Portfolio Categories Participative
431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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If Art is boring, Change your Shoes Project_044_2013

Die Arbeit entstand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kunstvereins Ahlen. Der Kunstverein ist in einer ehemaligen Schuhfabrik beheimatet.
Die Arbeit besteht aus einer dauerhaften Arbeit im öffentlichen Raum (Parkplatz angrenzend an den Kunstverein), einer partizipativen Aktion und einer temporären Installation.

 

Vor den Feierlichkeiten wurde der ans Gebäude angrenzende Parkplatz von 431art mit einer dauerhaften Arbeit versehen: der relativ triste Ort wird durch einen künstlerischen Eingriff als Treffpunkt unterschiedlicher Interessensgruppen inszeniert.

Das künstlerische Konzept sieht vor, verschiedene Schuhabdrücke – flächig, einfarbig und stilisiert – mittels Schablonen und Straßenmarkierungsfarbe  auf dem Boden aufzusprühen. Die Anordnung dieser Abdrücke visualisiert verschiedenen Situationen und Begegnungen auf dem Parkplatz

Die Schuhabdrücke verwandeln den leeren Parkplatz vor den Augen der Betrachter zu einem belebten Ortes, den die Imagination seiner BetrachterInnen mit Geschichten füllt: die Gruppe Jugendlicher beim Abhängen, der Geschäftsmann eilig aussteigend, das Paar auf dem Weg zum Besuch des Kunstvereins, eine Gruppe den Wagen beladend, drei Personen im Gespräch vertieft etc..

Die Farbe Gelb als Fahrbahnmarkierung hebt die Farbe weiss auf. Der Parkplatz wird zu einem Ort der Begegnung.

Kartonagen Camp Project_042_2013

“Kartonagen Camp – ein Exkurs in erste Bauten”. Partizipative Installation zu den Tagen der Architektur im MitscherlichHaus. BesucherInnen jedweden Alters konnten zwei Nachmittage lang innerhalb der Installation provisorische Häuschen aus Kartons bauen.  Kartonagen Camp greift das Prinzip erster Bauten aus Kartons auf; einem scheinbar jedem Menschen inne wohnendes Bedürfnis nach Behausung. Die Soundinstallation aus urbanen Klängen, Naturgeräuschen und menschlichen Äußerungen ist eine Audio-Reise zu inneren und äußeren Orten. Das Foyer wird zudem in wechselnde Lichtstimmungen getaucht.

 

Lebenslinien Project_036_2012

„Lebenslinien” oder “Das Gold liegt auf der Straße“ untersucht und befragt die Lebens- und Alltagsbedingtheiten derjenigen, die ihren Lebens- oder Berufsmittelpunkt an der und um die Mainzer Landstrasse angesiedelt haben.

 

Die Mainzer Landstrasse ist mit 8,3 Kilometern Frankfurts zweitlängste Strasse, die an der Frankfurter Taunusanlage im Stadtteil Westend beginnt und sich durch die Stadtteile Bahnhofsviertel, Gallus, Griesheim, Nied bis nach Höchst erstreckt.
Das künstlerische Forschungsprojekt von 431art fasst den heutigen Streckenverlauf der Mainzer Landstraße als Lebenslinie durch den urbanen Raum auf und verknüpft  diese urbane Lebenslinie mit der persönlichen Lebenslinie auf der Hand von InterviewpartnerInnen.
Mit dem Konstrukt der Legende vom “Gold auf der Mainzer” schaffen Grosch und Rausch zudem ein Bild für einen verborgenen Schatz und thematisieren mit der Frage danach den individuellen Blick ihrer InterviewpartnerInnen auf das Wertvolle oder Besondere der Mainzer. Ob das “Gold der Mainzer” im Materiellen oder Ideellen angesiedelt wird, liegt an der Betrachtungsweise des/der Befragten, die unterschiedlichen Alters, Herkunft, Einkommensschichten und Interessen sind. Insofern macht das künstlerische Forschungsprojekt von 431art die Disparität der Mainzer Landstrasse mit künstlerischen Mitteln sichtbar und im Weiteren deren Komplexität erfahrbar. Das Gold auf der Mainzer Landstrasse ist letztlich eine Metapher für jeden einzelnen dort lebenden oder arbeitenden Menschen.

