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431art | media art | interdisciplinary projects Diese Seite richtet sich an Kuratoren und Ausstellungsmacher, an Museen, Stiftungen, Kunstsammler und kulturell Interessierte. Sie hat auch das Ziel einer möglichen Vernetzung unter Kunst- und Kulturschaffenden im Hinblick auf eine mögliche Kooperation zu schaffen.
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botanoadopt Project_021_2008

botanoadopt ist ein Projekt an der Schnittstelle von gesellschaftlichem Engagement, Wissenschaft und Kunst, welches über eine humorvolle Verschiebung von Kontexten neue Perspektiven aufzeigt.

 

Die Internetpräsenz botanoadopt.org wurde bereits kurz nach Veröffentlichung weltweit besucht. Über diese Seite werden Pflanzen mit individueller Biografie und Persönlichkeit zur Adoption vermittelt. Auf diese Weise werden Menschen aus unterschied-
lichen Kontexten miteinander in Kontakt gebracht – unabhängig von Alter, Bildung, Beruf, Herkunft oder Religion. Denn botanoadopt sieht vor, das der Adoptierende und der Noch-Besitzer/Elternteil einer Pflanze die Übergabe und Abholung der Pflanze selbst organisieren.
Ziel des Projektes ist – vereinfacht gesagt – mittels künstlerischer Aktivitäten und Intervention im Alltag die Wahrnehmung von Natur zu hinterfragen und neu zu definieren, sowie einen kommunikativen Prozess unter den Teilnehmern und deren Umfeld zu initiieren, der sich selbstständig fortsetzt.
Auf der Internetplatform kann der Entwicklungs-
prozess bereits adoptierter Pflanzen mittels Fotos verfolgt werden. So wird die Platform Ausdruck einer beständig wachsenden Gemeinschaft, zu einer neuen Form von ideellem und sozialem Netzwerk im realen und virtuellen Raum, die für ein sich im Entstehen befindendes nachhaltiges Bewußtsein steht.

Zusätzlich zur Internetplattform initiiert botanoadopt temporär angelegte Aktionen, die fokussiert an unterschiedlichen Orten wirken.  Die Enthüllung der weltweit ersten Pflanzenklappe in Schöppingen – die auch ein anonymes Abgeben von Pflanzen möglich macht  – brachte es innerhalb nur einer Woche zu über 99.000 Einträgen bei der Suchmaschine google. Die Süddeutsche Zeitung brachte es auf dem Titel im „Streiflicht“, Tageszeitungen und Radiosender berichteten deutschlandweit. Die Regionalfenster von RTL, SAT1 und WDR sendeten Beiträge und das ZDF berichtete in „Volle Kanne“ überregional. Die Berichterstattung ging über die Schweiz bis nach Griechenland und Moskau. Im April 2009 zieht die Planzenklappe nach Frankfurt/Main und bereits jetzt melden Radio- und Fernsehsender, als auch Printmedien Interesse an einer begleitenden Berichterstattung an.

 

 

botanoadopt – Webpage
web, 2009

 

Internetplatform www.botanoadopt.org
Auf botanoadopt.org sind alle Zimmer-Pflanzen, die zur Zeit adoptiert werden können, mit Foto und individueller Biografie einsehbar. In näherer Zukunft werden auch Nutzpflanzen zu adoptieren sein. Auf diese Weise können z.B. alte Nutzpflanzensorten weiter verbreitet werden. Eine Checkliste zur Pflanzenadoption, sowie der Adoptionsvertrag stehen allen Interessenten bereit. Auch Pflanzengesuche können über die funktionale Seite aufgegeben werden. Darüberhinaus bietet die virtuelle Platform einen breitgefächerten sich in ständiger Erweiterung befindenden Wissenspool mit Artikeln und links zum Thema Pflanzen und eine Seite mit externen Medienbeiträgen. Die Platform botanoadopt. org ist in 34 Sprachen zu sehen. Momentan beschränkt sich das Wirkungsfeld von botanoadopt auf den deutschsprachigen Raum.
Der Adoptionsvertrag sieht vor, mindestens zwei mal pro Jahr ein Foto der adoptierten Pflanze an botanoadopt zu senden. Die ersten Fotos der adoptierten Pflanzen in ihrem neuen Zuhause auf der Website sind online. Die Seite informiert zudem über Aktionen von botanoadopt, Presse und stellt den botanoadopt podcast bereit, der in unregelmäßigen Abständen erscheint.

 

 

Pflanzenklappe at Schöppingen
public space, 2009

 

Mittels gezielter Aktionen setzt sich botanoadopt für Pflanzen ein.
Die Enthüllung der weltweit ersten Pflanzenklappe in Schöppingen löste ein breites Medienecho aus. Die Pflanzenklappe macht ein anonymes Abgeben von Pflanzen möglich und wird temporär aufgestellt. Botanoadopt betrachtet Pflanzen als eigenständige Lebewesen. Das Konzept der Babyklappe ist in Deutschland weit verbreitet und kann bis hin zum 12 Jahrhundert zurückverfolgt werden: die erste bekannte Babyklappe ist im Vatikan bekannt gewesen. In den ersten zwei Wochen im Februar 2009 wurden fast 70 Pflanzen gerettet und zum großen Teil weitervermittelt. Die Pflanzenklappe ist ab Frühjahr 2009 in Frankfurt/Main und zu einem späteren Zeitpunkt voraussichtlich in Berlin.
Alle abgegebenen und geretteten Pflanzen werden aufgenommen in Botania, mit Nährstoffen versorgt und mit individueller Biografie zur Adoption über die website botanoadopt.org oder in temporär eingerichteten Adoptionsbüros vermittelt.
Das Wort “Pflanzenklappe” führt bis jetzt zu über 100.000 Einträgen / Seiten bei google. “Pflanzenklappe + 70” nach einem Tag zu ca 25.600 Einträgen.

