My private Supermarket Documenta Halle Kassel Project_040_2012
2012 wurde die Installation „My Private Supermarket“ (2008 präsentiert in einem kleinen ehemaligen Ladenlokal in Frankfurt/M) für die documenta Halle modifiziert.
2012 wurde die Installation „My Private Supermarket“ (2008 präsentiert in einem kleinen ehemaligen Ladenlokal in Frankfurt/M) für die documenta Halle modifiziert.
Die Skulptur ist eine Hommage an den gleichnamigen Science Fiction Film aus dem Jahre 1971. Am Ende des Films schickt Astronaut Lowell eine mit künstlichem Licht ausgestattete Kuppel als abgeschlossenes Biotop wie eine Flaschenpost in den Weltraum. Diese soll das Überleben irdischer Flora und Fauna sichern. Der Roboter Dewey verbleibt in der vom Mutterschiff abgestoßenen Kuppel und pflegt dort die überlebenden Pflanzen und Tiere. Die drei während eines Stipendiums zwischen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft entstandenen Skulpturen referieren auf die ursprünglich drei Biotope des Films.
Ein mit einer Gießkanne ausgestattete Roboter beackert ein Feld unter einer Kuppel. Die Geschwindigkeit des solarbetriebenen Roboters wird durch die Intensität des einfalleneden Lichts bestimmt. Das Feld seinerseits besteht aus einem organischen Solarmodul, dessen Struktur Ackerfurchen auf einem Feld entspricht. Dieses organische Solarmodul (Feld) mündet in ein an der Skulptur angeschlossenes Akku. Jede Skulptur liefert bei entsprechender Sonneneinstrahlung also Energie für ein Mobiltelefon, bzw. für ein mobiles Endgerät.
In der aus dem Originalfilm projizierten Sequenz zeigt der Astronaut dem verbliebenen Roboter, wie er einen Baum pflanzt. Liegt die Zukunft artenreicher Flora und Fauna im Sciencefiktion der 1970er Jahre in einem Biotop, das durch das All fliegt, so stellt die Arbeit von 431art die Frage nach der Zukunft des Lebens auf der Erde. Die Symbolik des Beackerns des Feldes bezieht sich in diesem Zusammenhang auf den Einsatz regenerativer Energien.
Organische Fotovoltaik, Siliziumsolarzellen, Roboter, Giesskanne, Plexiglas, MDF.
Die Installation bestand aus dem Screening des Machinima „Walk to Elea!“, der innerhalb der virtuellen Installation „I’ll be your Substitute whenever you want me“ gedreht wurde, einem Grossprint eines Motivs aus der Serie „Living in Prims“ und einem mittig auf dem Boden aufgebrachten Teleporter, mit dem Avatare sich innerhalb der virtuellen Umgebung von second life von einem Ort zu einem anderen begeben können. Die Installation verlegte den Teleporter in den realen dreidimensionalen Raum als eine Brücke zwischen den Realitätsebenen.
Moving Frames – Der Ferne so nah
Tage Der Architektur 2011
Künstlerische Intervention im Alltag. Das Mitscherlichhaus bietet eine grandiose Aussicht auf die Frankfurter Skyline. Nirgends sonst in Frankfurt, wie in Höchst und Unterliederbach ist die Frankfurter Skyline so klein und vollständig am Horizont zu sehen.
Auf den Glastüren eines Panorama-Aufzugs, sowie auf einem Treppenhausfenster mit Fernblick wurden wiederablösbare rote Rechtecke angebracht. Während der Fahrt des Panorama-Aufzugs vom Erdgeschoss nach oben entstanden dynamische Ansicht von Bildausschnitten, die schließlich einzelne Bauwerke der Frankfurter Skyline fokussierten und innerhalb eines roten Bildrahmens aus dem Gesamtpanorama herauslösten.