 

Mit der projekteigenen Facebook Seite (die auch für Nichtmitglieder von facebook sichtbar ist) schafft 431art zudem eine partizipative Kommunikationsplatform und damit die Möglichkeit der Teilnahme am Projekt. Gesucht werden persönliche Sichtweisen der Mainzer Landstrasse. Die Seite ermöglicht es Beiträge zu veröffentlichen, Kommentare abzugeben und den aktuellen Projektstand zu erfahren.

Teilchenbeschleuniger Project_035_2012 2013

“Teilchenbeschleuniger” ist ein investigatives Kunstprojekt, welches Atomenergie kritisch reflektiert. Das partizipative Projekt nutzt die Methode der Kontextverschiebung und wird im August/September 2012 in mehreren Stufen realisiert. Projektbestandteile sind partizipative Aktionen und Performances im öffentlichen Raum, politische Intervention, Video.
Der Projekttitel “Teilchenbeschleuniger” rekurriert auf den gleichnamigen Begriff aus der Kernphysik. Der Begriff “Teilchen” wird umgangssprachlich auch für Backwaren verwendet, die Teil des Projektes sind.
“Teilchenbeschleuniger” ist Teil des 2012 und 2013 Münsterlandweit stattfindenden Projektes “Kritische Masse”, welches unterschiedliche Energieformen künstlerisch reflektiert. Das Projekt wird vom Land NRW gefördert.

Website des Projektes

Der “Teilchenbeschleuniger” verteilt Teilchen namens “Jülicher Törtchen”, “Brokdorfer Mürbchen” oder “Muffins Fukushima” an die Bevölkerung. Eine Petition an die Bundesregierung und ein Mailing an die Kanzlerin sowie die Umweltminister Altmaier und Remmel (NRW) sind Aktionen zur Beschleunigung politischer Handlungsfähigkeit in Sachen Atomkraft und Ausbau regenerativer Energien. Teilchenbeschleuniger wird im August/September 2012 in Deutschland (Bundesland NRW und Berlin) realisiert.

 

 

Teilchenbeschleuniger
Performance, 2012

 

Der “Teilchenbeschleuniger” beschleunigte “Muffins Fukushima”, “Brokdorfer Mürbchen”, „Harrisburger“, „Sellafielder cookies“, “Jülicher Törtchen”, „Tschernobyler“ in den Städten Ahaus, Gronau, Schöppingen, NRW. 

 

 

cosey meltdown
video, 2012

 

 

 

 

Intoxikations-Ausgleich
mail art, 2012, Petition an den Deutschen Bundestag

 

„Intoxikations-Ausgleich“. Mailing mit Gesetzesvorschlag an Kanzlerin Merkel, die Umweltminister Altmaier (Bund) und Remmel (NRW), Umweltminister a.D. und Bundestagsabgeordneten Trittin, Landtagsabgeordneten Markert (NRW).

 

 

Störfall sticht – Meltdowns trump
performance, 2012

 

Störfall sticht. Picknick mit Quartettspiel vor dem atomaren Zwischenlager Ahaus. Teilchenbeschleuniger. 2012.

 

 

Particle acceleration in Zagreb

performance, 2013

SPVH CONFERENCE
RENEWABLE ENERGY / RENEWABLE CULTURE

 

November 29-30, 2013, MSU Zagreb

An den beiden Konferenztagen im Gorgona-Saal der MSU von 10 bis 17 Uhr werden 20 aktuelle Positionen vorgestellt und diskutiert, die die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien und Praktiken in unserem beruflichen und privaten Alltag widerspiegeln. Ziel ist es, den Prozess des Denkens über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit auf der Mikro- und Makroebene zu beschleunigen. Internationale und kroatische Referenten werden ein breites Themenspektrum abdecken und sich dabei auf interdisziplinäre künstlerische Praktiken und neue Modelle für die soziale und politische Organisation konzentrieren. Erhaltung, Energieerzeugung und -verbrauch, die Umweltauswirkungen der Nahrungskette sowie alternative Methoden des Hochbaus – einschließlich der energetischen “Sanierung” bestehender Gebäude und öffentlicher Einrichtungen – werden im Kontext der neuen wirtschaftlichen Energiemodelle der Zivilgesellschaft in der Entwicklung dargestellt. Beide Tage gipfeln in Plenumsdiskussionen, die darauf abzielen, das Publikum aktiv einzubeziehen.