 

 

Pflanzenklappe at Frankfurt/Main
public space, 2009

 

2009 stand die Pflanzenklappe im Frankfurter Westend, auf dem Römerberg und im Mitscherlichhaus Höchst.

 

 

sound, 2009

 

botanoadopt podcast – news und stories von botanoadopt bei I-Tunes
Erscheinungsweise: unregelmäßig

 

 

Bannwald Migration
public space, 2009

 

Mittels gezielter Aktionen setzt sich botanoadopt für Pflanzen ein. Erste spektakuläre Aktion von botanoadopt war die Bannwald Migration: am Mittwoch 04.02.2009 gegen 15:00 Uhr leistete botanoadopt Fluchthilfe für 31 Buchen im Kelsterbacher Bannwald (Hessen, Gebiet geplante Nordbahn Flughafen Frankfurt). 31 Buchen, die der geplanten neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens weichen sollten, konnten durch botanoadopt vor dem sicheren Tod gerettet werden.
Unter Einsatz eines Kleinwagens, eines Kleintransporters, bewaffnet mit Schaufeln und Hacken gelang es botanischen Fluchthelfern unter Duldung der anwesenden Einsatzkräfte, den einunddreissig Buchensetzlingen aus dem Gebiet des Bannwaldes in Kelsterbach zur Migration in das Nordrheinwestfälische Künstlerdorf Schöppingen zu verhelfen.
Am 06.02.2009 wurde die Verpflanzung der vom Künstlerdorf Schöppingen adoptierten Buchendissidenden auf einer Freifläche des Stiftungsgeländes mit aktiver Mithilfe der dort anwesenden Sympathisanten umgesetzt. Achtundzwanzig Buchen schlagen nun neue Wurzeln auf einer Freifläche, die sich direkt neben der hiesigen Museumsscheune befindet. Drei weitere Buchen fanden ein Interimszuhause in den bereitgestellten Notunterkünften aus gebranntem Ton.
botanoadopt dankt allen Fluchthelfern und Pflanzaktivisten der ersten Stunde für ihre tatkräftige Unterstützung und dem Künstlerdorf Schöppingen für die Adoption von 28 Buchen.

 

 

 

Bannwald Buchen Trio
public space, 2009

 

Gemeinde Schöppingen adoptiert Bannwald Buchen-Trio
Bereits bei der feierlichen Enthüllung der Pflanzenklappe Anfang Februar sagte Schöppingens Bürgermeister Josef Niehoff den Initiatoren des Projektes botanoadopt  – Haike Rausch und Torsten Grosch – die Adoption von Pflanzen zu. Am Freitag, den 27.2.09 war es dann soweit. Drei der aus dem Frankfurter Bannwald geretteten Buchen wurden von der Gemeinde Schöppingen adoptiert und in den Schöppinger Stadtpark verpflanzt. Sie stehen nun zwischen Kirche, großer Rotbuche und  Grundschule. In Frankfurt wären die Bäume den Rodungsarbeiten des Flughafens zum Opfer gefallen. Dank der Rettung durch botanoadopt und der Adoption durch den Bürgermeister haben sie nun ein langes Leben vor sich. „Das Bannwald-Buchen-Trio wird seine Stimme nun stellvertretend für alle Pflanzen im Schöppinger Rathaus einbringen“, so das künstlerische Konzept.

 

 

 

botanoadopt underground
public space, 2009

 

botanoadopt gründet Untergrundbewegung
Für den aktiven Untergrund werden ab sofort Agenten gesucht, die den radikalen Ansatz und die subversive Geisteshaltung von botanoadopt in ihren Alltag bringen und dort verbreiten. Alle Agenten operieren aktiv und incognito unter ihrem selbstgewählten Decknamen für botanoadopt. Denn botanoadopt setzt sich weltweit für die Rechte von Pflanzen ein. Fordert die gleichberechtigte Anerkennung von Pflanzen als Lebewesen mit eigenständiger Wahrnehmung und den Stopp der kommerziellen Ausbeutung von Lebewesen, sowie die Lebensraumerhaltung aller Wildpflanzen. botanoadopt setzt neue Maßstäbe in Wegen aus der Krise. Mit gesellschaftlichen Alternativen und Perspektiven: Adoption statt Konsum. Soziale Vernetzung statt gewinnmaximierende Vereinzelung.

Agent der autonom-operativen Einheit ‚botanoadopt-Untergrund‘ werden:
Agenten-Aufnahmeantrag formlos unter Angabe von Motivation, besonderen Fähigkeiten und Decknamen senden an www.botanoadopt.org
Aufgaben:
Jeder Agent verbreitet auf subversive Art und Weise die Ziele und Ideale von botanoadopt zur Verwirklichung einer neuen Gesellschaft und leistet darüberhinaus einen Agentenbeitrag von Euro 1,- pro Monat auf das Spendenkonto von quersumme8 e.V., Kto-Nr: 3584869, BLZ 500 905 00, Sparda Bank, Stichwort: botanoadopt-Agent.

