art supports the global stock market” von 431art ist Teil der Summershow RESET! von Kaiser & Cream und wird präsentiert von quersumme8.

 

Vernissage Freitag 7. August 18:00
Ausstellung bis 29.August 2009
Geöffnet Freitags von 12:00 bis 15:00 Uhr und von 17:00 bis 20:00 Uhr.
Mainzer Landtrasse 65, Frankfurt

My private Supermarket Project_022_2008

Mit My private supermarket eröffnete 431art 2008 einen kleinen Laden, im Schaufenster ein Regal mit Marmeladengläsern. Der Galerieraum erscheint auf den ersten Blick als eine Mischung aus einem modernen Lebensmittelgeschäft und Omas Vorratskammer. Bei genauerem Hinsehen jedoch beschränkt sich die ‘Auslage’ keineswegs auf eine reine Warenpräsentation: Auf eine Wand sind kryptische handschriftliche Texturen projiziert, Schaukästen beherbergen eine Sammlung von Schmetterlingen mit einer befremdlichen Tracht aus verschachtelten typographischen Strukturen, und ein Videomonitor zeigt eine Hummel, wie sie unterwegs von Blüte zu Blüte beflissen ihren Einkaufszettel abarbeitet. Selbst die scheinbar ‘feilgebotenen’ Gläser beinhalten alles andere als gewöhnliches ‘Eingemachtes’. Die Etiketten geben nämlich nicht nur Auskunft über die Ingredienzen, sondern zeichnen sich auch durch eine eigentümlichen Klassifikation aus, z. B. Glücks-Ernte, Zufalls-Ernte, Spontan geplante Ernte, Beiläufig gerettete Ernte und Intuitive Ernte.
My private supermarket bewegt sich zugleich in mehreren thematischen Feldern. Denn die einzelnen Ausstellungselemente spannen mit je unterschiedlichen Akzenten einen thematischen Bogen zwischen der derzeitigen Konjunktur teurer Bio-Feinkost und einer weitgehend verloren gegangenen Kultur der Selbstversorgung, zwischen der zunehmenden Homogenisierung der ‘Einkaufswelten’ und dem Verschwinden kleiner Einzelhandelsgeschäfte und schließlich zwischen dem Sammeln als Freizeitbeschäftigung und als Mittel zur Sicherung des Überlebens. Die ungewöhnlichen Etikettierungen lassen zudem nicht – wie sonst üblich – das Endprodukt, sondern die u.a. durch die Prinzipien der Intuition, der Spontaneität und des Zufalls geprägten Vorgänge seiner Hervorbringung in den Vordergrund treten. Auf einer anderen Reflexionsebene werden dabei innerhalb der Institution Kunst auch Fragen nach dem Wechselverhältnis zwischen dem Bedarf an verkäuflichen Artefakten und der Relevanz prozesshafter und experimenteller Projekte aufgeworfen. Entsprechend verlässt 431art mit einer Performance die Grenzen des Kunstraums, indem sie den Menschen im Wartesaal des gegenüberliegenden Sozialamts Brote mit den Fruchtaufstrichen der Ausstellung – den einzigen ‘Exponaten’, die unverkäuflich bleiben – serviert. Durch diese temporäre Intervention wird eine Art ‘Nicht-Ort’ der gesellschaftlich reglementierten Fürsorge mit Kulturen des bedingungslosen Schenkens, d. h. der Gabe konfrontiert.
Wie bei vielen anderen Projekten von 431art auch wird das Ephemere bzw. Vorübergehende betont und die Ausstellung – konsequent dem Konzept der Geschäftsführung folgend – mit der Aufgabe des Lädchens beendet. Zur Finissage wird jedoch kein Insolvenzverfahren eröffnet, sondern ein Katalog herausgegeben, in dem das ‘Inventar’ retrospektiv verfügbar bleibt.
Martin Doll, Medienwissenschaftler

 

 

my private supermarket
performance, 2008

 

 

Audiomitschnitt: 7:32 Min.