Zu den Referenten gehörten:

Nikola Bašić, architect /  Dr. Vesna Bukarica, photovoltaic scientist / Dr. Mladen Domazet &
Dr. Danijela Dolenec, social scientists / Dr. Maja Božičević Vrhovčak, DOOR /
Drs. Maja & Reuben Fowkes, curators / Igor Franić, architect / Ivica Gjurić, architect / Adrienne Goehler, curator – publicist / Mirela Holy, Ph.D., politician / Vedran Horvat, HBS Zagreb / Deborah Hustić & Gjino Šutić, artists – activists / Dr. Vladimir Lay, social scientist / Dr. Konrad Mertens, photovoltaic scientist / Dr. René Mono, 100% erneuerbar stiftung / 431art – Haike Rausch & Torsten Grosch, artists – activists / Shelley Sacks artist – activist /
Antje Schiffers & Thomas Sprenger, artists / David Smithson, artist / Dr. Dražen Šimleša, social scientist
Project author:             David Smithson
Curated by:                  Tihomir Milovac
Organized by:
MSU Museum of Contemporary Art Zagreb
DOOR Zagreb
Otvoreni likovni pogon Zagreb

 

 

Krsko cookies

eat art, 2013, particle acceleration in Zagreb

 

 

 

Rotating Lightways Project_034_2012

Lichtbodenprojektion, MitscherlichHaus Frankfurt
Luminale 2012

 

Lichtlabyrinth, welches sich in wechselndem Rhythmus ähnlich der Drehbewegung eines Safeschlosses nach links und rechts um die eigene Achse dreht. An zwei Abenden fand eine Bobbycar-Rallye mit nachtlicht fluoreszenten Bobbycars statt.

movingFrames Project_031_2011

Künstlerische Intervention im Alltag

 

Moving Frames – Der Ferne so nah

Tage Der Architektur 2011

Künstlerische Intervention im Alltag. Das Mitscherlichhaus bietet eine grandiose Aussicht auf die Frankfurter Skyline. Nirgends sonst in Frankfurt, wie in Höchst und Unterliederbach ist die Frankfurter Skyline so klein und vollständig am Horizont zu sehen.

Auf den Glastüren eines Panorama-Aufzugs, sowie auf einem Treppenhausfenster mit Fernblick wurden wiederablösbare rote Rechtecke angebracht. Während der Fahrt des Panorama-Aufzugs vom Erdgeschoss nach oben entstanden dynamische Ansicht von Bildausschnitten, die schließlich einzelne Bauwerke der Frankfurter Skyline fokussierten und innerhalb eines roten Bildrahmens aus dem Gesamtpanorama herauslösten.
Während der Bildausschnitt der Rechtecke im Aufzug sich während der Fahrt ständig veränderterückten die Bildrahmen des Treppenhausfensters einzelne Bauwerke der Skyline Frankfurts in das Blickfeld. Die rechteckigen Markierungen/Rahmen erinnern an die einfachste Form beim Bauen (das Rechteck, den Ziegel, lassen Erinnerungen an das erste Bauern mit Holzklötzchen wach werden) und bilden am Horizont gleichermaßen eine Doppelung der Frankfurter Skyline, eine Fokussierung des Blicks und eine vereinfachte zeichenhafte Darstellung, hinter der komplexe Bauwerke zu entdecken sind.
Die Aktion spielt auch mit dem Motiv der Ferne und deren gleichzeitiger Nähe. Dies rekurriert auf die besondere räumliche Situation Frankfurts, was im Gegensatz zu anderen Großstädten Dank seiner relativ kleinen Fläche alle Stadtteile schnell erreichbar macht. Die Anlehnung an den Filmtitel “In weiter Ferne so nah” von Wim Wenders wird zudem symbolisch aufgegriffen, indem die Figur des Engels durch das Motiv des Himmels und dessen Weite gespiegelt wird.
Eine Scheibeninstallation bestehend aus roten Linien und QR-Codes bot Hintergrundinformationen zu den Bauwerken der Frankfurter Skyline. Während der Aufzugfahrt hörten Teilnehmer*innen zudem eine Soundarbeit zu Otis, dem Erfinder der Aufzugbremse.