Alle Agenten werden als botanoadopt-Untergrundaktivisten mit ihrem Alias online erkennungsdienstlich erfasst. Im Alltag können Agenten an dem durch botanoadopt bereitgestellten und zertifizierten Agentenbutton erkannt werden.

Start der Untergrundbewegung ist Freitag, der 10. April 2009.
Gründungsagenten:

 

Schrock North, Frankfurt, Germany
Ellen Ripley, Frankfurt, Germany
Croft&Lara, Berlin, Germany

 

Die botanoadopt-Untergrundbewegung hat bereits in ihren Anfängen konspirativen Zuwachs aus dem Ausland. Als Agenten der ersten Stunde agieren:

 

Talpa 003, Italien/Österreich
Esmay Suiza, Frankfurt/M, D
Sonn En T’Au, Frankfurt/M, D

 

 

 

Empathietraining in Berlin
performance, 2009, Aktion

 

431art zu Gast im Empathiegarten Berlin

Kann anhand von Pflanzen Mitgefühl gelernt werden? Und welcher Empathietyp sind Sie eigentlich? Das Empathietraining mit botanoadopt (Haike Rausch und Torsten Grosch) und fünf Pflanzen aus Botania. Das Empathietraining findet statt im Rahmen der Empathiemeilen des Labors für kontrafaktisches Denken aus Berlin.

In einem einzigartigen Empathietraining gibt es nun die Möglichkeit, einige der von botanoadopt aufgenommenen Pflanzen persönlich kennenzulernen und die eigene Empathiefähigkeit zu testen und im besten Falle weiter zu entwickeln.

botanoadopt betrachtet Pflanzen als Lebewesen mit eigenständiger Wahrnehmung und stellt diese mit individueller Biografie und Foto auf der website www.botanoadopt.org vor. Über das Internet können diese Pflanzen dann adoptiert werden, selbstverständlich per Vertrag geregelt. Adoptiveltern senden dann 2x pro Jahr Fotos ihres Schützlings, die auf der website veröffentlicht werden. Auf diese Weise entstehen Einblicke in die Entwicklung der Pflanzen und von ihrem Lebensumfeld. Pflanzen wurden bisher aus ganz Deutschland und aus der Schweiz adoptiert.

ripenings Project_020_2008

„…Wenn Grosch und Rausch ihre künstlerischen Erkundungen ohnehin als Versuchsanordnungen begreifen, lassen sie dieses Konzept in Ripenings explizit als Experiment zwischen dem Wissenschaftlichen und dem Nichtwissenschaftlichen – oder anders gesagt: zwischen Wissenschaft und Kunst – Gestalt annehmen. Sie untersuchen dabei die Auswirkungen von musikalischen Schwingungen auf das Wachstum von Bohnenkeimlingen. Ein solches Fachkreise zwangsläufig skeptisch stimmendes Projekt versteht sich als Herausforderung an das logisch-rational geprägte Denken und problematisiert das damit verbundene positivistische Weltverstehen. An der Demarkationslinie zwischen Naturwissenschaft und Kunst wird dabei das Potential des physisch Flüchtigen und Nichtstofflichen, der Resonanz, der Welle beleuchtet und der Betrachter für eine wissenschaftlich-künstlerische Anschauung des vorderhand Nicht-Wahrnehmbaren sensibilisiert. Insofern sind die Ergebnisse dieses Versuchs nicht nur eine naturwissenschaftliche, sondern auch im doppelten Wortsinne eine künstlerische Sensation.“ Auszug aus dem Katalogtext von Martin Doll, Medienwissenschaftler

 

Dank an: Palmengarten Frankfurt, Dr. Karin Aabbar, Prof. Dr. Stephan Bongard Uni Ffm, Naspa Stiftung, Dr. Stefan Soltek, Christiaan Tonnis, Gabi und Dieter Wittner, Blumen Bleker Wiesbaden, Gerrit von Velsen, Volker Arnold, Otto Unger, Bellevue Saal, Klaus Krafthöfer

 

 

ripenings
installation, 2008

 

 

 

blog ripenings
web, 2008

 

Interdisziplinärer blog zum Projekt ripenings, der als spartenübergreifende Diskussions-
platform zwischen Kunst und Wissenschaft konzipiert wurde.
Hier findet sich auch die Beschreibung der im Juni/Juli 2008 im Palmengarten Frankfurt nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführten Versuche, mittels derer die Auswirkung von mit Musik beschalltem Gießwasser auf das Wachstum von Bohnenkeimlingen untersucht wurde. Die Untersuchungsergebnisse sind ebenfalls einsehbar.  www.ripenings.org

 

 

binary moves
video, 2008, videoinstallation

 

 

video auf DVD, colour, Länge 15:11 im loop, Format: 16:9, Leinwand aus Frühbeetvlies,
Videoprojektion 3,584  x 2,016 Meter (19 : 9)

Das Video «binary moves» besteht aus drei kapiteln. Das erste kapitel zeigt das Gitternetzmodell eines virtuellen Tropfens der herrabfällt und auf einem unsichtbaren grund von einer skulpturalen  dreidimensionalen gebärde in die Fläche auflöst wird. Das zweite Kapitel geht von einem linearen Sonogramm aus. Horizontale Linien enstehen jedoch sind diese Linien aus binären Zahlenkolonnen gebildet. Sie stellen ein niedrigfrequentes Grundrauschen dar – absolute Stille kommt in der Natur nicht vor. Das dritte Kapitel ist ein visuelles Composit von zentisch sich ausweitenden Wellen die durch einen unsichtbaren Wassertropfen hervorgerufen sind und der Überlagerung des in Kapitel eins beschriebenen Gitternetzmodells eines Tropfens. Die Komposition folgt nicht den Gesetzmäßigkeiten der klassischen Zentralperspektive.
«binary moves» wird auf eine Leinwand aus semipermeablen Fließ rückprojeziert.