 

Publikation:

 

 

 

My Private Supermarket
431art – Rausch – Grosch
ISBN 978-3-937828-27-5

botanoadopt Project_021_2008

botanoadopt ist ein Projekt an der Schnittstelle von gesellschaftlichem Engagement, Wissenschaft und Kunst, welches über eine humorvolle Verschiebung von Kontexten neue Perspektiven aufzeigt.

 

Die Internetpräsenz botanoadopt.org wurde bereits kurz nach Veröffentlichung weltweit besucht. Über diese Seite werden Pflanzen mit individueller Biografie und Persönlichkeit zur Adoption vermittelt. Auf diese Weise werden Menschen aus unterschied-
lichen Kontexten miteinander in Kontakt gebracht – unabhängig von Alter, Bildung, Beruf, Herkunft oder Religion. Denn botanoadopt sieht vor, das der Adoptierende und der Noch-Besitzer/Elternteil einer Pflanze die Übergabe und Abholung der Pflanze selbst organisieren.
Ziel des Projektes ist – vereinfacht gesagt – mittels künstlerischer Aktivitäten und Intervention im Alltag die Wahrnehmung von Natur zu hinterfragen und neu zu definieren, sowie einen kommunikativen Prozess unter den Teilnehmern und deren Umfeld zu initiieren, der sich selbstständig fortsetzt.
Auf der Internetplatform kann der Entwicklungs-
prozess bereits adoptierter Pflanzen mittels Fotos verfolgt werden. So wird die Platform Ausdruck einer beständig wachsenden Gemeinschaft, zu einer neuen Form von ideellem und sozialem Netzwerk im realen und virtuellen Raum, die für ein sich im Entstehen befindendes nachhaltiges Bewußtsein steht.

Zusätzlich zur Internetplattform initiiert botanoadopt temporär angelegte Aktionen, die fokussiert an unterschiedlichen Orten wirken.  Die Enthüllung der weltweit ersten Pflanzenklappe in Schöppingen – die auch ein anonymes Abgeben von Pflanzen möglich macht  – brachte es innerhalb nur einer Woche zu über 99.000 Einträgen bei der Suchmaschine google. Die Süddeutsche Zeitung brachte es auf dem Titel im “Streiflicht”, Tageszeitungen und Radiosender berichteten deutschlandweit. Die Regionalfenster von RTL, SAT1 und WDR sendeten Beiträge und das ZDF berichtete in “Volle Kanne” überregional. Die Berichterstattung ging über die Schweiz bis nach Griechenland und Moskau. Im April 2009 zieht die Planzenklappe nach Frankfurt/Main und bereits jetzt melden Radio- und Fernsehsender, als auch Printmedien Interesse an einer begleitenden Berichterstattung an.

 

 

botanoadopt – Webpage
web, 2009

 

Internetplatform www.botanoadopt.org
Auf botanoadopt.org sind alle Zimmer-Pflanzen, die zur Zeit adoptiert werden können, mit Foto und individueller Biografie einsehbar. In näherer Zukunft werden auch Nutzpflanzen zu adoptieren sein. Auf diese Weise können z.B. alte Nutzpflanzensorten weiter verbreitet werden. Eine Checkliste zur Pflanzenadoption, sowie der Adoptionsvertrag stehen allen Interessenten bereit. Auch Pflanzengesuche können über die funktionale Seite aufgegeben werden. Darüberhinaus bietet die virtuelle Platform einen breitgefächerten sich in ständiger Erweiterung befindenden Wissenspool mit Artikeln und links zum Thema Pflanzen und eine Seite mit externen Medienbeiträgen. Die Platform botanoadopt. org ist in 34 Sprachen zu sehen. Momentan beschränkt sich das Wirkungsfeld von botanoadopt auf den deutschsprachigen Raum.
Der Adoptionsvertrag sieht vor, mindestens zwei mal pro Jahr ein Foto der adoptierten Pflanze an botanoadopt zu senden. Die ersten Fotos der adoptierten Pflanzen in ihrem neuen Zuhause auf der Website sind online. Die Seite informiert zudem über Aktionen von botanoadopt, Presse und stellt den botanoadopt podcast bereit, der in unregelmäßigen Abständen erscheint.