Während der Bildausschnitt der Rechtecke im Aufzug sich während der Fahrt ständig veränderterückten die Bildrahmen des Treppenhausfensters einzelne Bauwerke der Skyline Frankfurts in das Blickfeld. Die rechteckigen Markierungen/Rahmen erinnern an die einfachste Form beim Bauen (das Rechteck, den Ziegel, lassen Erinnerungen an das erste Bauern mit Holzklötzchen wach werden) und bilden am Horizont gleichermaßen eine Doppelung der Frankfurter Skyline, eine Fokussierung des Blicks und eine vereinfachte zeichenhafte Darstellung, hinter der komplexe Bauwerke zu entdecken sind.
Die Aktion spielt auch mit dem Motiv der Ferne und deren gleichzeitiger Nähe. Dies rekurriert auf die besondere räumliche Situation Frankfurts, was im Gegensatz zu anderen Großstädten Dank seiner relativ kleinen Fläche alle Stadtteile schnell erreichbar macht. Die Anlehnung an den Filmtitel “In weiter Ferne so nah” von Wim Wenders wird zudem symbolisch aufgegriffen, indem die Figur des Engels durch das Motiv des Himmels und dessen Weite gespiegelt wird.
Eine Scheibeninstallation bestehend aus roten Linien und QR-Codes bot Hintergrundinformationen zu den Bauwerken der Frankfurter Skyline. Während der Aufzugfahrt hörten Teilnehmer*innen zudem eine Soundarbeit zu Otis, dem Erfinder der Aufzugbremse.
Ort: Panorama-Aufzug des Mitscherlichhauses Frankfurt/M.
Mit Begrüßungs-Drinks. Auf den Glastüren des Aufzugs werden mittels roter Bild-Rahmen einzelne Gebäude in Korrespondenz gebracht.
Der Inhalt der Bildausschnitte verändert sich durch die Achsverschiebung vertikal linear während der Fahrt ins OG 16 und fokussiert so schließlich prominente Gebäude Frankfurts und seines Umlandes. Durch ein Fenster im Treppenhaus sind in einem zweiten Panorama prägnante Bauwerke der Skyline zu orten.
Zum Tag der Architektur werden auf diese Weise markante Bauwerke Frankfurts in Bezug zueinander gebracht und auf diese Weise neu betrachtbar.
Öffentliche Wasserprobe
Drei Sorten Wasser wurden mit Geräuschen des urbanen Umfeldes beschallt und zur Verkostung angeboten. Ort: Museumsscheune Schöppingen
Installation in der Museumsscheune
Fotos der Aufnahmeorte mit GPS-Koordinaten versehen wurden zwischen den Exponaten des Heimatvereins platziert und in Beziehung zueinander gesetzt.
Installation Audiolabor.
Öffentliche Wasserprobe in der Museumsscheune Schöppingen. Drei Sorten Wasser wurden mit Soundkompositionen aus urbanen Klängen Schöppingens beschallt und zur Verkostung angeboten.
Installation in der Museumsscheune
Video-Installation „Binary moves“ eines digitalen Tropfens
Fotografien der Aufnahmeorte urbaner Sounds platziert als Intervention in die bestehende Ausstellung des Heimatvereins.
Die Soundkompositionen waren über einen Telefonhörer zu hören und versetzten gleichzeitig das Wasser in einer Petrischale in Schwingung. Das Schwingungsbild war live auf einem Monitor zu sehen.
Mit My private supermarket eröffnete 431art 2008 einen kleinen Laden, im Schaufenster ein Regal mit Marmeladengläsern. Der Galerieraum erscheint auf den ersten Blick als eine Mischung aus einem modernen Lebensmittelgeschäft und Omas Vorratskammer. Bei genauerem Hinsehen jedoch beschränkt sich die ‚Auslage‘ keineswegs auf eine reine Warenpräsentation: Auf eine Wand sind kryptische handschriftliche Texturen projiziert, Schaukästen beherbergen eine Sammlung von Schmetterlingen mit einer befremdlichen Tracht aus verschachtelten typographischen Strukturen, und ein Videomonitor zeigt eine Hummel, wie sie unterwegs von Blüte zu Blüte beflissen ihren Einkaufszettel abarbeitet. Selbst die scheinbar ‚feilgebotenen‘ Gläser beinhalten alles andere als gewöhnliches ‚Eingemachtes‘. Die Etiketten geben nämlich nicht nur Auskunft über die Ingredienzen, sondern zeichnen sich auch durch eine eigentümlichen Klassifikation aus, z. B. Glücks-Ernte, Zufalls-Ernte, Spontan geplante Ernte, Beiläufig gerettete Ernte und Intuitive Ernte.
