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Lemna Minor Project_010_2005

square I & II [ Isles in the sea of protein ]
installation, 2005

 

 

Die Klärbeckeninstallation bezieht sich auf die räumlichen Gegebenheiten im stillgelegten Klärwerk Maaraue, inbesondere auf das Biobecken 2 – ein langes schmales, mit Wasser gefülltes Becken und bezieht bewußt die Materialität des amorphen Teppichs von Wasserlinsen auf der Wasseroberfläche mit ein. Diese organische amorphe Oberfläche wirkt stabil, ist tatsächlich jedoch recht fragil. Durch einen ins Wasser geworfenen Stein etwa, teilt sich der organische Teppich und offenbart plötzlich die Tiefe des sich darunter erschließenden Raumes in Form von Wasser und Dunkelheit, um sich dann wieder zu schließen.
Mit Square I & II unterbrechen wir diese amorphe Oberfläche mit zwei quadratischen schwimmenden Körpern, bzw. quadratischen Flächen für die Dauer der Installation und gliedern so den Beckenraum. Beide Schwimmkörper durchdringen den durch Wasserlinsen gebildeten Teppich auf der Wasseroberfläche und verbinden ihn gleichzeitig mit dem umgebenden Raum.

Square I öffnet zur Tiefe des Beckenraumes: durch eine in der Mitte des Schwimmkörpers aufliegende Glasscheibe wird die von Wasserlinsen befreite Wasseroberfläche durch eine quadratische Aussparung im Innern des Schwimm-körpers sichtbar. Inmitten einer aus Wasserlinsen gebildeteten Fläche schwimmt so ein Quadrat, dessen Innenraum die einzig sichtbare Wasseroberfläche im Becken birgt. An den Innenrändern der Aussparung erhellen – tags kaum wahrnehmbar – Leuchtdioden den Binnenraum, was dazu führt, das nachts ist lediglich dieses innere, auf die Tiefe verweisende Quadrat zu sehen ist.
Square II verweist auf den umgebenden Raum durch einen in der Mitte aufliegenden quadratischen Spiegel. Dieser reflektiert die Umgebung, insbesondere Teile des Himmels. Mit abnehmendem Tageslicht wird auch die Reflektion der Umgebung im Spiegel dunkler, bis sie schließlich mit dem Schwimmkörper in die Dunkelheit taucht.
Gleichzeitig wird mit zunehmender Dunkelheit das Licht des Binnenraums von Square I deutlicher sichtbar, bis es schließlich still in der Dunkelheit scheint.
Nur während der Zeit der Dämmerung, im Zwischenraum von Tag und Nacht sind schon das Licht innerhalb Square I und noch die Reflektion der Umgebung im Spiegel von Square II zu sehen.
Mit der Nacht verschwindet Square II – die Reflektion der Dunkelheit in der Dunkelheit, der umgebende Raum und Himmel, alles taucht in die Schwärze der Nacht und birgt doch mit dem Licht von Square I schon den Beginn des nächsten Tages in sich.
Eine Arbeit zu Stille, Zeit und dem Zyklus des Lebens in Gestalt des ewigen Wechsels von Tag und Nacht.Der Titel verweist auf die Tatsache, das die Wasserlinse eine Pflanze mit 43% Proteingehalt ist.
Dank an Michael Recker.

lemna minor laboratory 01
installation, 2005

Im Laborraum – einer Rauminstallation in einem Gewächshaus – befinden sich Petrischalen mit unterschiedlicher Menge von Wasserlinsen unter Pflanzleuchten. Auf einer zweiten von unten beleuchteten Milchglasscheibe schwimmen Wasserlinsen in transparenten amorph geformten Schalen.
Das Labor ist nicht begehbar. An zwei Seiten befinden sich nach außen hin sichtbar Texte zu Wasserlinsen und den Bereichen, in denen sie bereits zum Einsatz kommen: Ernährung, Wasserreinigung, Medizin, Schadstofftests, Algenbeseitigung etc..
Das Labor fungiert als Impulsgeber für das innere Gedanken- und Wahrnehmungslabor des Menschen.

 

clearing soup
performance, 2005

 

 

Kochaktion, Video, 9:45, 2005
Kochaktion zur Finissage im Klärwerk Maaraue Wiesbaden. Unter freiem Himmel mit Blick auf die umliegenden Klärbecken wurde Wasserlinsensuppe nach eigenem Rezept gekocht. Die Wasserlinse – Entengrütze bildet sich auf stehenden Gewässern und ist die am schnellsten wachsende höher entwickelte Pflanze mit 43% Proteingehalt. Sie bildete sich auf der Wasseroberfläche der Becken im stillgelegten Klärwerk. Wasserlinsen werden auf Teichen meist als störend und schädlich empfunden, da sie auf der Wasseroberfläche sehr schnell einen dichten Teppich bilden, der alles Leben unter dieser Fläche aufgrund des Fehlens von Licht unmöglich macht. Das sie essbar und darüberhinaus auch sehr schmackhaft sind, ist recht unbekannt. Das Umfeld Klärwerk mit seiner vormaligen klärenden Funktion des Wassers von Fäkalien – dem Abfallprodukt unserer Nahrung – mag das besonders abwegig erscheinen lassen.
Die Aktion wurde filmisch dokumentiert (DVD).