 

 

Pflanzenklappe at Schöppingen
public space, 2009

 

Mittels gezielter Aktionen setzt sich botanoadopt für Pflanzen ein.
Die Enthüllung der weltweit ersten Pflanzenklappe in Schöppingen löste ein breites Medienecho aus. Die Pflanzenklappe macht ein anonymes Abgeben von Pflanzen möglich und wird temporär aufgestellt. Botanoadopt betrachtet Pflanzen als eigenständige Lebewesen. Das Konzept der Babyklappe ist in Deutschland weit verbreitet und kann bis hin zum 12 Jahrhundert zurückverfolgt werden: die erste bekannte Babyklappe ist im Vatikan bekannt gewesen. In den ersten zwei Wochen im Februar 2009 wurden fast 70 Pflanzen gerettet und zum großen Teil weitervermittelt. Die Pflanzenklappe ist ab Frühjahr 2009 in Frankfurt/Main und zu einem späteren Zeitpunkt voraussichtlich in Berlin.
Alle abgegebenen und geretteten Pflanzen werden aufgenommen in Botania, mit Nährstoffen versorgt und mit individueller Biografie zur Adoption über die website botanoadopt.org oder in temporär eingerichteten Adoptionsbüros vermittelt.
Das Wort “Pflanzenklappe” führt bis jetzt zu über 100.000 Einträgen / Seiten bei google. “Pflanzenklappe + 70” nach einem Tag zu ca 25.600 Einträgen.

 

 

Pflanzenklappe at Frankfurt/Main
public space, 2009

 

2009 stand die Pflanzenklappe im Frankfurter Westend, auf dem Römerberg und im Mitscherlichhaus Höchst.

 

 

sound, 2009

 

botanoadopt podcast – news und stories von botanoadopt bei I-Tunes
Erscheinungsweise: unregelmäßig

 

 

Bannwald Migration
public space, 2009

 

Mittels gezielter Aktionen setzt sich botanoadopt für Pflanzen ein. Erste spektakuläre Aktion von botanoadopt war die Bannwald Migration: am Mittwoch 04.02.2009 gegen 15:00 Uhr leistete botanoadopt Fluchthilfe für 31 Buchen im Kelsterbacher Bannwald (Hessen, Gebiet geplante Nordbahn Flughafen Frankfurt). 31 Buchen, die der geplanten neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens weichen sollten, konnten durch botanoadopt vor dem sicheren Tod gerettet werden.
Unter Einsatz eines Kleinwagens, eines Kleintransporters, bewaffnet mit Schaufeln und Hacken gelang es botanischen Fluchthelfern unter Duldung der anwesenden Einsatzkräfte, den einunddreissig Buchensetzlingen aus dem Gebiet des Bannwaldes in Kelsterbach zur Migration in das Nordrheinwestfälische Künstlerdorf Schöppingen zu verhelfen.
Am 06.02.2009 wurde die Verpflanzung der vom Künstlerdorf Schöppingen adoptierten Buchendissidenden auf einer Freifläche des Stiftungsgeländes mit aktiver Mithilfe der dort anwesenden Sympathisanten umgesetzt. Achtundzwanzig Buchen schlagen nun neue Wurzeln auf einer Freifläche, die sich direkt neben der hiesigen Museumsscheune befindet. Drei weitere Buchen fanden ein Interimszuhause in den bereitgestellten Notunterkünften aus gebranntem Ton.
botanoadopt dankt allen Fluchthelfern und Pflanzaktivisten der ersten Stunde für ihre tatkräftige Unterstützung und dem Künstlerdorf Schöppingen für die Adoption von 28 Buchen.

 

 

 

Bannwald Buchen Trio
public space, 2009

 

Gemeinde Schöppingen adoptiert Bannwald Buchen-Trio
Bereits bei der feierlichen Enthüllung der Pflanzenklappe Anfang Februar sagte Schöppingens Bürgermeister Josef Niehoff den Initiatoren des Projektes botanoadopt  – Haike Rausch und Torsten Grosch – die Adoption von Pflanzen zu. Am Freitag, den 27.2.09 war es dann soweit. Drei der aus dem Frankfurter Bannwald geretteten Buchen wurden von der Gemeinde Schöppingen adoptiert und in den Schöppinger Stadtpark verpflanzt. Sie stehen nun zwischen Kirche, großer Rotbuche und  Grundschule. In Frankfurt wären die Bäume den Rodungsarbeiten des Flughafens zum Opfer gefallen. Dank der Rettung durch botanoadopt und der Adoption durch den Bürgermeister haben sie nun ein langes Leben vor sich. “Das Bannwald-Buchen-Trio wird seine Stimme nun stellvertretend für alle Pflanzen im Schöppinger Rathaus einbringen”, so das künstlerische Konzept.