 

 

Schwingungsherbarium
sculpture, 2008

 

3 Rahmen 50 x 60cm, weiß lasiertes Holz mit Passepartout und je einer Pflanze;

36 Kartons aus Graupappe (30 x 40x 2,5cm), etikettiert auf Podest aus schwarzem MDF  170 x 63 x 20 cm mit Inhalt von insgesamt 393 Pflanzen auf säurefreiem Papier mit Transparentpapier-Deckblatt.
Das Schwingungsherbarium umfasst alle Pflanzen der im Palmengarten durchgeführten Versuchsreihe mit beschalltem Gießwasser; insgesamt 393 getrocknete und gepresste Pflanzen und Pflanzenfragmente sind in insgesamt 36 Kartons aus Graupappe archiviert.

 

vlf cube
installation, 2008, audio-video-real-time-installation

 

Material schwarzes MDF, Podest 100 x 100 x 10 cm, cube 24 x 24 x 24 cm, Moosgummi, Petrischale mit Weißlicht-Reflektionsfolie, Lifecamerafeed mittels sw-Kamera in Aluminiumrohr von Länge 40 cm, portabler CD-Player als Zuspieler, Verstärker, Speziallautsprecher.
Ein Kubus von einem Grundmaß von 24 x 24 x 24 cm wird mittels eines Sinus Audiosignals mit einer Frequenz von 48 Hz in Schwingungen versetzt. Auf dem Kubus ist eine Petrischale mit Quellwasser verbracht. Das Wasser in der Petrischale bildet symmetrische Schwingungsbilder. Über dem Kubus ist in einer Röhre eine Videokamera schwebend mit einem Abstand von ca. 50 cm gehängt. Diese nimmt das Schwingungsbild der Wasseroberfläche life ab. Mittels eines Videobeamers wird das Schwingungsbild life projeziert.

 

temporary sculptures
installation, 2008

 

Installation aus 3 Podesten, Material schwarzes MDF 150 x 150 x  20 cm mit je 100 Tontöpfen auf glasierten Untertellern mit Durchmesser 11 cm, Anzuchterde, je 100 Bohnensamen Sorte Marona, unterschiedlich beschalltes Giesswasser (Klassik, Hiphop, Mischung aus Hiphop und Klassik).
Die Pflanze wird als temporäre, durch Schwingung geformte Skulptur aufgefasst.

 

the growth
installation, 2008

 

Installation „The growth“
Gewächshaus, Erde, 4 Halogenstrahler, 400 schwarze Plastik Aussaattöpfe, portabler DVD-Player hinter Aluminiumrahmen, Video „The growth“, Stop-Motion-video, colour, length 12:00 im loop, Format: 16:9

 

 

the growth
video, 2008, stop-motion-video

 

 

Stop-Motion-video, colour, length 12:00 im loop, Format: 16:9
Ds Video zeigt das Wachstum von mit beschalltem Wasser gegossenen Bohnen im Zeitraffer.

 

phaseolus vulgaris
photography, 2008

 

3 Großfotos, Digitaldruck auf Stoff, 180 x 250 cm, Farbe, gehängt an Kupferrohren, Blattformen von Buschbohnen Sorte Marona der Versuchsreihe. Drei monumentalisierte Bohnen-Blätter.

 

fragments
photography, 2008

 

Fotoserie „fragments“. 33 Fotos 10 x 15 cm auf MDF, Duoton, limitiert auf 10 Stück
close-ups von Buschbohnen.

dummy Project_015_2007

Virtueller Künstlerbuch-Dummy vom Europäischen Institut für fake-information.
Dummi ist in seinem gestischen Minimalismus eine Hommage an den ZeitRaum des Buchs. Zu sehen ist nur das, was allen Büchern zueigen ist: das Blättern. In der lakonischen Gleichförmigkeit, in der es „Dummy“ darstellt, kommt eine eigenartige Interferenz zwischen Buch und Bildschirm, zustande. Die Geste wird zum Text jenseits aller Worte. (Dr. Stefan Soltek)

 

 

dummy
dvd, 2007

DVD, limitierte Auflage von 10 + 3ea

wasting time by drying hair instead of making art Project_014_2006

Interaktive Videoinstallation, live-camerafeed, DVD 2´51″ loop zum Jubileum “404040404040” der Fluxusbewegung im ehemaligen Paik-Raum der FluXus Freunde Wiesbaden e.V.
Durch einen Sehschlitz in der mit schwarzen Tuch verschlossenen Tür ist die Videoprojektion “wasting time by drying hair instead of making art” zu sehen. Das Jubiläum der Fluxus-Bewegung wird typographisch aufgegriffen, unterschnitten in rasender Bildfolge mit einem kurzen performativen Alltags-Piece.
Gleichzeitig wird der Betrachter zum Akteur; der Ausschnitt der betrachtenden Augenpartie wird mittels einer Livekamera abgenommen und in „Bens Bar“ über einen Monitor zeitgleich dargereicht.
Dem Betrachter wird auffallen, das im typographischen Gefüge des Films 40 Wochen fehlen – einen Hinweis auf deren Verbleib kann der Titel des Films geben. Für Besucher liegen Formularbögen bereit, mit Hilfe derer diese die vorraussichtlich in ihrem Leben verbrachte Zeit zum Haaretrocknen errechnen, bzw. schätzen können.