My private supermarket bewegt sich zugleich in mehreren thematischen Feldern. Denn die einzelnen Ausstellungselemente spannen mit je unterschiedlichen Akzenten einen thematischen Bogen zwischen der derzeitigen Konjunktur teurer Bio-Feinkost und einer weitgehend verloren gegangenen Kultur der Selbstversorgung, zwischen der zunehmenden Homogenisierung der ‚Einkaufswelten‘ und dem Verschwinden kleiner Einzelhandelsgeschäfte und schließlich zwischen dem Sammeln als Freizeitbeschäftigung und als Mittel zur Sicherung des Überlebens. Die ungewöhnlichen Etikettierungen lassen zudem nicht – wie sonst üblich – das Endprodukt, sondern die u.a. durch die Prinzipien der Intuition, der Spontaneität und des Zufalls geprägten Vorgänge seiner Hervorbringung in den Vordergrund treten. Auf einer anderen Reflexionsebene werden dabei innerhalb der Institution Kunst auch Fragen nach dem Wechselverhältnis zwischen dem Bedarf an verkäuflichen Artefakten und der Relevanz prozesshafter und experimenteller Projekte aufgeworfen. Entsprechend verlässt 431art mit einer Performance die Grenzen des Kunstraums, indem sie den Menschen im Wartesaal des gegenüberliegenden Sozialamts Brote mit den Fruchtaufstrichen der Ausstellung – den einzigen ‚Exponaten‘, die unverkäuflich bleiben – serviert. Durch diese temporäre Intervention wird eine Art ‚Nicht-Ort‘ der gesellschaftlich reglementierten Fürsorge mit Kulturen des bedingungslosen Schenkens, d. h. der Gabe konfrontiert.
Wie bei vielen anderen Projekten von 431art auch wird das Ephemere bzw. Vorübergehende betont und die Ausstellung – konsequent dem Konzept der Geschäftsführung folgend – mit der Aufgabe des Lädchens beendet. Zur Finissage wird jedoch kein Insolvenzverfahren eröffnet, sondern ein Katalog herausgegeben, in dem das ‚Inventar‘ retrospektiv verfügbar bleibt.
Martin Doll, Medienwissenschaftler
Audiomitschnitt: 7:32 Min.
My Private Supermarket
431art – Rausch – Grosch
ISBN 978-3-937828-27-5
„…Wenn Grosch und Rausch ihre künstlerischen Erkundungen ohnehin als Versuchsanordnungen begreifen, lassen sie dieses Konzept in Ripenings explizit als Experiment zwischen dem Wissenschaftlichen und dem Nichtwissenschaftlichen – oder anders gesagt: zwischen Wissenschaft und Kunst – Gestalt annehmen. Sie untersuchen dabei die Auswirkungen von musikalischen Schwingungen auf das Wachstum von Bohnenkeimlingen. Ein solches Fachkreise zwangsläufig skeptisch stimmendes Projekt versteht sich als Herausforderung an das logisch-rational geprägte Denken und problematisiert das damit verbundene positivistische Weltverstehen. An der Demarkationslinie zwischen Naturwissenschaft und Kunst wird dabei das Potential des physisch Flüchtigen und Nichtstofflichen, der Resonanz, der Welle beleuchtet und der Betrachter für eine wissenschaftlich-künstlerische Anschauung des vorderhand Nicht-Wahrnehmbaren sensibilisiert. Insofern sind die Ergebnisse dieses Versuchs nicht nur eine naturwissenschaftliche, sondern auch im doppelten Wortsinne eine künstlerische Sensation.“ Auszug aus dem Katalogtext von Martin Doll, Medienwissenschaftler
Dank an: Palmengarten Frankfurt, Dr. Karin Aabbar, Prof. Dr. Stephan Bongard Uni Ffm, Naspa Stiftung, Dr. Stefan Soltek, Christiaan Tonnis, Gabi und Dieter Wittner, Blumen Bleker Wiesbaden, Gerrit von Velsen, Volker Arnold, Otto Unger, Bellevue Saal, Klaus Krafthöfer
Interdisziplinärer blog zum Projekt ripenings, der als spartenübergreifende Diskussions-
platform zwischen Kunst und Wissenschaft konzipiert wurde.