 

 

 

botanoadopt underground
public space, 2009

 

botanoadopt gründet Untergrundbewegung
Für den aktiven Untergrund werden ab sofort Agenten gesucht, die den radikalen Ansatz und die subversive Geisteshaltung von botanoadopt in ihren Alltag bringen und dort verbreiten. Alle Agenten operieren aktiv und incognito unter ihrem selbstgewählten Decknamen für botanoadopt. Denn botanoadopt setzt sich weltweit für die Rechte von Pflanzen ein. Fordert die gleichberechtigte Anerkennung von Pflanzen als Lebewesen mit eigenständiger Wahrnehmung und den Stopp der kommerziellen Ausbeutung von Lebewesen, sowie die Lebensraumerhaltung aller Wildpflanzen. botanoadopt setzt neue Maßstäbe in Wegen aus der Krise. Mit gesellschaftlichen Alternativen und Perspektiven: Adoption statt Konsum. Soziale Vernetzung statt gewinnmaximierende Vereinzelung.

Agent der autonom-operativen Einheit ‘botanoadopt-Untergrund’ werden:
Agenten-Aufnahmeantrag formlos unter Angabe von Motivation, besonderen Fähigkeiten und Decknamen senden an www.botanoadopt.org
Aufgaben:
Jeder Agent verbreitet auf subversive Art und Weise die Ziele und Ideale von botanoadopt zur Verwirklichung einer neuen Gesellschaft und leistet darüberhinaus einen Agentenbeitrag von Euro 1,- pro Monat auf das Spendenkonto von quersumme8 e.V., Kto-Nr: 3584869, BLZ 500 905 00, Sparda Bank, Stichwort: botanoadopt-Agent.

Alle Agenten werden als botanoadopt-Untergrundaktivisten mit ihrem Alias online erkennungsdienstlich erfasst. Im Alltag können Agenten an dem durch botanoadopt bereitgestellten und zertifizierten Agentenbutton erkannt werden.

Start der Untergrundbewegung ist Freitag, der 10. April 2009.
Gründungsagenten:

 

Schrock North, Frankfurt, Germany
Ellen Ripley, Frankfurt, Germany
Croft&Lara, Berlin, Germany

 

Die botanoadopt-Untergrundbewegung hat bereits in ihren Anfängen konspirativen Zuwachs aus dem Ausland. Als Agenten der ersten Stunde agieren:

 

Talpa 003, Italien/Österreich
Esmay Suiza, Frankfurt/M, D
Sonn En T’Au, Frankfurt/M, D

 

 

 

Empathietraining in Berlin
performance, 2009, Aktion

 

431art zu Gast im Empathiegarten Berlin

Kann anhand von Pflanzen Mitgefühl gelernt werden? Und welcher Empathietyp sind Sie eigentlich? Das Empathietraining mit botanoadopt (Haike Rausch und Torsten Grosch) und fünf Pflanzen aus Botania. Das Empathietraining findet statt im Rahmen der Empathiemeilen des Labors für kontrafaktisches Denken aus Berlin.

In einem einzigartigen Empathietraining gibt es nun die Möglichkeit, einige der von botanoadopt aufgenommenen Pflanzen persönlich kennenzulernen und die eigene Empathiefähigkeit zu testen und im besten Falle weiter zu entwickeln.

botanoadopt betrachtet Pflanzen als Lebewesen mit eigenständiger Wahrnehmung und stellt diese mit individueller Biografie und Foto auf der website www.botanoadopt.org vor. Über das Internet können diese Pflanzen dann adoptiert werden, selbstverständlich per Vertrag geregelt. Adoptiveltern senden dann 2x pro Jahr Fotos ihres Schützlings, die auf der website veröffentlicht werden. Auf diese Weise entstehen Einblicke in die Entwicklung der Pflanzen und von ihrem Lebensumfeld. Pflanzen wurden bisher aus ganz Deutschland und aus der Schweiz adoptiert.