 

 

wasting time by drying hair instead of making art
video, 2006

 

 

Video, Farbe, Ton, 2´51″

out of the blue into the green Project_013_2006

Die muu-gallery zeigte 2006 im Rahmen des Kunst-Festivals „Summer-Light-City – contempory Art in Helsinki“ die installativen Arbeiten „lemna minor“, „endorhin 1.1 I betarelease“ und „16:1“, die um neue Arbeiten erweitert und auf die räumlichen Gebenheiten des white cube hin konzipiert wurden.

 

out of the blue into the green
exhibition, 2006, vernissage muu gallery

 

 

Vernissagevideo

 

lemna minor squares
installation, 2006

 

Das Video „Square I & II“ thematisiert die prozessual-performative Wasserlassung zweier Objekte in ein stillgelegtes Klärbecken. Der Film handelt von der Transformation des Beckenraumes in einen Raum der Stille. Für die Ausstellung in Helsinki wurde die Installation modifiziert und erweitert, so das sie sich auf die Gegebenheiten des white cube bezieht.
Im Galerieraum sind in perspektivischer Flucht zur Projektionswand die original Schwimmkörper als Bodenskulpturen plaziert.

 

lemna minor laboratory 02
installation, 2006

 

Das Labor ist ein Wahrnehmungs- und Denkraum, bestehend aus Objekten mit Reagenzgläsern, Petrischalen, Texten, Fotografien und Videoinstallation.

 

 

the source
sculpture, 2006

 

Chlorophyllobjekte
schwarzes MDF 40x40cm, Chlorophyll in Reagenzgläsern, Serie von 12 Objekten

 

 

lemna-minor-chutneys
eat art, 2006

 

Zwei Sorten aus eigener Herstellung von 431art, serviert zur Vernissage

 

 

endorphin 1.1 | betarelease – helsinki
installation, 2006, exhibition at muu gallery

 

Die Installation „Endorphin 1.1 Betarelease“ hält vor dem Hintergrund des menschlichen Strebens nach Glück ein besonderes Angebot bereit: In einem Metallregal befindet sich ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar. Auf der mittleren Regalebene sammelt sich Wasser aus einem Schlauch allmählich um eine Leuchtdiode und fällt Tropfen für Tropfen in eine Metallschale. Dieser Vorgang ist zugleich akustisch verstärkt zu hören. Es scheint, als würde das mit den Glücksmomenten ‚beseelte‘ Wasser in einem alchemistischen Prozess gewonnen. Durch das Angebot an ‚Substanzen‘ wird „Glück“ nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet.  Unzählige Antworten wurden während der dreiwöchigen Ausstellung auf den dafür vorgesehenen Fragebögen notiert und von Besuchern der Ausstellung in die dafür bereitstehende Box eingeworfen. Mit jeder Ausstellung erweitert sich die Installation, da Besucher unter anderem danach gefragt werden, welche Eigenschaften/Substanzen ihrer Meinung nach noch fehlen in der Palette menschlicher Empfindungen und Gefühle. Über die Vorschläge wird im Anschluß an jede Ausstellung von Haike Rausch und Torsten Grosch diskutiert und die Installation dann entsprechend erweitert. Einzig Doppelungen werden nicht aufgenommen und der Wunsch mancher Besucher nach der Substanz “Glück”, denn diese würde die Arbeit ad absurdum führen und keinerlei Feedback, Fragen und Reflektionen zum eigenen Glück im Besucher hervorbringen.

 

 

16:1
installation, 2006, gallery

 

 

In 16:1, einer interaktiven Rauminstallation – ist der inhaltliche Ausgangspunkt Kommunikation, bzw. fehlende Kommunikation. Als Metapher hierfür steht die babylonische Sprachverwirrung – der Ursprung aller Konflikte. Die Arbeit wurde 2003 in einem ehemaligen Munitionslager der amerikanischen Streitkräfte zur Zeit des zweiten Golfkrieges entwickelt und ausgestellt. Tritt der Besucher auf eine Bodenplatte in der Mitte eines Steinkreises, produziert er einen Laserstrahl und schickt symbolisch ein Projektil los. Für die Ausstellung in Helsinki wurde die Installation erweitert, so das sie sich auf die Gegebenheiten des white cube bezieht.

 

 

16:1 objects
sculpture, 2006

 

Leuchtkästen, 20 x 30 cm

time lap Project_012_2006

Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt/Main; Klingspor Museum, Offenbach; Germany

„Time Lap“ ist der filmische Teil einer zweiteilig angelegten multimedialen Arbeit.
„One of those days“ ist das hörbare Äquivalent zum stummen Film „Time Lap“, jedoch nicht die Vertonung des Films.
Beide Arbeiten stehen autark innerhalb eines zweiteilig angelegten Konzeptes, welches Bezug nimmt auf die Tatsache, die Ausstellung „Seitenwahl“ mit Büchern der Fußballweltmeisterschaften an zwei Orten stattfinden zu lassen.