Hier findet sich auch die Beschreibung der im Juni/Juli 2008 im Palmengarten Frankfurt nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführten Versuche, mittels derer die Auswirkung von mit Musik beschalltem Gießwasser auf das Wachstum von Bohnenkeimlingen untersucht wurde. Die Untersuchungsergebnisse sind ebenfalls einsehbar. www.ripenings.org
video auf DVD, colour, Länge 15:11 im loop, Format: 16:9, Leinwand aus Frühbeetvlies,
Videoprojektion 3,584 x 2,016 Meter (19 : 9)
Das Video «binary moves» besteht aus drei kapiteln. Das erste kapitel zeigt das Gitternetzmodell eines virtuellen Tropfens der herrabfällt und auf einem unsichtbaren grund von einer skulpturalen dreidimensionalen gebärde in die Fläche auflöst wird. Das zweite Kapitel geht von einem linearen Sonogramm aus. Horizontale Linien enstehen jedoch sind diese Linien aus binären Zahlenkolonnen gebildet. Sie stellen ein niedrigfrequentes Grundrauschen dar – absolute Stille kommt in der Natur nicht vor. Das dritte Kapitel ist ein visuelles Composit von zentisch sich ausweitenden Wellen die durch einen unsichtbaren Wassertropfen hervorgerufen sind und der Überlagerung des in Kapitel eins beschriebenen Gitternetzmodells eines Tropfens. Die Komposition folgt nicht den Gesetzmäßigkeiten der klassischen Zentralperspektive.
«binary moves» wird auf eine Leinwand aus semipermeablen Fließ rückprojeziert.
3 Rahmen 50 x 60cm, weiß lasiertes Holz mit Passepartout und je einer Pflanze;
36 Kartons aus Graupappe (30 x 40x 2,5cm), etikettiert auf Podest aus schwarzem MDF 170 x 63 x 20 cm mit Inhalt von insgesamt 393 Pflanzen auf säurefreiem Papier mit Transparentpapier-Deckblatt.
Das Schwingungsherbarium umfasst alle Pflanzen der im Palmengarten durchgeführten Versuchsreihe mit beschalltem Gießwasser; insgesamt 393 getrocknete und gepresste Pflanzen und Pflanzenfragmente sind in insgesamt 36 Kartons aus Graupappe archiviert.
Material schwarzes MDF, Podest 100 x 100 x 10 cm, cube 24 x 24 x 24 cm, Moosgummi, Petrischale mit Weißlicht-Reflektionsfolie, Lifecamerafeed mittels sw-Kamera in Aluminiumrohr von Länge 40 cm, portabler CD-Player als Zuspieler, Verstärker, Speziallautsprecher.
Ein Kubus von einem Grundmaß von 24 x 24 x 24 cm wird mittels eines Sinus Audiosignals mit einer Frequenz von 48 Hz in Schwingungen versetzt. Auf dem Kubus ist eine Petrischale mit Quellwasser verbracht. Das Wasser in der Petrischale bildet symmetrische Schwingungsbilder. Über dem Kubus ist in einer Röhre eine Videokamera schwebend mit einem Abstand von ca. 50 cm gehängt. Diese nimmt das Schwingungsbild der Wasseroberfläche life ab. Mittels eines Videobeamers wird das Schwingungsbild life projeziert.