I’ll be your substitute whenever you want me Project_017_2007

I’ll be your substitute whenever you want me
second life, 2007, interactive virtual installation

 

 

“…Diese Form der Ästhetisierung des Nicht-Materiellen ist auch Gegenstand von I’ll be your substitute whenever you want me – einer Arbeit, die in der Virtual Reality-Umgebung ‘Second Life’ realisiert wurde. Im Zeitalter der Digitalisierbarkeit, in dem scheinbar alle alltagsweltlichen Bezüge (von der zwischenmenschlichen Kommunikation bis hin zu privaten Erfahrungsräumen) rechnergestützt prozessierbar geworden sind, macht sich dieses 431art-Projekt zur Aufgabe, vertraute Realitätsbegriffe und Identitätsvorstellungen zu hinterfragen.
Das virtuelle Environment verbindet Platons Höhlengleichnis – bekannt als das abendländisch-philosophische Bild für das Problematisch-Werden von “Sein und Schein” – mit der Visualisierung labyrinthischer Formationen und lässt im Spannungsfeld zwischen Immersion und Distanz die epistemologischen Impli-kationen der Überlagerung von virtuellen und ‘realen’ Erfahrungsebenen thematisch werden. Die Struktur der Arbeit ist dabei selbst ein Labyrinth, in dem verschiedene Repräsentationsebenen durcheinander gespielt werden. Die ästhetischen Interferenzen zwischen Audio, Video und dem Sourcecode des ersten Second Life-Viewers sowie zwischen dem Avatar und dem Betrachter am heimischen Computer öffnen so ein metaphorisches Deutungsfeld um Fragen nach der Eigenwirklichkeit sowohl von virtuellen Räumen als auch von mit Personalität und Autorschaft verbundenen Online-Existenzen. In dieser undurchdringlichen Matrix wird der User auf seiner umherirrenden Suche nach einer stabilen Identität zugleich mit mehreren Spiegelungen seiner selbst und seiner Umgebung konfrontiert, nämlich mit seinem virtuellen Double, mit der diesem und seiner ‘Lebenswelt’ zugrunde liegenden Software sowie mit der erkenntnis-theoretischen Reflexion des gesamten digitalen Paralleluniversums.”
Martin Doll, Medienwissenschaftler

Dank an unseren Avatar Freund Nazz Lane

 

 

second life connects real life
second life, 2007, lifescreening into real life

 

Zwischen realer und virtueller Welt schaffen Rausch und Grosch mittels der Lifeübertragung von Second Life ins Klingspor Museum Offenbach am 16.8.2007 um 20 Uhr eine Art medialer Rückkoppelung. Lifeübertragung und lecture.

 

 

I’ll be your substitute 02
second life, 2007, exhibtion Butzbach

 

 

I’ll be your substitute 02 transferiert Teile der Originalinstallation in eine lieblich-idyllisch anmutende second life location: die frei interpretierte virtuelle Nachbildung des hessischen Ortes Butzbach mit Fachwerkhäusern. In der Installation untersuchen wir die Grenze der Identifikation mit der visuellen Erscheinung innerhalb second life.
Ort der Installation war ein Hügel in einem Parkgelände. Auf einer Lichtung wurden frei schwebende Textzitate zu Fragen des Seins direkt in die liebliche Landschaft plaziert. Der Ort ist in sofern als typisch für second life anzusehen, als das hier ein idealisiertes Wunschbild virtuell realisiert wird. Mittels transparenter Raumteiler verwandelten wir den Platz in einen open air Ausstellungsort. Hier waren auch ein virtuelles Buch über 431art und das Modell des Labyrinths plaziert. Die “Störung” der nach physischen Gesetzmäßigkeiten in sich logisch aufgebauten Situation wurde mittels frei schwebender Textzitate und mittels Stelen, die sich bei Näherung verkleinern und bei Entfernen wieder vergrößern, aufgebaut. Letztere nutzen die technischen Möglichkeiten von sl als Irritation und Störung der Nachbildung des Realen. Vom Ausstellungsort war ein Teleport in das in mehreren hundert Metern hoch schwebende Laybyrinth möglich.
Dem Ort wurden also gleichzeitig mehrere Funktionen und Realitätsebenen zugewiesen. Der Ausstellungsort bezieht sich klar auf die systemimmanente Realität in sl. Die Störfelder Textzitate und Stelen bilden Irritationen in diesem, während das Labyrinth den Avatar mit dem Sourcecode konfrontiert.
Dank an unsere Avatar Freundin MaillaAnn Slade. Ort: MarillaAnns grey hair art gallery, Butzbach, second life.