 

time lap
video, 2006

 

 

lime lap, Video 24’:46’’, Farbe, stumm
Der Titel der Arbeit bedeutet in etwa „Zwischenzeit“. Zum Beispiel die Zeit, in der ein Spiel gestoppt wird wegen Verletzung eines Spielers oder dem Vergeben einer gelben Karte. Die Zeit der Verlängerung eines Spieles, das eigentlich längst abgelaufen ist. Oder die zeitliche Spanne vor oder nach einem Spiel. Diese wird normalerweise nicht bewußt wahrgenommen, weil die Erwartung schon auf dem nächsten Spiel liegt.  Was passiert zwischen den Spielen in einem Fußballstadion?
In Time Lap mäht ein Platzwart einen Stadionrasen. Letzterer ist fast bildfüllend zu sehen: eine grüne Fläche mit einer Linie in der Mitte. Die Kamera bleibt den gesamten Film über in der gleichen Position, zu sehen ist der Rasen und in in größeren zeitlichen Abständen der Platzwart, der den Rasen Bahn für Bahn mäht und sich dabei mit jeder Bahn etwas weiter von der Kamera entfernt.
So erschließt sich dem Betrachter die Größe des Spielfeldes langsam über die Dauer des Filmes. Die Fläche wandelt sich zum Raum. Zeit tritt ins bewußte Wahrnehmen des Betrachters ein. Warten auf das erneute Auftauchen des Rasenmähers. Erwartung – was passiert sonst noch? Wie Erinnerungs- und Versatzstücke tauchen Bilder vergangener Spiele auf und wieder ab. Genauer: Standbilder aus Fernsehübertragungen historischer Spiele, auf denen das Raster des Fernsehbildes liegt. Die Figuren stilisiert, teilweise verfremdet oder verzerrt. Das ursprünglich bewegte Fernsehbild wird hier transformiert hin zu einer grafisch-stilisierten Bildaussage. Die Kamera fährt über diese Standbilder – „gefrorene“ Bewegungen. Time Lap – Zwischenzeit, in der assoziatives Erkennen verfremdeter Bilder sich mit der Erinnerung des Betrachters mischt. Der Rasen wechselt seine Bedeutungsqualität zwischen gemähter Fläche und einem mit Erinnerungen und Emotionen aufgeladenen Raum des Fußballs.
Dank an Günther Horster

 

one of those days
sound, 2006

 

one of those days, Soundinstallation 19’:49’’
Ein Motor wird gestartet und ein zunächst nicht näher einzuordnendes Gefährt bewegt sich vom Hörer weg, wieder auf ihn zu und an ihm vorbei – ein gleichmäßiges – und sich in regelmäßigen Abständen wiederholendes ab- und anschwellendes Geräusch. Ein Radiosender wird gesucht. Fragmente von Original-Kommentaren historischer WM-Spiele unterbrechen und rhythmisieren das eintönige Hin- und Herfahren. Die Kommentare fragmentarisch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Erzählung – angelegt wie einzelne Mosaikstücke, die aus der Erinnerung auf- und wieder abtauchen. Beginnend mit der WM in Bern und abschließend mit dem Ausscheiden der Deutschen in Lyon.
Ein Platzwart mäht den Stadionrasen. Dies entschlüsselt sich für Hörer erst in Zusammenhang mit den Fußballkommentaren; innerhalb der Ausstellung zusätzlich durch das mit Kopien von Buchdoppelseiten gebildete Linienbild des Fußballfeldes.
Dank an Günther Horster

 

one of those days artistbook
artistbook, 2006

Unikatbuch mit DVD
Sammlung Klingspor

fluxus rooms Project_009_2005

frequency digestion

performance, 2005, videoinstallation

 

 

[Video Wasser 60 sek loop; Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde]
Testen Sie den Geschmack von Musik.
Wasser, welches mit drei unterschiedlichen Musikstücken beschallt wurde, boten wir zum Geschmackstest an. Hat Schwingung/Musik, d.h. flüchtige Information die Kraft, den Geschmack von Wasser zu verändern und wie schmeckt ein klassisches Stück oder HipHop?

 

relaxation scene – do not cross

installation, 2005

 

 

Raum- und Sound-Installation
[Massageliege, Projektionsleuchten, Wasserkreislauf,; Sound: Herzschlag]
Fluxus Freunde Wiesbaden e.V., Bundesrepublik Deutschland

Auf die Kreide-Umrisszeichnung eines Liegenden wird von unten in einem Kreislauf fließendes Wasser auf die Bereiche projeziert, in denen das Gehirn und das Herz liegt.
Titel und Kreideumriss auf schwarzem Grund spielen auf die Umrisszeichnung zur Tatortsicherung nach Verbrechen an. Die Projektion und Sound eines Herzschlages stellen die Frage nach der Definition von Leben oder Tod.

endorphin 1.1 – betarelease Project_008 seit 2004

2004 – fortlaufend

 

endorphin 1.1 | betarelease – cologne

installation, 2004, exhibition cologne

Installation im Hohlkörper der Deutzer Bridge, Köln, begonnen 2004 – fortlaufend: Metallregal, mit Wasser gefüllte Flaschen, Wasserkanister, Metallschale, Tropf mit Schlauch und Leuchtdiode, Kontaktmikrophon, Audiobox; Tisch, Stuhl, Feedback-Box.