 

 

Ort:  Panorama-Aufzug des Mitscherlichhauses Frankfurt/M.

Mit Begrüßungs-Drinks. Auf den Glastüren des Aufzugs werden mittels roter Bild-Rahmen einzelne Gebäude in Korrespondenz gebracht.
Der Inhalt der Bildausschnitte verändert sich durch die Achsverschiebung vertikal linear während der Fahrt ins OG 16 und fokussiert so schließlich prominente Gebäude Frankfurts und seines Umlandes. Durch ein Fenster im Treppenhaus sind in einem zweiten Panorama prägnante Bauwerke der Skyline zu orten.
Zum Tag der Architektur werden auf diese Weise markante Bauwerke Frankfurts in Bezug zueinander gebracht und auf diese Weise neu betrachtbar.

Expedition Urban Space Project_030 Seit 2010

Expedition FFM Seckbach

 

Expedition durch den urbanen Raum
Künstlerische Expedition von und mit 431art. Ausgerüstet mit Sonnenbrillen und Taschenlampen, die den Teilnehmern leihweise zur Verfügung gestellt werden, wird ähnlich einer archäologischen Forschergruppe nach Einbruch der Dunkelheit die urbane Struktur eines Ortes erforscht. Die Ausrüstung von einerseits die Sicht erschwerenden Sonnenbrillen, sowie andererseits punktuelle Sicht ermöglichende Taschenlampen kreiert ein absurdes Moment im Alltag, verändert die Wahrnehmung von Raum und Zeit und macht auf diese Weise im Alltag oftmals Unbeachtetets neu entdeckbar. Vor Expeditionsbeginn erhalten die Teilnehmer ein Set von Postkarten, anhand derer die Expeditions- Stationen zu finden sind und nebenbei Wissenswertes über den Ort erfahren wird. Dabei wird auch danach gefragt, was an einem Ort hätte passiert sein können oder welchen Ursprungs ein Objekt sein könnte.

 

 

Die Expeditionen fanden seit 2010 mehrfach an folgenden Orten statt:

 

Frankfurt Lindenvierte, Frankfurt Seckbach, Frankfurt Riederwald, Schöppingen (NRW)

Schmeck die Heimat Project_029_2010

Eine audiosensuelle Erfahrung des Heimatbegriffs

Öffentliche Wasserprobe
Drei Sorten Wasser wurden mit Geräuschen des urbanen Umfeldes beschallt und zur Verkostung angeboten. Ort: Museumsscheune Schöppingen
Installation in der Museumsscheune
Fotos der Aufnahmeorte mit GPS-Koordinaten versehen wurden zwischen den Exponaten des Heimatvereins platziert und in Beziehung zueinander gesetzt.
Installation Audiolabor.

 

 

Installation und öffentliche, audio-sensuelle Wasserprobe

(zur micro Site) (flash)

 

 

Schmeck die Heimat
eat art, 2010, Öffentliche Wasserverkostung

Öffentliche Wasserprobe in der Museumsscheune Schöppingen. Drei Sorten Wasser wurden mit Soundkompositionen aus urbanen Klängen Schöppingens beschallt und zur Verkostung angeboten.

 

Schmeck die Heimat
installation, 2010, Installation in der Museumsscheune

 

Installation in der Museumsscheune
Video-Installation “Binary moves” eines digitalen Tropfens

Fotografien der Aufnahmeorte urbaner Sounds platziert als Intervention in die bestehende Ausstellung des Heimatvereins.

 

 

Installation im Audiolabor

 

Die Soundkompositionen waren über einen Telefonhörer zu hören und versetzten gleichzeitig das Wasser in einer Petrischale in Schwingung. Das Schwingungsbild war live auf einem Monitor zu sehen.