 

 

I’ll be your substitute 03 at SL5B
second life, 2008

 

Ausstellungsevent zum 5ten Bestehen von Second Life vom 23. Juni 2008 9:00 am (Montag)
bis 7. Juli, 2008 11:59 pm (Montag)

Alle Zeitangaben beziehen sich auf US Pacific time

I’ll be your substitue 03 ist eine Installation anläßlich des 5ten Bestehens von second life auf einen von linden lab bereitgestellten Grundstück neben anderen virtuellen Installationen zum fünfjährigen Bestehen von second life.
Auch hier loten wir die Möglichkeiten virtueller Architektur in bezug auf die Befragung von Realität und der Konstruktion von Wirklichkeit innerhalb von sl aus.
Auf einem am Meer gelegenen Grundstück plazieren wir ein Zitat der Höhle der Originalinstallation. Die Höhle wird – hier nach oben hin geöffnet – zum screening-Ort des Films “Walk to Elea!”. So entsteht eine Ort-im-Ort-Situation; eine Realitätsverschachtelung. Bei Sehen des Films wird realisiert, sich in Teilen des ehemaligen Drehortes zu befinden – der Vorführort wird so quasi zur Kulisse von etwas, was anderen Ortes in sl stattfand. Er verweist damit auf das grundsätzlich kulissenhafte innerhalb second lifes – der virtuellen Nachbildung physischer Realität. Erst die Überwindung der Schwerkraft mittels der technischen Möglichkeiten in sl schaffen eigene Gesetzmäßigkeiten. Auf dem Grundstück sind mehrere Teleporter plaziert, die den Avatar zum in den Wolken schwebenden Labyrinth bringen – und mit dem Sourcecode, der seine Existenz bedingt – konfrontieren.

wasting time by drying hair instead of making art Project_014_2006

Interaktive Videoinstallation, live-camerafeed, DVD 2´51″ loop zum Jubileum “404040404040” der Fluxusbewegung im ehemaligen Paik-Raum der FluXus Freunde Wiesbaden e.V.
Durch einen Sehschlitz in der mit schwarzen Tuch verschlossenen Tür ist die Videoprojektion “wasting time by drying hair instead of making art” zu sehen. Das Jubiläum der Fluxus-Bewegung wird typographisch aufgegriffen, unterschnitten in rasender Bildfolge mit einem kurzen performativen Alltags-Piece.
Gleichzeitig wird der Betrachter zum Akteur; der Ausschnitt der betrachtenden Augenpartie wird mittels einer Livekamera abgenommen und in “Bens Bar” über einen Monitor zeitgleich dargereicht.
Dem Betrachter wird auffallen, das im typographischen Gefüge des Films 40 Wochen fehlen – einen Hinweis auf deren Verbleib kann der Titel des Films geben. Für Besucher liegen Formularbögen bereit, mit Hilfe derer diese die vorraussichtlich in ihrem Leben verbrachte Zeit zum Haaretrocknen errechnen, bzw. schätzen können.

 

 

wasting time by drying hair instead of making art
video, 2006

 

 

Video, Farbe, Ton, 2´51″

fluxus rooms Project_009_2005

frequency digestion

performance, 2005, videoinstallation

 

 

[Video Wasser 60 sek loop; Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde]
Testen Sie den Geschmack von Musik.
Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde, boten wir zum Geschmackstest an. Hat Schwingung/Musik, d.h. flüchtige Information die Kraft, den Geschmack von Wasser zu verändern und wie schmeckt ein klassisches Stück oder HipHop?