Transformationen | Galerie Carola Weber, Wiesbaden Project_003_2002

In der 2001 entstanden filmischen Arbeit „Fünf Elemente“ wird versucht, die unterschiedlichen Aggregatzustände der fünf Elemente darzustellen: vom dichtesten Element Erde, über Wasser, Feuer, Luft bis hin zum feinstofflichsten Element Aether. Der Film beschreibt auch eine mögliche Transformation von einem festen Element (Erde) bis hin zu einem sehr flüchtigen Element (Aether).
Im Arbeitszyklus Transformationen wird in der Reflektion der eigenen Arbeit der umgekehrte Prozess vollzogen : von „Zeit und Bewegung“ über „Eingefrorene Zeit, eingefrorene Bewegung“ bis hin zu „Verdichtete Materie“; vom flüchtigsten Medium Film, über das festere Medium Bild bis hin zum „konservierten Bild“ – in Harz eingegossener Bildträger in Stahlskulptur.

 

Eröffnungsrede Stefan Soltek, Klingspor Museum Offenbach

 

 

„Zeit und Bewegung“
Video, Farbe, Ton, 29 Minuten, zu sehen auf Plasmabildschirm
Die Arbeit setzt sich mit den fünf Elementen der indischen Philosophie Erde, Wasser, Feuer, Luft und Aether, die auch in Europa zeitweise das Weltbild bestimmten, auseinander. Die fünf Elemente werden als die ursprünglichen Wurzeln aller sichtbaren Dinge angenommen, von deren Zusammenfügung oder Trennung das Werden und Vergehen der Körperwelt angenommen wird. Die indische Chakrenlehre beschreibt ein System, innerhalb dessen sich der Mensch von Seinsstufe zu Seinsstufe immer weiterentwickelt:
Ausgehend von den rein körperlichen Grund-bedürfnissen (Element Erde) bis hin zu den Aspekten ‘Kommunikation’ und ‘kreatives Ausdrucksvermögen’ stehen die fünf Elemente für die ersten fünf Stufen der Entwicklung des Menschen zu einem spirituellen Wesen.
Im Video ist Haike Rausch als Tänzerin zu sehen, die sich einen weißen Raum mittels Bewegung erschließt. Mit den Mitteln der Bewegungs-unschärfe und Bildüberlagerung wird der durch Tanz dargestellte Aggregatzustand eines jeden Elementes verdichtet.

 

frozen states
photography, 2002

 

„Eingefrorene Bewegung,
eingefrorene Zeit“
Erde, Wasser, Feuer, Luft, Aether
10 Videostills aus der filmischen Arbeit „Fünf Elemente“, 2002
C-prints hinter Acrylglas, 20,5 cm x 29,5 cm

 

Die im Film dargestellte Dynamik und der Aggregatzustand jedes Elements ist in den Bildern weiter verdichtet. Die Serie bestehet aus jeweils zwei Bildern zu einem Element.Die Hände stehen am Anfang (Erde) und Ende (Aether) des Bildzyklus.

 

Erde: von unten kommend, nach oben wachsend;
Wasser: Dymamik und fließende, wellenförmige Bewegung;
Feuer: zerstörerische Kraft und das am stärksten transformierende Element;
Luft: Flüchtigkeit;
Aether: das am meisten feinstofflichste Element.

 

Auf den meisten Bildern sind Close-Ups von Händen oder Gesicht, Oberkörper oder Unterkörper zu sehen. Selten wird die ganze Figur gezeigt. In einigen Motiven ist die Figur durch die Bewegungsunschärfe oder Bildüberlagerungen aufgelöst.