Installation aus 3 Podesten, Material schwarzes MDF 150 x 150 x 20 cm mit je 100 Tontöpfen auf glasierten Untertellern mit Durchmesser 11 cm, Anzuchterde, je 100 Bohnensamen Sorte Marona, unterschiedlich beschalltes Giesswasser (Klassik, Hiphop, Mischung aus Hiphop und Klassik).
Die Pflanze wird als temporäre, durch Schwingung geformte Skulptur aufgefasst.
Installation „The growth“
Gewächshaus, Erde, 4 Halogenstrahler, 400 schwarze Plastik Aussaattöpfe, portabler DVD-Player hinter Aluminiumrahmen, Video „The growth“, Stop-Motion-video, colour, length 12:00 im loop, Format: 16:9
Stop-Motion-video, colour, length 12:00 im loop, Format: 16:9
Ds Video zeigt das Wachstum von mit beschalltem Wasser gegossenen Bohnen im Zeitraffer.
3 Großfotos, Digitaldruck auf Stoff, 180 x 250 cm, Farbe, gehängt an Kupferrohren, Blattformen von Buschbohnen Sorte Marona der Versuchsreihe. Drei monumentalisierte Bohnen-Blätter.
Fotoserie „fragments“. 33 Fotos 10 x 15 cm auf MDF, Duoton, limitiert auf 10 Stück
close-ups von Buschbohnen.
Uraufführung zum Internationalen Museumstag 2008, Klingspor Museum Offenbach.
Michel Serres lässt Zenon den Schüler von Parmenides in der „Nordwest-Passage“ nach Elea gehen – alles wird zum Hindernis vom Berg bis zum Staubpartikel. Die Geschichte des Weges wird zu einer Geschichte des Umweges – stets verbunden mit der Frage“Wird er ankommen – Wird er jemals ankommen…“
Serres ist auf der Suche nach der Passage, die die Wissenschaft von den Menschen
mit der Wissenschaft von der Welt verbindet.
Parmenides (540/535 v. Chr.) verfasste ein einziges Werk „Über die Natur“, ein Lehrgedicht
der Reise „jenseits der ausgetretenen Pfade“. Am Ende der Reise trifft der Erzähler auf eine namenlose Göttin, die ihn über die Natur der Wirklichkeit / Wahrheit, aber auch über
die Natur des Scheins aufklärt. Parmenides‘ Schüler Platon führt in seinem Höhlengleichnis mittels der Thematik Schein und Sein in die Erkenntnistheorie ein.
In „Walk to Elea!“ erkunden zwei Avatare – Laksmi Giha und Myth Guyot – die virtuelle Installation „I’ll be your substitute whenever you want me“ von 431art.
Beginnend in einem Gebäude, das den Topos der Höhle als „Gegenort“ thematisiert, finden sich die Kernthesen Parmenides‘ als typografische Projektionen auf unsichtbaren geometrischen Körpern wieder. Von diesem Gegenort aus gelangen die Protagonisten
via Teleportation in ein Labyrinth, das aus typografischen Projektionen der Fragmente des Sourcecodes des ersten „Second Life Viewers“ besteht.
Die Avatare werden mit Ihrer Konstuktion und gleichzeitig ihren Bedingtheiten konfrontiert.
Per Teleportation gelangen sie zurück an die Küste. Zurück und vermeintlich angekommen in Elea leiten sie den Ritus des Nerds ein: Kaffee trinken und sich gleichsam aus der einen Wirklichkeit in eine andere zu verabschieden.
Uraufführung und Gespräch zum Internationalen Museumstag, Kingspor Museum Offenbach.
KAISER&CREAM-ONLINE OFFSPACE-EVENT >UNDER CONSTRUCTION< in Zusammenarbeit mit Ambience Records.