 

relaxation scene – do not cross

installation, 2005

 

 

Raum- und Sound-Installation
[Massageliege, Projektionsleuchten, Wasserkreislauf,; Sound: Herzschlag]
Fluxus Freunde Wiesbaden e.V., Bundesrepublik Deutschland

Auf die Kreide-Umrisszeichnung eines Liegenden wird von unten in einem Kreislauf fließendes Wasser auf die Bereiche projeziert, in denen das Gehirn und das Herz liegt.
Titel und Kreideumriss auf schwarzem Grund spielen auf die Umrisszeichnung zur Tatortsicherung nach Verbrechen an. Die Projektion und Sound eines Herzschlages stellen die Frage nach der Definition von Leben oder Tod.

endorphin 1.1 – betarelease Project_008 seit 2004

2004 – fortlaufend

 

endorphin 1.1 | betarelease – cologne

installation, 2004, exhibition cologne

Installation im Hohlkörper der Deutzer Bridge, Köln, begonnen 2004 – fortlaufend: Metallregal, mit Wasser gefüllte Flaschen, Wasserkanister, Metallschale, Tropf mit Schlauch und Leuchtdiode, Kontaktmikrophon, Audiobox; Tisch, Stuhl, Feedback-Box.

“Glück” ist schwer zu verallgemeinern, es bezeichnet individuelle seelische Verfassungen, Empfindungen von Lust oder euphorischer Begeisterung. Zudem läßt es sich nur im Kontrast zu anderen, unangenehmen Erfahrungen genießen. Daher kann es kein fortdauernder Zustand sein, sondern wird als etwas Ephemeres erlebt, es sei denn, es begegnet uns als Versprechen jenseitiger Seeligkeit. Oft erscheint Glück so als etwas zu Suchendes oder noch zu Erreichendes. Rein physiologisch hängt das Gefühl von Freude oder Glück mit der körpereigenen Ausschüttung von Endorphinen zusammen.
Die Installation „Endorphin 1.1 Betarelease“ hält vor diesem Hintergrund ein besonderes Angebot bereit: In einem Metallregal befindet sich ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar.Dazwischen, auf der mittleren Regalebene, sieht man, wie sich Wasser aus einem Schlauch allmählich um eine Leuchtdiode sammelt und, einem Destillat gleich, Tropfen für Tropfen in eine Metallschale fällt. Dieser Vorgang ist zugleich akustisch verstärkt zu hören. Es scheint, als würde das mit den Glücksmomenten ‘beseelte’ Wasser in einem alchemistischen Prozeß gewonnen.Durch das Angebot an ‘Substanzen’ wird das Streben nach Glück nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet. Als Betaversion fordert die Installation ihn darüber hinaus auf, die Versuchsanordnung zu testen und zu vervollkommnen, um schließlich zu einem Final Release zu kommen. (Martin Doll)
Dank an Martina Biesenbach

fluxus & zen Project_005_2002

Installationen zu den Begriffsfeldern Baden und Einkehr in einem ehemaligen jüdischen Badehaus in Wiesbaden.
Von einer gestreckten räumlichen Flucht zweigen rechts und links Badekabinen ab, die zum Teil mit einem im Boden eingelassenen, über Stufen zugänglichen Badebecken versehen sind. Allen Kabinen gemein ist eine durchgehende helle Kachelung der Wände, des Bodens und des Beckens. Sie sind mit verschließbaren Türen versehen um die Privatspäre des Badenden zu gewähleisten, jedoch nach oben hin offen.