Art supports the global Stock Market Project_024_2009

“ART SUPPORTS THE GLOBAL STOCK MARKET”

 

Mit ihrem aktuellen Projekt “ART SUPPORTS THE GLOBAL STOCK MARKET” nehmen 431art Bezug auf die weltweite Wirtschaftskrise und Bankenkrise. Das im Herzen des Finanzzentrums in Frankfurt statt findene künstlerische Projekt besteht aus Aktion, Installation und Multiple. Inmitten des Frankfurter Bankenviertels und dem Zentrum der Finanzbranche stellen Haike Rausch und Torsten Grosch mit Ihrer

Installation “endorphin 1.1 – betarelease  I  Find your personal LUCKINDEX now”
die Frage nach einem Glücksindex.
Die im Fenster des Ausstellungsraums von Kaiser & Cream in der Mainzer Landstraße platzierte Installation bietet nicht nur Bankangestellten vom 8. – 29. August 24 Stunden täglich die Möglichkeit, den eigenen Index für Glück zu bestimmen. 431art verweist damit auf die irrationalen, intuitiven Aspekte des Börsenmarktes und rekurriert auf menschliche Schwächen wie z.B. Gier oder maßloses Gewinnstreben. Der Verweis auf das menschliche Handeln betont sowohl die Archillesverse des internationalen Aktienmarktes, als auch auf der anderen Seite die Möglichkeit eines Perspektivwechsels. Dieser Perspektivwechsel wird von 431art auch auf der Metaebene vollzogen: es ist die Kunst, die hier den internationalen Finanzmarkt unterstützt. Dies stellt auch die Frage nach dem Wert von Kunst und ist ein Verweis auf die zunehmend zu beobachtende Tendenz, Kunst ausschließlich als Anlageobjekt zu definieren.

An der Außenseite des Galerieraumes stehen Fragebögen zur Bestimmung des eigenen Glücks und eine Einwurfbox bereit. Im Galerieraum befindet sich in drei Metallregalen ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar. Durch das Angebot an ‘Substanzen’ wird “Glück” nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet. Täglich kann auf diese Weise der eigene Index für Glück bestimmt werden. Ein elektronisches Display mit animierter roter LED-Schrift im Galeriefenster macht auf die Aktion aufmerksam.

Die Aktion “endorphins Bankers Happy Hour”
Espresso 50% off for bankers
friday 14. 8., 21.8., 28.8. from 12:00 am to 2:00 p.m.
bietet ausschließlich Bankangestellten innerhalb ihrer Mittagspause den Espresso zum halben Preis.
Sonderrabatte für die “Gewinner der Krise”? oder Rettungsaktion für überlastete und unter Druck stehende Angestellte? Die partizipatorische Aktion transformiert gängige Vorurteile mit den Mitteln von Kunst und Ironie.

Das Projekt “art supports the global stock market” von 431art ist Teil der Summershow RESET! von Kaiser & Cream und wird präsentiert von quersumme8.
Vernissage Freitag 7. August 18:00
Ausstellung bis 29.August 2009
Haike Rausch und Torsten Grosch werden auf der Vernissage über eine audio-visuelle Internetverbindung life von den Empathiemeilen aus Berlin zugeschaltet sein.
431art löst seit Anfang 2009 mit ihrem interdisziplinären nachhaltigen Projekt botanoadopt große Medienresonanz aus.

 

endorphin 1.1 – betarelease
special limited Edition
Multiple “euphoria” (Energydrink)

 

Mit ihrem aktuellen Projekt “ART SUPPORTS THE GLOBAL STOCK MARKET” nehmen 431art Bezug auf die weltweite Wirtschaftskrise und Bankenkrise. Das im Herzen des Finanzzentrums in Frankfurt statt findene künstlerische Projekt besteht aus Aktion, Installation und Multiple. Mit Ihrer Installation “endorphin 1.1 – betarelease  | Find your personal LUCKINDEX now” vom 7. – 29. August 24 Stunden täglich stellt 431art die Frage nach einem Glücksindex. Die im Fenster des Ausstellungsraums von Kaiser & Cream platzierte Installation bietet nicht nur Bankangestellten die Möglichkeit, den eigenen Index für Glück zu bestimmen.

 

Die Aktion “endorphins Bankers Happy Hour” Espresso 50% off for bankers friday 14. 8., 21.8., 28.8. from 12:00 am to 2:00 p.m. bietet ausschließlich Bankangestellten innerhalb ihrer Mittagspause den Espresso zum halben Preis.Sonderrabatte für die “Gewinner der Krise”? oder Rettungsaktion für überlastete und unter Druck stehende Angestellte? Die partizipatorische Aktion transformiert gängige Vorurteile mit den Mitteln von Kunst und Ironie.