Am Freitag, 17. Oktober 2008 feierte das KAISER&CREAM sein Debut in Frankfurt. KAISER&CREAM taucht das ROUGH DIAMAOND ein in multimediales KUNSTlicht internationaler Medienkünstler.
Videoinstallations: 431art/D, CaoKai/CN. Sounds: Pascal FEOS (Level Non Zero), Chris Wood (Level Non Zero), Paradroid (MicroFunk), Cocodile (Ambience Records)
Location: Nightclub ROUGH DIAMOND, Moselstrasse 46-48, 60329 Frankfurt am Main – Bahnhofsviertel.
„…Diese Form der Ästhetisierung des Nicht-Materiellen ist auch Gegenstand von I’ll be your substitute whenever you want me – einer Arbeit, die in der Virtual Reality-Umgebung ‚Second Life‘ realisiert wurde. Im Zeitalter der Digitalisierbarkeit, in dem scheinbar alle alltagsweltlichen Bezüge (von der zwischenmenschlichen Kommunikation bis hin zu privaten Erfahrungsräumen) rechnergestützt prozessierbar geworden sind, macht sich dieses 431art-Projekt zur Aufgabe, vertraute Realitätsbegriffe und Identitätsvorstellungen zu hinterfragen.
Das virtuelle Environment verbindet Platons Höhlengleichnis – bekannt als das abendländisch-philosophische Bild für das Problematisch-Werden von „Sein und Schein“ – mit der Visualisierung labyrinthischer Formationen und lässt im Spannungsfeld zwischen Immersion und Distanz die epistemologischen Impli-kationen der Überlagerung von virtuellen und ‚realen‘ Erfahrungsebenen thematisch werden. Die Struktur der Arbeit ist dabei selbst ein Labyrinth, in dem verschiedene Repräsentationsebenen durcheinander gespielt werden. Die ästhetischen Interferenzen zwischen Audio, Video und dem Sourcecode des ersten Second Life-Viewers sowie zwischen dem Avatar und dem Betrachter am heimischen Computer öffnen so ein metaphorisches Deutungsfeld um Fragen nach der Eigenwirklichkeit sowohl von virtuellen Räumen als auch von mit Personalität und Autorschaft verbundenen Online-Existenzen. In dieser undurchdringlichen Matrix wird der User auf seiner umherirrenden Suche nach einer stabilen Identität zugleich mit mehreren Spiegelungen seiner selbst und seiner Umgebung konfrontiert, nämlich mit seinem virtuellen Double, mit der diesem und seiner ‚Lebenswelt‘ zugrunde liegenden Software sowie mit der erkenntnis-theoretischen Reflexion des gesamten digitalen Paralleluniversums.“
Martin Doll, Medienwissenschaftler
Dank an unseren Avatar Freund Nazz Lane
Zwischen realer und virtueller Welt schaffen Rausch und Grosch mittels der Lifeübertragung von Second Life ins Klingspor Museum Offenbach am 16.8.2007 um 20 Uhr eine Art medialer Rückkoppelung. Lifeübertragung und lecture.
I’ll be your substitute 02 transferiert Teile der Originalinstallation in eine lieblich-idyllisch anmutende second life location: die frei interpretierte virtuelle Nachbildung des hessischen Ortes Butzbach mit Fachwerkhäusern. In der Installation untersuchen wir die Grenze der Identifikation mit der visuellen Erscheinung innerhalb second life.