„Glück“ ist schwer zu verallgemeinern, es bezeichnet individuelle seelische Verfassungen, Empfindungen von Lust oder euphorischer Begeisterung. Zudem läßt es sich nur im Kontrast zu anderen, unangenehmen Erfahrungen genießen. Daher kann es kein fortdauernder Zustand sein, sondern wird als etwas Ephemeres erlebt, es sei denn, es begegnet uns als Versprechen jenseitiger Seeligkeit. Oft erscheint Glück so als etwas zu Suchendes oder noch zu Erreichendes. Rein physiologisch hängt das Gefühl von Freude oder Glück mit der körpereigenen Ausschüttung von Endorphinen zusammen.
Die Installation „Endorphin 1.1 Betarelease“ hält vor diesem Hintergrund ein besonderes Angebot bereit: In einem Metallregal befindet sich ein Sortiment von Wasserflaschen, die bei genauerem Hinsehen jedoch ungewöhnliche Substanzen beinhalten: Neben Liebe, Mitgefühl, Freude, Hingabe und Wunschlosigkeit wird eine Reihe weiterer positiver Gestimmtheiten versprochen; aber auch konträre Empfindungen wie Hass, Gier, Neid, Missgunst können in flüssiger Form zu sich genommen werden. Obwohl es sich dabei nicht um materiell besitzbare Gefühlszustände handelt, werden sie gleichsam zur Ware transsubstantiiert und sinnlich greifbar.Dazwischen, auf der mittleren Regalebene, sieht man, wie sich Wasser aus einem Schlauch allmählich um eine Leuchtdiode sammelt und, einem Destillat gleich, Tropfen für Tropfen in eine Metallschale fällt. Dieser Vorgang ist zugleich akustisch verstärkt zu hören. Es scheint, als würde das mit den Glücksmomenten ‚beseelte‘ Wasser in einem alchemistischen Prozeß gewonnen.Durch das Angebot an ‚Substanzen‘ wird das Streben nach Glück nicht nur in die Sphäre der Konsumtion verlegt, sondern dem Betrachter wird mit der Wahlentscheidung zugleich abverlangt, individuell zu ermessen, welche Voraussetzungen, Gefühle und Charaktereigenschaften er für seine persönliche Glückserfüllung als notwendig erachtet. Als Betaversion fordert die Installation ihn darüber hinaus auf, die Versuchsanordnung zu testen und zu vervollkommnen, um schließlich zu einem Final Release zu kommen. (Martin Doll)
Dank an Martina Biesenbach

16:1 Project_007_2003

Situationsbezogene Arbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Munitionslagers Bad Kreuznach in einem von 12 identischen Lagern der us-amerikanischen Streitkräfte. Durch eine Lichtschleuse gelangt der Besucher in das Innere des Raumes. Hier ist es fast völlig dunkel. Der Boden ist mit Sand bedeckt. Haben sich die Augen des Betrachters an die Dunkelheit gewöhnt, ist ein mit Stacheldraht umzäunter Steinkreis aus 16 Steinen zu sehen, der für den Besucher einen Zugang bietet.
Im Inneren des Steinkreises befindet sich eine quadratische metallene Bodenplatte, an deren Längsseiten weiße Leuchtdioden mittig versenkt sind. Betritt man diese Platte, wird in einem der 16 Steine ein Laserstrahl aktiviert, der über 5 Spiegel an 5 Steinen umgelenkt wird. Der Besucher steht so einem Steinkreis, umgeben von einem Sechseck gebildet aus einem Laserstrahl. Sichtbar sind zunächst nur rote Laserreflexionen auf den Spiegelplättchen und der Laser selbst. Nimmt man jedoch Sand aus der bereitstehenden Schale und wirft diesen in den
Strahlengang, so wird der Laserstrahl sichtbar. Die Spiegel der übrigen Steine sind nach außen in Richtung des Stacheldrahtes gerichtet.

Der Stein war das erste archaische Projektil des Menschen. In heutiger Kriegstechnik schafft die technologische Komponente eine anonyme distanz zwischen Schützen und Ziel. Die Zielmarkierung findet über Bildschirm und Tastenfeld statt, der Abschuß per „Joystick“ oder Tasteneinabe gleicht dem Gestus in einem Computerspiel.
Im Steinkreis der Installation kann der Besucher den von ihm ausgelösten Laserstrahlmittels streuen / säen des Sandes sichtbar machen. Hierzu gibt es keine weitere Anleitung. Einzig die Schale mit Sand, die auf dem Boden steht verführt zu der zu vollziehenden Geste.
Über einen Sprachchip ist der Sound vom Nicht-Empfang eines Radiosignals zu hören: weißes Rauschen vermittelt die absenz eines gesendeten Signals. Zusammen mit dem Sand steht es für Öde, Wüste, Leere nach Zerstörung.
Abwesenheit von Leben.
Eine Tafel an der Wand beschreibt die Zahlensymbolik zu 16; in der Dopplung also 1616: die babylonische Sprachverwirrung. Denn: „Wo Worte aufhören zu vermitteln, beginnt Krieg“.

Mit Hintersinn haben Haike Rausch (Frankfurt) und Torsten Grosch (Mainz) die babylonische Sprachverwirrung als Ausgangspunkt ihrer Installation genommen. Sie sagen: „Wenn Worte aufhören, fängt der Krieg an.“
Über eine Lichtschleuse betritt man einen abgedunkelten Raum, entdeckt eine Sandfläche als „wüstes Land“, sieht einen Steinkreis, der von Stacheldraht eingezäunt ist. Tritt der Besucher auf eine Platte, produziert er einen Laserstrahl und schickt symbolisch ein Projektil los. AZ Bad Kreuznach 13.9.2003

fluxus & zen Project_005_2002

Installationen zu den Begriffsfeldern Baden und Einkehr in einem ehemaligen jüdischen Badehaus in Wiesbaden.
Von einer gestreckten räumlichen Flucht zweigen rechts und links Badekabinen ab, die zum Teil mit einem im Boden eingelassenen, über Stufen zugänglichen Badebecken versehen sind. Allen Kabinen gemein ist eine durchgehende helle Kachelung der Wände, des Bodens und des Beckens. Sie sind mit verschließbaren Türen versehen um die Privatspäre des Badenden zu gewähleisten, jedoch nach oben hin offen.