 

time stone
installation, 2002, by t.grosch

 

 

Video-, Raum- & Soundinstallation
Die gesamte ehemalige Badekabine ist für die Dauer der Installation mit schwarzem Teppich ausgekleidet und auch nach oben hin geschlossen, einzig das im Boden befindliche Becken und die Stufen wurden ausgespart. Die Tür der Kabine wurde entfernt und gegen einen Vorhang aus schwarzer Gaze ausgetauscht.
Der Besucher tritt von einem hellen Gang in einen Raum vollständiger Dunkelheit. Das Innere des Raumes mutet wie das Innere eines Zeltes an .
Im Kontrast zur Dunkelheit des Raumes steht das weiß gekachelte Badebecken, über dem ein bemooster Sandstein mittels Drähten schwebend verspannt ist. Einzige Licht-Quelle im Raum ist ein von innen leuchtender Wassertropfen. Ein durchgängig tragender Klang füllt den Raum, Außengeräusche verlieren an Präsenz. Dieser Klangraum wird subtil rhythmisiert, indem in größeren zeitlichen Abständen das Geräusch aneinander stoßender Steine – ein kurzes Klicken – zu hören ist.
Wasser fließt durch einen von der Decke hängenden fragilen Schlauch. An dessen Ende sammelt es sich an einer weißen Leuchtdiode, bis sich ein Tropfen vom Licht löst, auf den Stein fällt, über das Moos rollt und in das sich darunter befindende Becken gleitet. Während des Falls bis zum Moment seines Auftreffens wirft der Tropfen einen immer größer werdenden Schatten auf den Stein, in den er dann hineinfällt und sich fließend auflöst. Bei seinem Auftreffen auf dem Beckenboden erzeugt er einen Ton. Nach und nach entsteht ein weiterer von innen leuchtender Tropfen und fällt erneut herunter. So sind in regelmäßigem Rhytmus fallende Wassertropfen zu hören.

Licht, Dunkelheit und Klang schaffen einen Raum der Einkehr, in dem der Besucher Elementarem in einer stilisierten Form begegnet: Rhytmus und Zeit im Zusammenspiel mit Natur.

 

the source
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation
Der Besucher betritt den Raum durch einen Noren (japanischer, in der Mitte geteilter Halbvorhang für Türen oder Durchgänge) aus weißem Vlies. Der Zugang ist somit weder offen, noch geschlossen.  Von oben fällt gedämpftes Licht durch eine halbtransparente Verspannung aus weißem Vlies in den Raum.
Die Installation arbeitet bewußt mit der Materialanmutung der Kacheln: Kalte glatte Wände, an denen nichts haften bleibt. Keine Spuren vorheriger Badegäste, keine Erinnerungen. Beim Eintreten fällt der Blick des Besuchers auf eine große hängende Schriftrolle, die fast bis zur  Wasseroberfläche im Becken reicht. Auf einer durchsichtigen Folie vor weißem Vlies ist das folgende Zitat von Ramana Maharshi zu lesen:

Es genügt, das man sich ausliefert.
Sich auszuliefern heißt, das man sich dem Grund des eigenen Seins übergibt.
Der Ursprung ist in Dir selbst. Übergib Dich ihm.
Das bedeutet, das Du den Ursprung suchen und mit ihm eins werden mußt.

Beugt man sich nun über das Badebecken, von dessen Grund diffuses Licht ausgeht, blickt man durch das Wasser in einen großen Spiegel. Ebenso wie der Text, initiiert der Spiegel ein immerwährendes Feedback, das einem Mantra gleich den Betrachter allein mit sich selbst Zwiesprache halten läßt. Der „Sprung“ wird so zu einem inneren Wagnis –  gleich dem Mutsprung eines Kindes ins tiefe  Wasser.

 

aromabath
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation in Badekabine Nummer 4. Die Installation greift die ursprüngliche Funktion des Raumes auf. Sie zeigt eine Badesituation. Die Tür des Raumes ist geschlossen.
Auf dem Boden neben dem Badebecken befindet sich eine Schale mit Seife, über der Handtuchablage hängt ein locker hingeworfenes Handtuch, auf der Ablage vor dem Wandspiegel steht ein Massage-Öl. Auf dem Etikett steht: ”Aromatherapie”
Das Becken ist gefüllt mit frischem Laub. Davor sind vereinzelt Blätter wie Wassertropfen-Spuren eines zuvor dort Badenden auf den Stufen und auf dem Fußboden liegen geblieben.
Öffnet der Besucher die Tür der Kabine 4, kommt ihm der Duft des frischen Laubs entgegen, Träger der Erinnerung an einen erholsamen Spaziergang im Wald. Gleich dem Eintauchen ins Wasser des Bades taucht der Besucher ein in das Aroma – Bad.