 

 

Das Projekt “art supports the global stock market” von 431art ist Teil der Summershow RESET! von Kaiser & Cream und wird präsentiert von quersumme8.

 

Vernissage Freitag 7. August 18:00
Ausstellung bis 29.August 2009
Geöffnet Freitags von 12:00 bis 15:00 Uhr und von 17:00 bis 20:00 Uhr.
Mainzer Landtrasse 65, Frankfurt

My private Supermarket Project_022_2008

Mit My private supermarket eröffnete 431art 2008 einen kleinen Laden, im Schaufenster ein Regal mit Marmeladengläsern. Der Galerieraum erscheint auf den ersten Blick als eine Mischung aus einem modernen Lebensmittelgeschäft und Omas Vorratskammer. Bei genauerem Hinsehen jedoch beschränkt sich die ‘Auslage’ keineswegs auf eine reine Warenpräsentation: Auf eine Wand sind kryptische handschriftliche Texturen projiziert, Schaukästen beherbergen eine Sammlung von Schmetterlingen mit einer befremdlichen Tracht aus verschachtelten typographischen Strukturen, und ein Videomonitor zeigt eine Hummel, wie sie unterwegs von Blüte zu Blüte beflissen ihren Einkaufszettel abarbeitet. Selbst die scheinbar ‘feilgebotenen’ Gläser beinhalten alles andere als gewöhnliches ‘Eingemachtes’. Die Etiketten geben nämlich nicht nur Auskunft über die Ingredienzen, sondern zeichnen sich auch durch eine eigentümlichen Klassifikation aus, z. B. Glücks-Ernte, Zufalls-Ernte, Spontan geplante Ernte, Beiläufig gerettete Ernte und Intuitive Ernte.
My private supermarket bewegt sich zugleich in mehreren thematischen Feldern. Denn die einzelnen Ausstellungselemente spannen mit je unterschiedlichen Akzenten einen thematischen Bogen zwischen der derzeitigen Konjunktur teurer Bio-Feinkost und einer weitgehend verloren gegangenen Kultur der Selbstversorgung, zwischen der zunehmenden Homogenisierung der ‘Einkaufswelten’ und dem Verschwinden kleiner Einzelhandelsgeschäfte und schließlich zwischen dem Sammeln als Freizeitbeschäftigung und als Mittel zur Sicherung des Überlebens. Die ungewöhnlichen Etikettierungen lassen zudem nicht – wie sonst üblich – das Endprodukt, sondern die u.a. durch die Prinzipien der Intuition, der Spontaneität und des Zufalls geprägten Vorgänge seiner Hervorbringung in den Vordergrund treten. Auf einer anderen Reflexionsebene werden dabei innerhalb der Institution Kunst auch Fragen nach dem Wechselverhältnis zwischen dem Bedarf an verkäuflichen Artefakten und der Relevanz prozesshafter und experimenteller Projekte aufgeworfen. Entsprechend verlässt 431art mit einer Performance die Grenzen des Kunstraums, indem sie den Menschen im Wartesaal des gegenüberliegenden Sozialamts Brote mit den Fruchtaufstrichen der Ausstellung – den einzigen ‘Exponaten’, die unverkäuflich bleiben – serviert. Durch diese temporäre Intervention wird eine Art ‘Nicht-Ort’ der gesellschaftlich reglementierten Fürsorge mit Kulturen des bedingungslosen Schenkens, d. h. der Gabe konfrontiert.
Wie bei vielen anderen Projekten von 431art auch wird das Ephemere bzw. Vorübergehende betont und die Ausstellung – konsequent dem Konzept der Geschäftsführung folgend – mit der Aufgabe des Lädchens beendet. Zur Finissage wird jedoch kein Insolvenzverfahren eröffnet, sondern ein Katalog herausgegeben, in dem das ‘Inventar’ retrospektiv verfügbar bleibt.
Martin Doll, Medienwissenschaftler

 

 

my private supermarket
performance, 2008

 

 

Audiomitschnitt: 7:32 Min.

 

Publikation:

 

 

 

My Private Supermarket
431art – Rausch – Grosch
ISBN 978-3-937828-27-5