 

time stone
installation, 2002, by t.grosch

 

 

Video-, Raum- & Soundinstallation
Die gesamte ehemalige Badekabine ist für die Dauer der Installation mit schwarzem Teppich ausgekleidet und auch nach oben hin geschlossen, einzig das im Boden befindliche Becken und die Stufen wurden ausgespart. Die Tür der Kabine wurde entfernt und gegen einen Vorhang aus schwarzer Gaze ausgetauscht.
Der Besucher tritt von einem hellen Gang in einen Raum vollständiger Dunkelheit. Das Innere des Raumes mutet wie das Innere eines Zeltes an .
Im Kontrast zur Dunkelheit des Raumes steht das weiß gekachelte Badebecken, über dem ein bemooster Sandstein mittels Drähten schwebend verspannt ist. Einzige Licht-Quelle im Raum ist ein von innen leuchtender Wassertropfen. Ein durchgängig tragender Klang füllt den Raum, Außengeräusche verlieren an Präsenz. Dieser Klangraum wird subtil rhythmisiert, indem in größeren zeitlichen Abständen das Geräusch aneinander stoßender Steine – ein kurzes Klicken – zu hören ist.
Wasser fließt durch einen von der Decke hängenden fragilen Schlauch. An dessen Ende sammelt es sich an einer weißen Leuchtdiode, bis sich ein Tropfen vom Licht löst, auf den Stein fällt, über das Moos rollt und in das sich darunter befindende Becken gleitet. Während des Falls bis zum Moment seines Auftreffens wirft der Tropfen einen immer größer werdenden Schatten auf den Stein, in den er dann hineinfällt und sich fließend auflöst. Bei seinem Auftreffen auf dem Beckenboden erzeugt er einen Ton. Nach und nach entsteht ein weiterer von innen leuchtender Tropfen und fällt erneut herunter. So sind in regelmäßigem Rhytmus fallende Wassertropfen zu hören.

Licht, Dunkelheit und Klang schaffen einen Raum der Einkehr, in dem der Besucher Elementarem in einer stilisierten Form begegnet: Rhytmus und Zeit im Zusammenspiel mit Natur.

 

the source
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation
Der Besucher betritt den Raum durch einen Noren (japanischer, in der Mitte geteilter Halbvorhang für Türen oder Durchgänge) aus weißem Vlies. Der Zugang ist somit weder offen, noch geschlossen.  Von oben fällt gedämpftes Licht durch eine halbtransparente Verspannung aus weißem Vlies in den Raum.
Die Installation arbeitet bewußt mit der Materialanmutung der Kacheln: Kalte glatte Wände, an denen nichts haften bleibt. Keine Spuren vorheriger Badegäste, keine Erinnerungen. Beim Eintreten fällt der Blick des Besuchers auf eine große hängende Schriftrolle, die fast bis zur  Wasseroberfläche im Becken reicht. Auf einer durchsichtigen Folie vor weißem Vlies ist das folgende Zitat von Ramana Maharshi zu lesen:

Es genügt, das man sich ausliefert.
Sich auszuliefern heißt, das man sich dem Grund des eigenen Seins übergibt.
Der Ursprung ist in Dir selbst. Übergib Dich ihm.
Das bedeutet, das Du den Ursprung suchen und mit ihm eins werden mußt.

Beugt man sich nun über das Badebecken, von dessen Grund diffuses Licht ausgeht, blickt man durch das Wasser in einen großen Spiegel. Ebenso wie der Text, initiiert der Spiegel ein immerwährendes Feedback, das einem Mantra gleich den Betrachter allein mit sich selbst Zwiesprache halten läßt. Der „Sprung“ wird so zu einem inneren Wagnis –  gleich dem Mutsprung eines Kindes ins tiefe  Wasser.

 

aromabath
installation, 2002, by h.rausch

 

 

Rauminstallation in Badekabine Nummer 4. Die Installation greift die ursprüngliche Funktion des Raumes auf. Sie zeigt eine Badesituation. Die Tür des Raumes ist geschlossen.
Auf dem Boden neben dem Badebecken befindet sich eine Schale mit Seife, über der Handtuchablage hängt ein locker hingeworfenes Handtuch, auf der Ablage vor dem Wandspiegel steht ein Massage-Öl. Auf dem Etikett steht: ”Aromatherapie”
Das Becken ist gefüllt mit frischem Laub. Davor sind vereinzelt Blätter wie Wassertropfen-Spuren eines zuvor dort Badenden auf den Stufen und auf dem Fußboden liegen geblieben.
Öffnet der Besucher die Tür der Kabine 4, kommt ihm der Duft des frischen Laubs entgegen, Träger der Erinnerung an einen erholsamen Spaziergang im Wald. Gleich dem Eintauchen ins Wasser des Bades taucht der Besucher ein in das Aroma – Bad.