Ort der Installation war ein Hügel in einem Parkgelände. Auf einer Lichtung wurden frei schwebende Textzitate zu Fragen des Seins direkt in die liebliche Landschaft plaziert. Der Ort ist in sofern als typisch für second life anzusehen, als das hier ein idealisiertes Wunschbild virtuell realisiert wird. Mittels transparenter Raumteiler verwandelten wir den Platz in einen open air Ausstellungsort. Hier waren auch ein virtuelles Buch über 431art und das Modell des Labyrinths plaziert. Die „Störung“ der nach physischen Gesetzmäßigkeiten in sich logisch aufgebauten Situation wurde mittels frei schwebender Textzitate und mittels Stelen, die sich bei Näherung verkleinern und bei Entfernen wieder vergrößern, aufgebaut. Letztere nutzen die technischen Möglichkeiten von sl als Irritation und Störung der Nachbildung des Realen. Vom Ausstellungsort war ein Teleport in das in mehreren hundert Metern hoch schwebende Laybyrinth möglich.
Dem Ort wurden also gleichzeitig mehrere Funktionen und Realitätsebenen zugewiesen. Der Ausstellungsort bezieht sich klar auf die systemimmanente Realität in sl. Die Störfelder Textzitate und Stelen bilden Irritationen in diesem, während das Labyrinth den Avatar mit dem Sourcecode konfrontiert.
Dank an unsere Avatar Freundin MaillaAnn Slade. Ort: MarillaAnns grey hair art gallery, Butzbach, second life.
Ausstellungsevent zum 5ten Bestehen von Second Life vom 23. Juni 2008 9:00 am (Montag)
bis 7. Juli, 2008 11:59 pm (Montag)
Alle Zeitangaben beziehen sich auf US Pacific time
I’ll be your substitue 03 ist eine Installation anläßlich des 5ten Bestehens von second life auf einen von linden lab bereitgestellten Grundstück neben anderen virtuellen Installationen zum fünfjährigen Bestehen von second life.
Auch hier loten wir die Möglichkeiten virtueller Architektur in bezug auf die Befragung von Realität und der Konstruktion von Wirklichkeit innerhalb von sl aus.
Auf einem am Meer gelegenen Grundstück plazieren wir ein Zitat der Höhle der Originalinstallation. Die Höhle wird – hier nach oben hin geöffnet – zum screening-Ort des Films „Walk to Elea!“. So entsteht eine Ort-im-Ort-Situation; eine Realitätsverschachtelung. Bei Sehen des Films wird realisiert, sich in Teilen des ehemaligen Drehortes zu befinden – der Vorführort wird so quasi zur Kulisse von etwas, was anderen Ortes in sl stattfand. Er verweist damit auf das grundsätzlich kulissenhafte innerhalb second lifes – der virtuellen Nachbildung physischer Realität. Erst die Überwindung der Schwerkraft mittels der technischen Möglichkeiten in sl schaffen eigene Gesetzmäßigkeiten. Auf dem Grundstück sind mehrere Teleporter plaziert, die den Avatar zum in den Wolken schwebenden Labyrinth bringen – und mit dem Sourcecode, der seine Existenz bedingt – konfrontieren.
Interaktive Videoinstallation, live-camerafeed, DVD 2´51″ loop zum Jubileum “404040404040” der Fluxusbewegung im ehemaligen Paik-Raum der FluXus Freunde Wiesbaden e.V.
Durch einen Sehschlitz in der mit schwarzen Tuch verschlossenen Tür ist die Videoprojektion “wasting time by drying hair instead of making art” zu sehen. Das Jubiläum der Fluxus-Bewegung wird typographisch aufgegriffen, unterschnitten in rasender Bildfolge mit einem kurzen performativen Alltags-Piece.
Gleichzeitig wird der Betrachter zum Akteur; der Ausschnitt der betrachtenden Augenpartie wird mittels einer Livekamera abgenommen und in „Bens Bar“ über einen Monitor zeitgleich dargereicht.
Dem Betrachter wird auffallen, das im typographischen Gefüge des Films 40 Wochen fehlen – einen Hinweis auf deren Verbleib kann der Titel des Films geben. Für Besucher liegen Formularbögen bereit, mit Hilfe derer diese die vorraussichtlich in ihrem Leben verbrachte Zeit zum Haaretrocknen errechnen, bzw. schätzen können.
Video, Farbe, Ton, 2´51″