Loreley comb Performance Project_001_2001

loreley-comb-performance-video

video, 2001

performancevideo

LORELEY-COMB-PERFORMANCE
PROJECT_001_2001

Performance, Licht- und Soundinstallation
Volxheimer Kunstverein, Volxheim, Bundesrepublik Deutschland

 

Performance, Licht- und Soundinstallation in ehemaligen Weintanks, die durch das Aussägen von rechteckigen Eingängen begehbar gemacht wurden. Von einem Gewölbekeller aus erreicht man 11 glasverkachelte Tanks aus Beton, die rechts und links von einem schmalen Gang abgehen, der seinerseits in einen weiteren Keller mündet.
Die kleinen schlauchartigen Räume bieten neben einer speziellen Akustik auch eine Atmosphäre , die an Gruften erinnert. Die niedrige Eingangs höhe zwingt den Eintretenden , sich leicht zu bücken.
„Loreley-Kämm-Performance“ fand an fünf Sonntagen in zwei sich gegenüberliegenden Räumen / Tanks statt. Beide abgedunkelten Performance-Räume – in dezent blaues Licht getaucht- wurden durch schmale Schläuche verbunden, durch die in einem ewigen Kreislauf Wasser floss. In beiden Räumen wurde dieser Wasserkreislauf mittels einer kleinen Lichtvorrichtung so durchleuchtet, daß davon kreisrunde Licht-Bilder auf eine Leinwand an der Decke projiziert werden konnten.
Gleichzeitig war ein sphärisch tragendes Klanggefüge von ca. 25 Minuten als Loop zu hören. Verarbeitet wurden dafür sowohl natürliche Geräusche (Wasser, Pontons, Schiffe…) und synthetisch generierten Sounds, als auch gesungene und als Text geflüsterte Samples des Loreley-Liedes.

Begibt sich der Besucher von draussen in das Kellergewölbe, nimmt er zuerst den Klang wahr, dem er sich sukzessive nähert. In den hell erleuchteten Gang eintretend, kann er lokalisieren, daß der Klang aus den beiden ersten sich gegenüberliegenden Tanks rechts und links ertönt. Rechts in der Mitte des ersten Tanks / Raumes sitzt Loreley zwischen einigen kleinen Felsbrocken auf einem thronartigen Stuhl und kämmt sich ihr langes Haar. Im Raum links sitzt eine weitere Person – der Photograph – auf einem Hocker in Eingangsnähe nahe einem zurückgezogenen schwarzen Vorhang. Dahinter: zwischen einigen Felsstücken ein Stativ, das auf das spätere Geschehen hindeutet. Die räumliche Enge erinnert an die eines Passbildautomatens.
Von Zeit zu Zeit erhebt sich Loreley von ihrem Thron, nimmt eine der bereitliegenden Haarbürsten und sucht den Blickkontakt mit dem Besucher, um anzudeuten, ihm fünf Minuten lang die Haare zu kämmen. Der Rhythmus des Sounds leitet den Rhytmus des Bürstens, das einer sanften Kopfmassage entspricht. Danach überreicht sie jedem Besucher die Bürste, mit der er gekämmt wurde; denn nur damit wird man in den gegenüberliegenden Raum des Photographen gelassen. Nachdem der Besucher dort eingetreten ist, schliesst der Photograph den schwarzen Vorhang am Eingang. Er erklärt, dass er gerne ein Polaroid-Portrait von der Person anfertigen und signieren lassen würde, dieses aber im Tausch gegen die von Loreley erhaltene Bürste behalten möchte. Anschließend macht er vom Frischgekämmten ein Polaroid-Photound bittet ihn, es zu signieren bevor es ganz entwickelt ist.
Insgesamt 72 Besucher begaben sich an fünf Sonntagen zu Loreley, um sich von ihr fünf Minuten die Haare kämmen, bzw. bürsten zu lassen. Dieser sehr intime Kontakt des Kämmens, bzw. gekämmt werdens fand öffentlich statt;
eingebettet in eine akustische und visuelle Textur aus Motiven wie “Der Rhein” und “Die Loreley”. Der fotografische Prozess der Schaffung eines Erinnerungsbildes – eher ein öffentlicher Vorgang – wurde ins Verborgene verlegt.
Die Portraits sind nur im Internet zu sehen (www.431art.org). Die Kommunikation zwischen Besucher und Loreley, die laut der Sage soviele Schiffer durch ihren Gesang und ihre Gestalt in den Tod riss, lag schwerpunktmäßig im nonverbalen Bereich, diejenige des Photographen hingegen im verbalen Bereich.
Mancher hatte keine Idee, was ihn bei Loreley und im gegenüberliegenden Raum erwartete und wagte es dennoch einzutreten. Die meisten der Besucher genossen den Akt des Kämmens und fielen teilweise in tiefe Entspannung.
Der Gang in den Raum des Photographens gegenüber bot auch die Möglichkeit, im Verborgenen wieder ins Alltagsgeschehen zurückzukehren. Insofern ist das Photographieren auch als ein Bannen zu verstehen.
Kommentare der Besucher waren z.B.: „Ich war bei Loreley in Behandlung“. „Der Kontakt mit dem Weiblichen, den Gefühlen und dann die Begegnung mit dem Männlichen, Technischen“ .